
DüsseldorfDer Ballsaal des Frankfurter Hotels Jumeirah ist gut gefüllt. Brauner Teppich, Holzvertäfelungen an der Wand, Kristallimitat an der Decke. Banker, Versicherer und Vermittler sitzen dicht gedrängt. Max Herbst, Zinspapst, Grand Seigneur der Baufi-Experten und Inhaber der FMH-Finanzberatung hat zur Preisverleihung geladen.
Insgesamt 19 Auszeichnungen gibt es für die Anbieter, die im vergangenen Jahr im Schnitt die günstigsten Zinsen geboten hat. Das günstigste Institut, die PSD Bank Nürnberg, verlangte im Schnitt bei einer Beleihung von 70 Prozent nur 2,96 Prozent.
Einmal im Jahr kürt die FMH-Finanzberatung Banken, Vermittler und Versicherer, die konstant günstige Zinsen bieten. Dabei gelten die durchschnittlichen Effektivzinsen für das Jahr 2012. Die Sätze werden für eine Beleihungen von 50% und 70 Prozent sowie für 70% und 90% gemittelt. Handelsblatt Online zeigt die Gewinner in den unterschiedlichen Kategorien.
In dieser Kategorie gewann die SKG Bank.
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 50 %: 3,21 %
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 70 %: 3,17 %
Mittelwert: 3,19%
Sieger: PSD Bank Nürnberg
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 50 %: 3,04 %
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 70 %: 2,96 %
Mittelwert: 3,00%
Sieger: Enderlein
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 50 %: 3,02 %
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 70 %: 3,09 %
Mittelwert: 3,01%
Sieger: SKG Bank.
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 70 %: 3,17 %
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 90 %: 3,33 %
Mittelwert: 3,25%
Sieger: Sparda-Bank Berlin
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 70 %: 3,15 %
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 90 %: 3,31 %
Mittelwert: 3,23%
Sieger: Creditweb.
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 70 %: 3,08 %
Durchschnittlicher Effektivzins 2012 bei einer Beleihung von 90 %: 3,30 %
Mittelwert: 3,19%
Die Stimmung ist heiter und entspannt, nicht nur wegen des reichen Preissegens. Noch nie waren die Bedingungen für Baufinanzierungskunden so gut wie jetzt. Die Zinsen sind auf einem historischen Tief, der Staat hat die Riester-Förderung auf Immobilien ausgedehnt, und Immobilien gelten als sicherer Anlage im Zinstief.
„Trotz steigender Kaufpreise hat die Erschwinglichkeit von Immobilien nicht gelitten“, sagt Thilo Wiegand, Vorstand von Hypoport, die mit Europace eine Plattform für die Vermittlung von Baufinanzierungen betreibt. Vor allem sinkende Zinsen und steigende Einkommen wirken gegen die Preis-Rally.
Baugeld mit einer Zinsbindung von zehn Jahren gibt es im Schnitt schon für einen Zins von 2,53 Prozent, Preisbrecher verlangen weniger als 2,3 Prozent. Paradiesische Zustände für Kunden, die noch eine Weile anhalten dürften.
„Alle Prognosen gehen davon aus, dass es nicht zu starken Zinssteigerungen in den nächsten ein bis zwei Jahren kommt“, sagt Eva Grunwald, Leiterin der Baufinanzierungen der Deutschen Bank. „Kurz- bis mittelfristig rechnen wir schlimmstenfalls mit moderat steigenden Sätzen, die Zinskurve bleibt flach.“
Kunden können sich bei der Wahl der Finanzierung Zeit lassen und in Ruhe nach den passenden Immobilien suchen. Auch bei Darlehen, die erst in einigen Jahren auslaufen besteht kein Handlungsbedarf. „Wer in den vergangenen vier bis sechs Jahren ein Forward-Darlehen abgeschlossen hat, traf nicht die beste Entscheidung“, sagt Peter Haueisen, Leiter Baufinanzierung der Allianz in Stuttgart.
Der Bundesrat hat zum Jahreswechsel 2012/2013 eine wichtige Änderung im letzten Absatz des Anhangs des § 6 Preisangabenverordnung beschlossen.
