Punktsieg für Wohnimmobilienkonzern
Rolf Elgeti räumt bei TAG Immobilien auf

Unterschiedlicher könnte die Ausgangslage von Deutsche Euroshop im MDax, Colonia Real Estate und TAG Immobilien, beide im SDax, nach den ersten sechs Monaten 2009 nicht sein. Während man bei TAG noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist, wertet Colonia-Vormann Stephan Rind überraschend Wohnungen auf und Claus Matthias Böge verkündet einen höheren Euroshop-Gewinn.
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rrl/Reuters DÜSSELDORF. Beim Gewerbe- und Wohnimmobilienkonzern TAG ist der neue Vorstandschef Rolf Elgeti noch voll mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Obwohl Veräußerungserlöse und Mieteinnahmen stiegen, weist TAG einen Verlust vor Steuern von 28 Mio. Euro aus. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Vorsteuergewinn von sechs Mio. Euro gegeben.

Ausschlaggebend für den Verlust waren Abwertungen auf Gebäude in Höhe von 15 Mio. Euro und neun Mio. Euro Rückstellungen für Bauprojekte aus früheren Jahren. Elgetis Ausblick zum Jahresende fällt entsprechend trübe aus: „Wir werden es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht schaffen, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen.“ Angesichts dieser Ankündigung hielt sich der Kursverlust am Donnerstagnachmittag mit rund 2,5 Prozent in Grenzen. Ein Indiz dafür, dass dem früheren Aktienstrategen Elgeti noch immer Vorschuss gewährt wird, trieb doch seine im Juni verkündete Ernennung zum Vorstandschef den Kurs bereits nach oben.

Stephan Rind, Chef der Colonia Real Estate (CRE) spricht zwar vorsichtig von einem „positiven operativen Ergebnis“ im Gesamtjahr, ist aber mutig genug, das Portfolio von 20 000 Wohnungen aufzuwerten, wenn auch nur um 1,45 Mio. Euro. Der Schritt verblüfft, nachdem am Montag die MDax-Gesellschaft Gagfah Abwertungen von 90 Mio. Euro auf ihre 170 000 Wohnungen veröffentlicht hatte. Das Halbjahresergebnis – 6,3 Mio. Euro Gewinn vor Steuern gegenüber zwei Mio. Euro Verlust – zehrt noch von 7,7 Mio. Euro Sonderertrag im ersten Quartal, während im zweiten Quartal ein Verlust im Vermögensverwaltungsgeschäft das Konzernergebnis ins Minus drehte. So wollen Analysten der DZ Bank auch noch nicht an den „Turnaround“ der CRE glauben und raten weiter zum Verkauf der Aktie, wodurch das Papier aber kaum belastet wurde. Immerhin gelang es CRE durch Kapitalerhöhungen und Umschuldungen, Eigenkapital und Liquidität zu stärken.

Weitaus komfortabler ist die Situation von Claus-Matthias Böge, Chef der Deutsche Euroshop (DES). Der hat weder jetzt noch hatte er zuvor Probleme zu bewältigen. Das Vorsteuerergebnis kletterte im Halbjahresvergleich von 21,6 Mio. auf 30,5 Mio. Euro. Wiewohl Böge einräumt, dass DES dabei von neu eröffneten Einkaufszentren und einer höheren Beteiligung an einem Center profitierte. Zudem machten sich unrealisierte – und somit nicht liquiditätswirksame – Währungsgewinne positiv bemerkbar.

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