Baufinanzierung: Wie Häuslebauer das Zinstief nutzen können

Baufinanzierung
Wie Häuslebauer das Zinstief nutzen können

Ein Vergleich zeigt, welche Anbieter konstant niedrige Zinsen bieten. Neben günstigen Sätzen brauchen Kunden die richtige Strategie. Ein Ratgeber für Familien, Manager, Investoren, Steuersparer und Börsenzocker.

DüsseldorfDer Ballsaal des Frankfurter Hotels Jumeirah ist gut gefüllt. Brauner Teppich, Holzvertäfelungen an der Wand, Kristallimitat an der Decke. Banker, Versicherer und Vermittler sitzen dicht gedrängt. Max Herbst, Zinspapst, Grand Seigneur der Baufi-Experten und Inhaber der FMH-Finanzberatung hat zur Preisverleihung geladen.

Insgesamt 19 Auszeichnungen gibt es für die Anbieter, die im vergangenen Jahr im Schnitt die günstigsten Zinsen geboten hat. Das günstigste Institut, die PSD Bank Nürnberg, verlangte im Schnitt bei einer Beleihung von 70 Prozent nur 2,96 Prozent.

Die Stimmung ist heiter und entspannt, nicht nur wegen des reichen Preissegens. Noch nie waren die Bedingungen für Baufinanzierungskunden so gut wie jetzt. Die Zinsen sind auf einem historischen Tief, der Staat hat die Riester-Förderung auf Immobilien ausgedehnt, und Immobilien gelten als sicherer Anlage im Zinstief.

„Trotz steigender Kaufpreise hat die Erschwinglichkeit von Immobilien nicht gelitten“, sagt Thilo Wiegand, Vorstand von Hypoport, die mit Europace eine Plattform für die Vermittlung von Baufinanzierungen betreibt. Vor allem sinkende Zinsen und steigende Einkommen wirken gegen die Preis-Rally.

Baugeld mit einer Zinsbindung von zehn Jahren gibt es im Schnitt schon für einen Zins von 2,53 Prozent, Preisbrecher verlangen weniger als 2,3 Prozent. Paradiesische Zustände für Kunden, die noch eine Weile anhalten dürften.

„Alle Prognosen gehen davon aus, dass es nicht zu starken Zinssteigerungen in den nächsten ein bis zwei Jahren kommt“, sagt Eva Grunwald, Leiterin der Baufinanzierungen der Deutschen Bank. „Kurz- bis mittelfristig rechnen wir schlimmstenfalls mit moderat steigenden Sätzen, die Zinskurve bleibt flach.“

Kunden können sich bei der Wahl der Finanzierung Zeit lassen und in Ruhe nach den passenden Immobilien suchen. Auch bei Darlehen, die erst in einigen Jahren auslaufen besteht kein Handlungsbedarf. „Wer in den vergangenen vier bis sechs Jahren ein Forward-Darlehen abgeschlossen hat, traf nicht die beste Entscheidung“, sagt Peter Haueisen, Leiter Baufinanzierung der Allianz in Stuttgart.

Auch jetzt sollten Kunden nichts überstürzen, in der aktuellen Marktsituation macht eine Absicherung gegen einen Zinsanstieg eher keinen Sinn. „Solche Darlehen sind eine Wette der Privatkunden gegen ihre Bank“, sagt Haueisen. Und solche Wetten gehen nicht immer auf.

„Wichtiger als das Feilschen um ein paar Basispunkte ist aktuell die richtige Strategie bei der Baufinanzierung“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. Handelsblatt Online zeigt, wie Manager, Familien, Investoren, Steuersaparer und Börsen-Zocker das Zinstief nutzen.

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