Immobilien: Wenn das Traumhaus eine Bruchbude ist

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Wenn das Traumhaus eine Bruchbude ist

Baufirmen arbeiten immer schlampiger. Viele Baumängel sind erst nach Jahren zu erkennen und kosten zehntausende Euro. Welche Fallen Immobilienbesitzer vermeiden sollten - und wann der Hausbau zum Albtraum wird.
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DüsseldorfDas Grauen kam an Heiligabend. Kurz nach der Bescherung dröhnte es krachend laut aus dem Flur des Hauses im Oberbergischen. „Wir dachten zunächst an Einbrecher oder ein Auto, das in die Eingangstür gefahren sei“, sagte der Familienvater. Als die Festgesellschaft in den Flur kam, trauten sie ihren Augen nicht. Wie von Geisterhand hoben sich die Fliesen vom Boden ab und zerplatzten. Der gesamte Boden im Eingangsbereich des Einfamilienhauses war zerstört.

Der Grund für das geheimnisvolle Geschehen stellte sich erst heraus, als einige Wochen später der Neubau in Angriff genommen wurde. Der Fliesenleger hatte keine Dehnungsfugen eingebaut. Unter dem Druck von Schränken und Temperaturunterschieden wurde die Spannung zu groß. Die Fliesen hoben sich daher vom Boden ab.

Der Bau eines Hauses gilt als eines der letzten Abenteuer der modernen Welt. Wenn verschiedene Gewerke und Unternehmen ein Gebäude erstellen, kommt es fast immer zu Pannen. Bauherren müssen im Schnitt 24.200 Euro für die Beseitigung von Baumängeln ausgeben, ermittelte der Verband Privater Bauherren (VPB) bei einer Umfrage unter seinen mehr als 60 Regionalbüros.

Vor allem bei so genannten Schlüsselfertigbauten gebe es Probleme. Der Bauleiter steht bei solchen Projekten im Dienste des Bauunternehmers, nicht des Bauherrn. Laut VPB sei das Interesse, durch häufige Kontrollen den Bau zu verzögern, deshalb gering. Viele kleine Mängel würden deshalb nicht direkt entdeckt, sondern erst nach Ende der Gewährleistungsfrist.

Zu den häufigsten Mängeln gehöre etwa die Abdichtung des Gebäudes. Häufig fehlt ein Bodengutachten, was aber wichtig ist, um den Keller dicht zu halten. Außerdem wird oft eine fehlerhafte Außenschicht verwendet. Weitere Mängel kennt Bauingenieur Carsten Clobes, Leiter des VPB-Regionalbüros Kassel.

„Technisch korrekt wird die Bodenplatte mit einer Schweißbahn abgedeckt“, sagt der Bauingenieur. „Auf vielen Baustellen liegt die Schweißbahn monatelang offen.“ Handwerker laufen darüber und lassen Nägel und Schrauben fallen, die sich festtreten. „So entstehen Risse und Löcher, die werden aber oft nicht entdeckt, weil niemand mehr zum Schluss die Folie säubert und prüft.“

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40 Fallen für Immobilienbesitzer

Kommentare zu " Immobilien: Wenn das Traumhaus eine Bruchbude ist"

Alle Kommentare
  • Habe in 2012 nach langer Recherche ein schlüsselfertiges Haus in Holzständerbauweise gebaut. Energetisch prima und es wurde sehr sauber gearbeitet. Ich wohne in Bayern und hab mich für eine schwäbische Firma entschieden, die auch in München baut. Der Grundgedanke die Schwaben sind gut im 'Häuslebauen' und haben kritische, schwäbische Kunden, hat sich auch bei mir in München voll ausgezahlt. Falls jemand ein gutes handwerkliches Hausbau-Unternehmen sucht ich kann es nur empfehlen.
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Bauträgergesellschaften, schlüsselfertiges Bauen?
    N E I N D A N K E!!!!
    WIr haben so einen Alptraum erlebt, aber immerhin noch rechtzeitig, nachdem der "Bauträger" auch noch nach nicht genehmigten Plänen gebaut hat und der Bau danach baupolizeilich eingestellt wurde, sofort per Anwalt aus wichtigem Grund gekündigt. Trotzdem ist der "Bauträger"
    (unseriöse Firma, mit "Facharbeitern aus dem Osten"....) hinterher noch rotzfrech geworden und was ist passiert: die dt. Justiz hat ihm noch geholfen.......
    Weiterbau mit SERIÖSEM ARCHITEKT und FACH-HANDWERKSFIRMEN aus der unmittelbaren Umgebung - PERFEKT!