Bisher konnten Banken und Sparkassen den Effektivzins manipulieeren. Durch die Änderung werde mit der „legalen Effektivzinsmanipulationen in der Immobilienfinanzierung mit Prolongationen endlich aufgeräumt“, urteilt Professor Heinrich Bockolt aus Koblenz.
Herr Weber nimmt zum 31.12.2012 einen Kredit zu seiner Immobilienfinanzierung mit einer Laufzeit von 25 Jahren bei der GAMMA-Bank auf, da mit 65 Jahren der Kredit abbezahlt sein soll.
Nettodarlehensbetrag: 100.000 €
Auszahlungskurs: 100%
Gebundener Sollzins für 10 Jahre: 3,00%
Tilgungssatz bezogen auf 25 Jahren: 2,69%
Rate am Monatsende: 474,22 €
Zins- und Tilgungsverrechnung: sofort
Restschuld nach 10 Jahren: 68.667,18 €
effektiver Jahreszins: 3,04%
Prolongation alt (=bis 31.12.2012) mit Folgesollzinssatz von 2 Prozent. Die GAMMA-Bank behauptet, dass sie die Anschlussfinanzierung zu 1% über den derzeitigen Refinanzierungszins von 1% variabel darstellen kann.
angenommener Sollzins für die restlichen 25 Jahre: 2,00 %
179 Monatsraten: 441,88 €
1 Schlussrate: 441,73 €
Restschuld nach 25 Jahren: 0,00 €
gesamter effektiver Jahreszins über
25 Jahre bis 31.12.2012 erlaubt: 2,71 %
Gesamtbetrag der Zahlungen: 136.444,65 €
Der Effektivzinssatz konnte gesetzlich abgesichert bis zum 31.12.2012 so manipuliert werden, ohne dass sich „effektive“ Folgen für das Institut ergaben. Etliche Institute nutzten diese Schwäche im Gesetz.
Prolongation neu ab 1.1.2013 mit Folgezinssollzinssatz von 3,00 %
Nach der Anlage zu § 6 Preisangabenverordnung (PAngV) II letzter Satz j) muss nun der Sollzinssatz genannt werden, „der sich aus dem Wert des vereinbarten Indexes oder Referenzzinssatzes zum Zeitpunkt der Berechnung des effektiven Jahreszinses ergibt“. Im Beispiel ist also mindestens der Sollzinssatz von 3,00% oder mehr zu verwenden.
angenommener Sollzins für die restlichen 15 Jahre: 3,00 %
179 Monatsraten: 474,22 €
1 Schlussrate: 470,35 €
Restschuld nach 25 Jahren: 0,00 €
gesamter effektiver Jahreszins über
25 Jahre ab 1.1.2013: 3,04 %
Gesamtbetrag der Zahlungen: 142.262,13 €
Es sei sehr erfreulich, dass der Gesetzgeber sich selbst korrigiert habe, urteilt Professor Bockolt. Denn dieser hatte selbst erst zum 11.6.2010 diese Effektivzinsmanipulation ermöglicht.
Auch jetzt sollten Kunden nichts überstürzen, in der aktuellen Marktsituation macht eine Absicherung gegen einen Zinsanstieg eher keinen Sinn. „Solche Darlehen sind eine Wette der Privatkunden gegen ihre Bank“, sagt Haueisen. Und solche Wetten gehen nicht immer auf.
„Wichtiger als das Feilschen um ein paar Basispunkte ist aktuell die richtige Strategie bei der Baufinanzierung“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. Handelsblatt Online zeigt, wie Manager, Familien, Investoren, Steuersaparer und Börsen-Zocker das Zinstief nutzen.

...und anlegen kann man es für z. B. 3,4% für 5 Jahre...!

Mein Tipp: Jetzt mit einem Forward-Darlehen die heutigen Konditionen für die nächsten 15 bis 20 Jahre festmachen!

Peace Kumpel! Nicht jeder Fonds halbiert sich...
Einfach mal nach Kennzahlen suchen, z. B. Sharpe-Ratio (möglichst hoch) und Volatilität (möglichst niedrig).
Dann kommen Sie recht schnell z. B. zum Ethna-Global Defensiv, WKN A0LF5Y oder anderen Misch- und Rentenfonds. Klar geht das nicht ohne Risiko... aber dann macht es ja auch keinen Spaß!
Zu Max Herbst kann ich nur sagen, dass seine Plattform Transparenz schafft. Er liefert "Vergleiche aus Vergleichern" (nichts anderes machen BauFi-Makler wie z. B. Interhyp u. Konsorten).






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