Immobilien
So finanziert der Staat Ihr neues Zuhause

Die Immobilienpreise steigen. Wenn Häuslebauer und Eigentümer die Förderungen von Staat, Ländern und Kommunen mitnehmen, können sie schnell mehrere zehntausend Euro sparen. Wie der Fiskus Haus und Hof finanziert.
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Der Immobilienboom geht weiter. Verschiedene Marktdaten zeigen, dass das zumindest mittelfristig so bleiben könnte. Die Zahl an Baugenehmigungen steigt. Seit 2010 gibt es diesen positiven Trend - in den ersten neun Monaten erhöhte sich laut statistischem Bundesamt die Zahl um 6,2 Prozent auf 178.100. Auch die Angebotspreise steigen - innerhalb nur eines Jahres bei Wohnungen zwischen sieben und acht Prozent, meldete Deutschlands größtes Immobilienportal Immobilienscout24. Die Mieten stiegen im gleichen Zeitraum um rund drei Prozent.

Die steigenden Preise stellen für viele Bauherren kein Problem dar, weil die Zinsen sinken. Aktuell kostet Baugeld mit einer Zinsbindung von zehn Jahren laut FMH-Finanzberatung nur 2,55 Prozent. Das sind knapp 0,8 Prozentpunkte weniger als noch Anfang des Jahres. "Für die meisten Eigennutzer ist die monatliche Belastung für einen Kauf oder Bau entscheidend, daher ist die Nachfrage nach Immobilien derzeit ungebrochen hoch", sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender des Baugeldvermittlers Interhyp.

Auch der Bund, Länder und Kommunen heizen die Nachfrage nach Immobilien an. Mit zahllosen Zuschüssen, Förderungen und Steuervorteilen trommelt Vater Staat fürs Eigenheim. „Immobilienkäufer können mit entsprechender Förderung schnell einige zehntausend Euro sparen“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. Handelsblatt Online stellt die wirksamsten Förderungen vor. Wie Häuslebauer mit KfW-Darlehen, Wohnriester, kommunalen Zuschüssen, Denkmal- und Vermietungsobjekten günstig zur Immobilien kommen.

KFW: Günstige Kredite von Vater Staat

Häuslebauer, die meinen, staatliche Förderungen fielen wie Manna vom Himmel, haben sich getäuscht. „Da die Banken nicht dazu gezwungen sind, KfW-Kredite anzubieten, müssen Kunden extrem hartnäckig sein“, sagt Thoma Pfister von der Verbraucherzentrale NRW. In einer Stichprobe von hundert Bankkunden gab knapp jeder dritte Befragte an, dass es Schwierigkeiten bei der Vermittlung gab. Viele Banken boten nicht das gewünschte Programm an, Banker bevorzugten eigene teurere Darlehen oder lehnten zu niedrige Kreditsummen ab.

Welche Bank eine breite Auswahl an interessanten KfW-Darlehen anbietet, zeigt eine Untersuchung der FMH-Finanzberatung für Handelsblatt Online. Die FMH identifizierte 14 Institute, die sowohl die Programme „Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum“ (124), „Energieeffizient Bauen“ (153), „Energieeffizient Sanieren Einzelmaßnahmen“ (152), „Energieeffizient Sanieren - KfW-Effizienzhaus“ (151) wie auch „Altersgerecht Umbauen“ (159) und „Erneuerbare Energien - Standard – Photovoltaik“ (274) anbieten. „Diese Programme zählen aktuell zu den interessantesten Angeboten der KfW“, sagt FMH-Chef Herbst. „Eine breite Angebotspalette ist ein Qualitätskriterium für eine Bank“.

Kommentare zu " Immobilien: So finanziert der Staat Ihr neues Zuhause"

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  • Wohn Riester - super für den Vertrieb! Die staatliche Förderung erhöht die Bausparsummen (wo es die Provision für gibt) immens. Für Finanzierungen genutzt werden bis jetzt kaum Verträge. Ob die Verträge später überhaupt genutzt werden ist fraglich (komplizierte Gestaltung, nachgelagerte Versteuerung, Konditionen nicht mehr zeitgemäß usw.)...
    KFW Darlehen für energetische Sanierung (Einzelmaßnahmen Programm 152) gibt es zur Zeit für 1% Zinsen. Hört sich super an. Von Antrag bis kompletter Abwicklung kann es aber aufgrund der hohen Arbeitsbelastung schnell mal 2 Monate dauern. Zusätzlich muss man allerdings erhöhte Kosten für die Sanierung + Gutachterkosten berechnen. Wenn ich ein altes Objekt Sachgerecht mit hochwertigen Materialen (Fenstern/Heizung etx.) Saniere reicht das für die KfW nicht aus. Die Verpflichtung auf die hochwertigsten (von U-Wert her) Materialien, machen schnell eine Erhöhung der Kosten von 20% aus - das alles nur für 1-2% bessere Energie bzw. Dämmwerte. Da freut sich zwar die Sachverständigen Innung und die Materiallieferanten, aber der Vorteil für den Hausbesitzer wird so fast komplett aufgezehrt (im Gegensatz zu einer Bankfinanzierung).
    Die Zinsen von 2,55% (damals - ist ja ein älterer Artikel) gibt es übrigens wirklich. Je nach Beleihungsgrenze kommt noch ein Zinsaufschlag drauf. Hier aktuell z.B. 10 Jahre fest bis 90% des Kaufpreises (das wäre 20% Eigenkapital) 2,3%+0,55% Zinsaufschlag = 2,85%.

  • @Vicario!
    .
    Der Hellste,
    sind Sie definitiv nicht!
    .
    Schreiben Sie doch für die Schulzeitung ihrer Kinder...

  • "Begreifen und Intellekt..." Wahrnehmung und Einchätzung persönliche Vorteilswahrung und Vorteilsdenken sind selten in einer gleichen Welt von Realitäten anzutreffen und schon gar selten auf den gleichen Nenner zu reduzieren...
    .
    "Hätte" er doch den Antrag noch eine WOche (also 14 Tage) vorher eingereicht... alles zeitlich derart knapp abzustimmen ist immer und überall ein Problem. Dass ihm dann die Konditioen davonlaufen (wenn auch marginal) ist als Einzelschicksal zu werten, aber hier keinen Beitrag wert und schon gar nicht die Unterstellung der Zahlweise (Abbuchungszyklus) denn die Kfw bucht definitiv auch monatlich ab, so wie man dies eben beantragt Sie Schlaumeier!

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