Berlin
Die Top-Lagen im Portrait

  • 1

Luxus-Townhouses im Zentrum der Stadt

Dabei ist Lux keineswegs das einzige Vorhaben im „Premiumsegment“, wie die Entwickler die Luxuswohnungen gerne nennen. Palais Theising, Yoo, Kronprinzengärten und Belles Etages sind weitere Projekte zwischen Brandenburger Tor und Gendarmenmarkt, die mit Spitzenpreisen von über 10000 Euro pro Quadratmeter eine anspruchsvolle Zielgruppe ansprechen. Insgesamt zählt das Marktforschungsinstitut Bulwien-Gesa in Berlin derzeit sieben Neubauprojekte, bei denen die Topwohnungen die Schallmauer von 10000 Euro pro Quadratmeter durchbrechen.

Peter Starke, Leiter der Berliner Aengevelt-Niederlassung, erkennt „erste Signale, dass die Banken der Ansicht sind, es würden zu viele Luxuswohnungen gebaut“. Dem widerspricht Markus Feldt vom auf teure Wohnungen spezialisierten Maklerbüro Berlin Capital Investments: „Die Bauträger sind kaum mehr in der Lage, die nachgefragten Produkte zu liefern.“ Gerade in den zentralen Lagen von Mitte sei die Nachfrage so groß, „dass bei den Preisen noch viel Luft nach oben ist“.

Gestiegen sind die Vermarktungschancen für gehobene Wohnungen im Stadtzentrum auch deshalb, weil wohlhabende Zuzügler mittlerweile „eher in Neubauten in der Innenstadt ziehen als in die traditionell guten Wohnlagen im Südwesten Berlins“, wie Makler Steffen Schnoor von Schnoor Immobilien feststellt. Auch Kollege Christian Gérôme von der Allgemeinen Immobilien-Börse beobachtet, dass die Nachfrage nach Villen im Preis von mehr als 1,5 Millionen Euro beispielsweise in Dahlem kontinuierlich abnimmt.

Dennoch gibt es weiterhin Familien, die im eigenen Haus wohnen möchten. Und weil die Preise für die Luxus-Townhouses in Berlin-Mitte für die allermeisten von ihnen zu hoch sind, suchen sie nach Alternativen – zum Beispiel in der Scharnhorststraße im Norden des Stadtteils Mitte, wo neben der im Bau befindlichen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes ein ganzes Reihenhausquartier entsteht, oder auf der immer noch einigermaßen zentral gelegenen Halbinsel Stralau.

Insider versuchen ihr Glück allerdings in einem Stadtteil, der selten Schlagzeilen macht: in Tempelhof. Dass dieser beim Immobilienscout-Häuser-Ranking auf Platz zwei steht, ist kein Zufall: Im sogenannten Fliegerviertel finden sich Townhouses aus einer Zeit, als noch kein Mensch diesen Begriff benutzte. In den 1920er-Jahren entstanden sie – und seit der nahe Flughafen Tempelhof geschlossen und in einen Park umgewandelt wurde, wohnt es sich in den Doppelhaushälften zwar nicht unbedingt luxuriös, aber noch angenehmer als zuvor.

Christian Hunziker
Christian Hunziker
Schulenburgring 2, 12101 Berlin, 030/49768424 / Freier Journalist

Kommentare zu " Berlin : Die Top-Lagen im Portrait"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ihre Berliner Karte ist doch total falsch; solche krasse Fehler bei der Darstellung des Immobilienmarktes der deutschen Hauptstadt ist schon für das Handelsblatt als grosse Wirtschaftszeitung zum wiederholten Mal eine Blamage. Proofreading wäre vielleicht verstärkt nötig.
    Eine treue alte Abonnentin

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%