Immobilien
Investoren entdecken Studentenbuden

Immobilieninvestoren entdecken ihre Liebe zu Studenten. Die angehenden Akademiker haben mehr Geld, als viele glauben. Und wenn es eng wird, zahlt Papa.
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DüsseldorfStudenten - nichts in der Tasche, nichts auf dem Konto, die Möbel in der Bude von Ikea und vom Sperrmüll und obendrein ständig in Partylaune. Ausgerechnet diese Mietergruppe ist auf einmal so beliebt, dass Projektentwickler landauf, landab gezielt vollmöblierte Wohnungen für sie bauen. Investoren für die fertigen Apartmentblöcke zu finden, scheint auch kein Problem zu sein.

"Derzeit fehlt in nahezu allen Universitätsstädten Wohnraum für Studenten", liefert Matthias Pink, Analyst beim Immmobiliendienstleister Savills, die Erklärung. Wegfall der Wehrpflicht und in manchen Bundesländern zwei Jahrgänge, die gleichzeitig Abitur machen, verschärfen das Problem. Und es wird auch in den nächsten Jahren nicht kleiner werden. So schätzte die Kultusministerkonferenz kürzlich, dass bis 2020 jährlich mindestens 450 000 Menschen ein Studium beginnen werden, so dass die Gesamtzahl der Studenten jährlich um bis zu 85 000 steigt. "Auf Basis aktueller Zahlen und Prognosen ist davon auszugehen, dass die Zahl der Studenten wohl frühestens in zehn Jahren das heutige Niveau unterschreitet", erwartet Savills-Analyst Matthias Pink.

Das wissen auch Vermieter von kleinen Ein- und Zweizimmerwohnungen in Studentenstädten wie Freiburg. Da bringen zwei Zimmer mit 34 Quadratmetern in einem ehemaligen Sozialwohnungsbau aus den 1970er-Jahren 360 Euro Kaltmiete pro Monat. Ein gutes Geschäft für den Vermieter, der die Wohnung vor ein paar Jahren als Kapitalanlage gekauft hat. Studenten als Mieter nimmt er gern - wenn die Eltern den Mietvertrag mit unterschreiben. Denen bleibt in der Regel angesichts der Wohnraumnot gar nichts anderes übrig.

Wer in ein Ein-Zimmer-Apartment in eine der neuen Studentensiedlungen einziehen will, bekommt bessere Qualität, muss aber für weniger Raum häufig noch mehr zahlen und kann sich die Miete auch nicht mit einem Mitbewohner teilen. Für den ist bei Apartmentgrößen zwischen 17 und 24 Quadratmetern kein Platz. Die Monatsmieten für die Einzimmer-Apartments in solchen Häusern bewegen sich zwischen 380 und 550 Euro, haben die Immobilienmarktforscher von Bulwien-Gesa herausgefunden. Auch wenn diese Mieten alle Nebenkosten und die Internet-Flatrate umfassen, ist das zu viel für das Gros der Studenten, das von 600 bis 900 Euro im Monat leben muss. Doch das Deutsche Studentenwerk hat auch herausgefunden, dass 17 Prozent der Studenten, das sind aktuell etwa 400 000, über ein vierstelliges Monatsbudget verfügen.

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Nachfragerückgang trifft die alten Studentenwohnheime

Kommentare zu " Immobilien: Investoren entdecken Studentenbuden"

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  • Hauptsache es wird in den Städten gebaut (schaun sie sich China an, die ziehen ihnen einen Appartmentkomplex in weniger als einem Jahr hoch). Spätestens wenn in den nächsten 2 Jahren die Analyse kommt, dass die Studenten in Dt. wieder zu Hause eingezogen sind, wissen Sie dass die Blase bald platzen wird.

  • Ach hat man jetzt endlich auch die Studenten zum Abzocken entdeckt,ja?Mietpreise von 550,-€.Geht´s noch?Ein allein stehender Hartz4-Empfänger bekommt eine Miete von knapp 380,- Euro bezahlt,an solchen Zahlen sollte man sich orientieren,denn nicht alle Studenten sind Elitestudenten,die von Papa gesponsert werden bis sie endlich auch große Abzocker geworden sind.Diese Gesellschaft kotzt mich an.

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