Immobilien-Investment
Versicherer spielen Monopoly

Das Zinstief setzt viele Versicherer unter Druck. Deshalb kaufen sie nun verstärkt Immobilien. Wo die Profis zuschlagen - und was private Hauskäufer von den Gesellschaften lernen können.
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DüsseldorfVon außen ähnelt das „Silesia City Center“ im polnischen Kattowitz einem riesigen Fußballstadion, dessen Fassade von einem überdimensionierten Jägerzaun zusammengehalten wird. Die großen, runden Außenfassaden liegen in einem Industriegebiet mit Blick auf den alten Zechenturm. Im Inneren haben sich hochwertige Modeketten, Fitnessstudios und Gastronomie angesiedelt – insgesamt 340 Läden mit einer Verkaufsfläche von rund 89.000 Quadratmetern.

Nicht nur bei polnischen Shoppingfreunden weckt das Areal Begehrlichkeiten. Ein Investorenkonsortium unter Führung der Allianz hat das Objekt kürzlich erworben. Der Kaufpreis soll bei mehr als 410 Millionen Euro gelegen haben, was laut dem ehemaligen Besitzer Immofinanz über dem vor sieben Jahren bezahlten Buchwert liegt.

Außenstehende mögen sich jetzt fragen, was wohl das Interesse von Europas größtem Versicherer für polnische Immobilien geweckt hat. Und wieso die Allianz gerade bei einem riesigen Shopping-Center in einer ansonsten eher trist anmutenden Bergbauregion zuschlägt. Eine Marktstudie der Unternehmensberatung Ernst & Young gibt jetzt Antworten.

Die Versicherer setzen aktuell verstärkt auf Immobilien, um im Zinstief die Garantien ihrer Kunden zu erfüllen. „Das Thema nimmt Fahrt auf“, sagt Dietmar Fischer, Partner bei Ernst & Young. „Neben den Verwaltern von vermögenden Familien sind die Versicherer die größten Treiber im Markt“.

Insgesamt besitzen die Versicherer direkte oder indirekte Immobilienbeteiligungen im Wert von 90 Milliarden Euro, das sind rund sieben Prozent des gesamten Anlagevolumens von rund 1,3 Billionen Euro. Jeder der befragten Versicherer ist im Schnitt mit 2,6 Milliarden Euro in Immobilien investiert, vor allen im deutschen Markt.

Da ist noch Luft nach oben. Laut Gesetzgeber dürfen Versicherer bis zu 25 Prozent ihres Anlagevermögens in Immobilien investieren. Aktuell liegt der Satz im Marktschnitt bei sieben Prozent. Da die Renditeerwartungen der Assekuranz bei neuen Immobilienprojekten mit deutlich mehr als fünf Prozent hoch ist, steigen viele Gesellschaften jetzt in den Markt ein.

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Kommentare zu " Immobilien-Investment: Versicherer spielen Monopoly"

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  • Na prima, dann baut sich ja bedingt durch den Rückzug aus den Staatsanleihen hinein in den Immobilienmarkt die nächste Superblase auf. Dass die Immobilien in den letzten 4 Jahren unverschämt teuer geworden sind, kann man auch hier in Norddeutschland gut feststellen. Mit marktkonformen Preisen bzw. Preisen, die der Bewertung eines vereidigten Gutachters stand halten können, hat das alles nichts mehr zu tun. Konkretes (abschreckendes) Beispiel: Im Rahmen einer Zwangsversteigerung beim AG Elmshorn steht eine ETW aus den Endsechzigern im Angebot. Verkehrswert lt. Gutachten EUR 32.000,00. Anruf bei der Gläubigerbank: Ja, wir leiten Ihr Anliegen weiter. Schreiben eines Immo-Maklers Tage später: Vielen Dank für Ihr Interesse, wir bieten Ihnen das Objekt für EUR 39.000,00 an. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

    Raffzähne, Geier, Wucherer !!! Mir fallen leider keine besseren Worte für diese Klientel (Makler - ohnehin mit schlechtem Image behaftet -> gierig, drängen auf schnellen Abschluss, schlechte Beratungsleistung, Inkompetenz auf breiter Linie - aber wollen ´nen fetten Porsche fahren).

    So etwas darf man nicht mitmachen. Deren Verhalten zerstört Märkte und lässt Gesetzmäßigkeiten (u.a. auch fallende Preise) nicht zu. Also, Finger weg von Maklern. Es gibt noch genügend Wohnraum via privat!

  • Profis spielen kein Monopoly. Und ob sich die Anlagen rentieren, weiß man später. Viele offene Immobilienfonds lagen daneben, und die IVG ebenso.

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