Immobilien
Villen zu Schleuderpreisen

Immobilienkäufer bevorzugen zentrale Lagen. Die Folge: Villen auf dem Land gibt es zum Schnäppchenpreis. Wie sich Normalverdiener Luxusobjekte leisten können – und von Steuervorteilen und niedrigen Zinsen profitieren.
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So lässt sich angenehm leben. 800 Quadratmeter Wohnfläche, drei Whirlpools, Bar, ein Kaminzimmer und zwei Feuerstellen auf der Terrasse, zwei Garagen, Schwimmbad und eine Sauna für 12 Personen. Eigener Wald, 5000 Quadratmeter Wiese und der Fluss neben dem Haus laden zum Flanieren.

Auch die Bausubstanz ist bestens: Marmor- oder Parkettfussböden, neues Schieferdach und Ölheizung, Küchen im Neuwert von mehr als 100.000 Euro. Mehr als zwei Millionen Euro steckten die Vorbesitzer in das Objekt. Jetzt steht es für 600.000 Euro zum Verkauf.

Das Problem der Luxusvilla: Sie liegt nicht zentral, sondern gut 40 Kilometer von der nächsten Metropole Düsseldorf entfernt im Bergischern Land. „Immobilienkäufer bevorzugen aktuell zentrale Lagen und meiden sehr große Objekte“, sagt Michael Kiefer, Leiter Immobilienbewertung bei Immobilienscout24. Die Folge: Luxusvillen im Grünen kosten aktuell soviel wie Reihenhäuser in der Stadt.

Die Folge: Käufer mit kleinem Geldbeutel kommen so günstig ans Liebhaberobjekt wie nie zuvor. Für Handelsblatt Online ermittelte Immobilienscout 24 den Markt für Luxusobjekte. Aktuell stehen knapp 60 Objekte mit mehr als 500 Quadratmetern Wohnfläche in Deutschland zum Verkauf – zum Preis von deutlich weniger als 1000 Euro pro Quadratmeter. Egal ob großer Gutshof, repräsentative Fabrikantenvilla oder riesenhafte Bauten von Zahnärzten und Unternehmensberatern – für jeden Geschmack gibt es aktuell ein Schnäppchen.

Beim Kauf sollten Kunden nicht blauäugig zugreifen. Beim Kauf gilt strickte Kostendisziplin. Potenzielle Käufer schreckt nicht nur die Lage ab. Die Angst vor ausufernden Reparaturkosten ist meist berechtigt, ohne Gutachter sollten Kunden niemals zugreifen. Ebenso wichtig ist ein Energiekonzept. Bei schlechter Isolierung und alten Heizungen steigen die Kosten für Strom und Öl ins unermessliche. Da der Markt für potenzielle Käufer klein ist, sollten Käufer langfristig planen können und das Objekt mindestens fünfzehn bis zwanzig Jahre halten.

Kommentare zu " Immobilien: Villen zu Schleuderpreisen"

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  • Hallo, wo bleibt ihr Optimismus ? Nehmen Sie sich mal ein Beispiel an unserer vor Kompetenz und Euphemismus sprühenden Staatsratsvorsitzenden.........Und jetzt kommen Sie mir bitte nicht mit demographischen Wirklichkeiten oder Mißtrauen gegen unser kreditfinanziertes "Endloswachstum".........

  • Die Folge: Käufer mit kleinem Geldbeutel kommen so günstig ans Liebhaberobjekt wie nie zuvor

    Hui, wenn das Handelsblatt die Basis-Kosten ogigens Schuppens mir
    monaqtlich überweist.
    Dann her dam it.
    Zahle bar.

    Mit den Kosten am Hals will ich das aber nichtmal geschenckt haben.

  • Guten Tag,...Ach wissen Sie, es genuegt dass einige Mieter sauer werden,.... nicht zahlen und dass das Dach erneuert werden muss. Ich halte nicht viel von Rechnungen auf Pump. Wir wissen kaum was heute Abend sein wird, und Sie reden von 27 Jahren. Niemals wuerde Ich solche Graeber buddeln. Besten Dank.

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