Absicherung
Das Eigenheim ist die Altersvorsorge Nummer eins

Die Schuldenkrise hat dazu geführt, dass sich immer mehr Deutsche für den Kauf eines Eigenheims entscheiden. Die Nachfrage boomt und dürfte weiter anhalten. Wertsteigerungen sind aber längst nicht überall zu erwarten.

DüsseldorfWenn es um die Altersvorsorge geht, sind Immobilien erste Wahl. So einfach ist das - zumindest wenn man den Ergebnissen der jährlich wiederkehrenden Umfragen darüber glaubt, wie die Deutschen ihren Lebensabend absichern. Die Schuldenkrise in Europa habe dazu geführt, dass sich immer mehr für den Kauf eines Eigenheims entscheiden, beobachtet Thomas Neumann, Finanzplaner und Geschäftsführer des Vermögensberaters Bestadvice. Er erwartet, dass der Nachfrageboom noch eine Weile anhält, zumal die Zinsen für Baugeld jüngst noch einmal gesunken sind.

Als der Internet-Immobilienvermittler Planet Home fragte, worauf die Menschen hierzulande im Alter bauen, bekam er von 86 Prozent der Befragten die Antwort, die eigenen vier Wände seien eine gute Absicherung für das Rentenalter. Eine weitere Studie belegt, dass die Deutschen Immobilien auch zunehmend als Anlageprodukt wählen. Ein Achtel aller Berufstätigen erwartet im Alter Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. So viele wie seit dem Jahr 2004 nicht mehr, fand das Institut Allensbach für die Postbank heraus.

Anhänger der Portfoliotheorie des US-Ökonomen Harry Markowitz verdrehen allerdings die Augen, wenn sie sehen, dass Bürger mit mittleren Einkommen ihr eigenes Haus bauen oder kaufen. Für diese bedeutet das nämlich, dass sie mehr als die Hälfte ihres Vermögens in Immobilien investieren - statt das Verlustrisiko für ihre Rücklagen durch unterschiedliche Anlagen zu minimieren. Für Ingrid Otten, Geschäftsführerin in der FPO Finanzplanung & Honorarberatung, sind Quoten von 60 bis 80 Prozent für Familien mit einem monatlich verfügbaren Haushaltseinkommen von 3000 bis 5000 Euro in ihrer Heimat Oldenburg, nicht außergewöhnlich. „Je größer das Vermögen, desto geringer ist die Immobilienquote“, hat sie bei ihren Kunden festgestellt.

Nur von Rendite für das Alter dürfe man bei selbstgenutztem Wohneigentum nicht sprechen, sagt sie. Wer Finanzberatern zuhört, versteht schnell, dass ein Hauskauf nicht vernünftiger abläuft als ein Autokauf. Experten raten dennoch, Eigenheimkäufer sollten sich möglichst wie Investoren verhalten, die auf hohe Renditen aus sind. „Auch ein Eigennutzer sollte eine Wohnung oder ein Haus nur an einem Standort kaufen, der Wertsteigerungen verspricht“, mahnt die Honorarberaterin Otten. Zwingen Schicksalsschläge wie Ehescheidungen oder Arbeitsplatzverlust zum Verkauf des eigenen Hauses, ist dies noch bitterer, wenn es seit dem Ankauf an Wert verloren hat.

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