Private Wohnungsbaukredite

Sparkassen setzen auf Änderung von umstrittenen Immobilien-Regeln

Die Sparkassen klagen über einen Rückgang im Neugeschäft mit Immobilienkrediten. Der Grund: Laut einer neuen Regelung dürfen sie den Immobilienwert nicht mehr als Sicherheit berechnen. Doch das könnte sich bald ändern.
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Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon: „Es muss Änderungen im Gesetz und der entsprechenden Verordnung geben – ich bin zuversichtlich, dass es dazu kommen wird.“ Quelle: dpa
Strenge Regeln für Baukredite

Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon: „Es muss Änderungen im Gesetz und der entsprechenden Verordnung geben – ich bin zuversichtlich, dass es dazu kommen wird.“

(Foto: dpa)

BerlinDie Sparkassen rechnen mit Nachbesserungen bei den Vorschriften für die Vergabe privater Wohnungsbaukredite in Deutschland. Trotz eines Höchststands an Baugenehmigungen verzeichneten Banken aus allen Sektoren einen Rückgang im Neugeschäft mit Immobilienkrediten, sagte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon in einem am Freitag veröffentlichten Reuters-Interview. „Die Probleme gelten für alle Institute, die über den gesamten Kreditzyklus an der Seite ihrer Kunden stehen. Deshalb muss es Änderungen im Gesetz und der entsprechenden Verordnung geben – ich bin zuversichtlich, dass es dazu kommen wird.“ Das Finanz- und Justizministerium hatten sich zuletzt bereits offen für Änderungen gezeigt.

Verbraucher sollen mit der seit März geltenden Vorschrift davor bewahrt werden, sich mit langfristigen Immobiliendarlehen finanziell zu übernehmen. Die Sparkassen kritisieren dagegen, dass sie nun vielen Menschen keinen Kredit mehr gewähren können, weil sie den Wert der Immobilie als Sicherheit bei der Bonitätsprüfung nicht mehr berücksichtigen können.

Betroffen sind davon laut Fahrenschon vor allem drei Gruppen: „Junge Familien, Menschen mit befristeten Arbeitsverhältnissen und Ruheständler, die zum Beispiel ihre Immobilie altersgerecht umbauen wollen, denen aber laut Richtlinie eine zu geringe Lebenserwartung zur Rückzahlung des Kredites attestiert wird.“ Schon kleinere Kredite über 20.000 Euro, etwa für eine Badrenovierung, könnten da zum Problem werden. Bei den Sparkassen sei das Neugeschäft mit Immobilienkrediten von Januar bis Ende August im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zurückgegangen.

Hier steigen Immobilien-Kaufpreise am stärksten
Platz 8: Hamburg
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Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen steigen weiter: Insgesamt um bis zu 104 Prozent gegenüber 2004. Das ergibt eine Untersuchung des Immobilienberatungsunternehmens JLL. In Hamburg kostet eine Eigentumswohnung im Schnitt 3.880 Euro pro Quadratmeter. Im ersten Halbjahr 2016 legten die Preise weiter zu: Mit einem Plus von 2,4 Prozent Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist der Anstieg im Vergleich zu den sieben weiteren untersuchten deutschen Großstädten noch am moderatesten.

Platz 7: Düsseldorf
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Mit einem Plus von 5,2 Prozent auf Jahressicht setzte sich der Aufwärtstrend des letzten Jahres in Düsseldorf fort. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt muss im Mittel mit Kaufpreisen von 3.320 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.

Platz 6: Frankfurt
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Nach einer kurzen Stagnation sind die Preise in Frankfurt um 5,5 Prozent auf 4.210 Euro Quadratmeter gestiegen.

Platz 5: Berlin
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In der Hauptstadt müssen Käufer von Eigentumswohnungen im Schnitt 3.320 Euro pro Quadratmeter zahlen. Das sind fast zehn Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015.

Platz 4: Köln
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Eine Wohnung zu mieten ist in Köln teurer als in der Nachbarstadt Düsseldorf. Beim Kauf einer Eigentumswohnung ist es umgekehrt: Trotz eines üppigen Zuwachses von 9,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 liegt der Durchschnittspreis von 3.100 Euro pro Quadratmeter in Köln unter dem von Düsseldorf.

Platz 3: München
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Wer eine Wohnung kaufen will, muss in München am tiefsten in die Tasche greifen: 6.490 Euro kostet im Schnitt der Quadratmeter – und damit auf Jahressicht 12,5 Prozent mehr als Ende Juni 2015. In alle anderen Städte liegen die Angebotspreise weit unterhalb derer in der Isarmetropole.

Platz 2: Stuttgart
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Weiter kräftig zulegt haben die Preise für Eigentumswohnungen in Stuttgart: Dort betrug der Zuwachs 16,8 Prozent. Der Quadratmeter kostet in der baden-württembergischen Landeshauptstadt im Mittel 3.900 Euro.

  • rtr
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