  • Zitat…hier im Osten wurde nach der Wende fast nur so "saniert" von Projektgesellschaften, die sich nach Verkauf der Objekte auflösten….

    Fast nur? Auf dieser Basis bekommen sie keine Bauträgerfinanzierung. Kaum zu glauben. Aus der Haftung kommen sie trotzdem nicht und die Projekt GmbH wäre Pleite. Und wie dann weiter ....?
    Außerdem finanziert keine Bank, ohne das man pers. in die Haftung genommen wird.

    Zitat…Teils stimmten schon die Teilungserklärungen nicht mehr mit den Grundbucheinträgen….

    Im Normalfall bekommen sie dann keine Baugenehmigung. Außerdem muss der Notar das absegnen und würde die Haftung übernehmen.

    Zitat….An wen will man dann Schadensansprüche stellen? Dazu kommt, dass die verantwortlichen Ingenieure oder Architekten ihre Verwandten als erste Hausverwalter einsetzten…..

    Was hat das damit zu tun? Treten auf und die Hausverwaltung verschweigt sie bewusst, liegt Vorsatz vor. Außerdem gibt es I.R. einmal im Jahr eine Mieterversammlung, wo die Eigentümer eingeladen sind.
    Zitat….Trotzdem kaufen Westbürger diese ohne jemals die Wohnungen gesehen zu haben…..

    Wenn sie den Bauträger und den Architekten nicht kennen und setzen nicht einmal ein Gutachter ein, dann darf Dummheit ruhig wehtun.

  • Leider nicht. Die Rechtssprechung setzt Vorsatz voraus.

  • Weiter so!

    Alles bewährte wurde weggeschmissen im Namen der "Liberalität" sprich Geldmaschine.
    Verantwortlichkeiten- und Meister ganzer Handwerksbereiche wegrationalisiert für den Markt den "Allwissenden". Marktöffnung für Diletanten und Schwachmaten! Besser Ausbeutung war gestern gut heute noch besser, morgen überall!!!
    Der "Facharbeiter" kommt aus dem Osten! Osten! Osten!
    Sein Chef noch östlicher!!!!

    Wir danken der FDP im Himmel so auf Erden!!!!!

  • Sarina: hier im Osten wurde nach der Wende fast nur so "saniert" von Projektgesellschaften, die sich nach Verkauf der Objekte auflösten. Teils stimmten schon die Teilungserklärungen nicht mehr mit den Grundbucheinträgen. An wen will man dann Schadensansprüche stellen? Dazu kommt, dass die verantwortlichen Ingenieure oder Architekten ihre Verwandten als erste Hausverwalter einsetzten. Dass ganz sicher die Hausverwaltung bei angezeigten Mängeln NICHT gegen die eigene Sippe prozessierte ist klar, so wurde verschleppt, zur Not standen die Wohnungen eine Weile leer oder bis heute. Trotzdem kaufen Westbürger diese ohne jemals die Wohnungen gesehen zu haben. Die Hauptsache die Miete läuft! Den letzten beißen die Hunde!

  • Bei sogenannten "versteckten Mängel" (die sich also über die übliche Gewährleistungszeit von zwei Jahren -VOB-, bzw. fünf Jahren -BGB- erstrecken) gilt eine dreißigjährige Gewährleistung. An dieser Stelle sollten Bauherren und Immobilienerwerber ansetzen, wenn sie auch noch nach Ablauf der regulären Gewährleistungszeit zu ihrem Recht kommen wollen.

  • Zitat....Einige Unternehmen hinterlassen Fugen ohne Mörtel oder verwenden statt Mörtel Bauschaum. Bei einer falschen Lage der Steine ist die Statik bedroht. Manche Installateure schlitzen nach Belieben Mauern auf und kleben sie mit Bauschaum wieder zu. Das gefährde aber die Stabilität der Wände.....

    Das geht ja schon unter Vorsatz durch und verlängert die Gewähleistung.
    Da haben sich wohl Bäcker als Maurer ausgegeben?^^

  • Wenn man beim erfahrenen Architekten spart, wird es in der Regel teuer.

    Schon erstaunlich, wie naiv viele Häuslebauer an ihr Objekt herangehen.

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