Immobilien Die gefährlichsten Fallen für Häuslebauer

Schlüsselfertige Häuser sind in, haben aber ihre Tücken. Pfusch beim Bau und im Vertrag kann den zukünftigen Besitzer immense Summen kosten. Welche Fallen beim Neubau drohen - und wie Häuslebauer sie vermeiden.
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Das Geschäft mit Neubau-Eigenheimen wird noch immer von lokalen Bauträgern dominiert. Quelle: dpa

Das Geschäft mit Neubau-Eigenheimen wird noch immer von lokalen Bauträgern dominiert.

(Foto: dpa)

DortmundDie Zeiten haben sich gründlich geändert: Das eigene Haus lässt man heutzutage nur noch selten vom Architekten planen und den Handwerkern seines Vertrauens bauen. Gekauft wird zumeist "schlüsselfertig" vom Bauträger, wie es in der Sprache der Marketingstrategen heißt. Die zumeist regional tätigen Unternehmen kaufen große Baufelder, parzellieren diese in viele kleine Grundstücke und errichten darauf frei stehende Eigenheime, Doppel- oder Reihenhäuser oder auch das Mehrfamilienhaus mit vielen Eigentumswohnungen. Der Käufer aber, so die Theorie, muss sich um nichts kümmern: Er kann zum vereinbarten Termin mit dem Umzugswagen vor seinem neuen Domizil vorfahren und muss nur noch die Möbel an die richtige Stelle rücken.

Doch ganz so reibungslos und bequem verläuft der Hauskauf mit dem Bauträger nur selten, wissen Rechtsanwälte und Bauherrenberater. Das A und O sei deshalb ein wasserdichter Vertrag, in dem die Rechte und Pflichten beider Seiten schriftlich festgehalten sind. Ein solcher Bauträger-Vertrag wird von einem Notar beurkundet und besagt zweierlei: Erstens, dass der Kunde ein Grundstück kauft, auf dem zweitens der Bauträger das gewünschte Haus errichten wird.

So manches Risiko, trägt daher der Komplettanbieter: "Wenn zum Beispiel während der Erdarbeiten plötzlich festgestellt wird, dass der Untergrund nicht tragfähig genug ist und Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen, muss dafür der Bauträger aufkommen", sagt Thomas Münster vom Verband "Wohnen im Eigentum".

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5 Kommentare zu "Immobilien: Die gefährlichsten Fallen für Häuslebauer"

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  • Das wichtigste ist: Zeit nehmen und immer daran denken: "Wer BILLIG kauf, kauft zwei mal!"
    Den vertrag erst unterzeichnen wenn wirklich alles!!! geklärt ist bis hin zur letzten Steckdose etc. Änderungen und Nachträge gehen massiv ins Geld. dann einen Gutachter zur baubgleitenden Qualitätskontrolle einschalten und nicht am falschen Ende sparen.

    Den qm Haus gibt es nicht umsonst mal für unter 1000 Euro und mal für fast 2.000 Euro.

    Häuser des Bauträgers anschauen und mit alten Kunden sprechen. Man kann viele Sicherungen einbauen, nur sie kosten auch Geld, können aber eine finanzielle Katastrophe verhindern - besonders wichtig wenn das Budget begrenzt ist.

    Bei Eigenleistungen auch immer daran denken das Material muss gekauft werden, und immer die geplanten Dinge realistisch einschätzen.
    Der Profi ist eben meist auch schneller und kann nach der Arbeit im Garten liegen während der Bauherr seine Eigenleistungen meist ohne Ausbildung und Praxis NACH Feierabend mit entsprechendem Zeitdruck vollbringen muss.
    Darüber sind schon Ehen zerbrochen. Und wenn es Dicke kommt muss wegen Krankheit o.ä. doch noch ein Handwerker bestellt werden - dann wird es teuerer als geplant.

    Also am besten nur Dinge selber machen die einfach sind , spass machen und in einem angemessenem rahmen. Auch bei den Eigenleistungen heisst es "Zeit ist Geld" denn die Miete läuft weiter die Zinsen laufen schon.

  • Vor allen Dingen sollte man sich vom Auftragnehmer eine Vertragserfüllungsbürgschaft ausstellen lassen. Die kostet zwar Geld. Schützt aber davor, ein halbfertiges Haus übernehmen zu müssen, wenn der Unternehmer vor der Fertigstellung pleitegeht. Die dann erforderlichen Mehrkosten durch einen weiteren Unternehmer, der die Fertigstellung übernimmt, sind schon wegen der komplizierten Gewährleistungsabgrenzungen erheblich teurer als die Bürgschaft.

  • Alle diese Komplikationen kann man vermeiden in dem alle Bauunterlagen (Zeichnungen, Materiallisten, usw.) vom Bauherrn angefordert werden. Da Fertighäuser, liegt ja alles vor. Dann an Sachverständigen zur Überprüfung übergeben. Nur Kaufen wenn das vertraglich zugesichert wird mit einer Rücktrittklausel falls Kaufvertrag nicht mit den Bauunterlagen übereinstimmen.

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

  • Der Artikel ist gut.

    Sehr wichtig sind aus meiner Sicht:

    Leistungsumfang, die Abnahme und die Zahlungsfristen. Diese Punkte sollten im Vertrag genau definiert werden:

    Endzahlung erst bei vollständiger Mängelbeseitigung (und nicht "Bezug nur bei vollständiger Bezahlung"), Abnahme nur mit dem eigenen Gutachter, Teilabnahmen vor (!) größeren Abschlagszahlungen ....

    Übrigens: Der Erwerber zahlt den Notar. Also: „Wer Bezahlt schafft an“ und nimmt seinen Notar. Niemand muss den Notar des Bauträgers nehmen.

    Nicht darauf einlassen, "nach dem Vertrag erfolgt die Bemusterung...". Alles vorher definieren, danach sind "Extras" plötzlich "teuer, gefährden den Bau-Fortschritt, gefährden Rabatte von Sammelbestellung für Standard-Material...."

    Hat man gezahlt und ist das Objekt im Grundsatz abgenommen, hat man sicherlich noch Rechte.

    Diese gerichtlich durchzusetzen ist sehr schwierig, teuer und dauert oft viele Jahre.

    Der Bauherr muss in Vorleistung gehen.

    Bauträger wissen das und spielen auf Zeit. Viel Zeit, oft über 10 Jahre...... Zu viel Zeit, wenn die Insolvenz droht, Parallelgesellschaften eröffnet werden etc.





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