Immobilien Wie das eigene Haus zum Albtraum wird

Pfusch am Bau, Knebelverträge mit dem Bauträger und gierige Banker - Häuslebauern drohen zahlreiche Risiken. Welche Fallen Immobilienbesitzer vermeiden sollten - Und wann der Hausbau zum Albtraum wird.
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Warnschild: Bauherren und Immobilienbesitzer drohen zahlreiche Fallen. Quelle: dpa

Warnschild: Bauherren und Immobilienbesitzer drohen zahlreiche Fallen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWer schon mal ein Haus gebaut hat, weiß warum die Erstellung der eigenen vier Wände als eines der letzten Abenteuer in der westlichen Welt gilt.

Schon bevor der erste Mörtel angerührt ist, müssen Bauherren einiges erdulden. „Schon beim Abschluss einer Baufinanzierung geht es häufig zu wie auf einem Basar“, sagt Max Herbst, Inhaber der Finanzberatung FMH.

Banker können im letzten Moment von dem vermeintlich sicheren Vertrag zurücktreten oder die Zinsen erhöhen. Provisionsjäger verkaufen sinnlose Bausparverträge, welche die Finanzierung unnötig verteuern.

Richtig spannend wird es aber beim Objekt. Bausachverständige wissen: Es gibt praktisch keinen Bau, der völlig reibungslos verläuft.

Einige Fälle erstaunen aber selbst alt gediente Profis. „Bei einem Bau in Leipzig hatte das Unternehmen Gasbetonplatten aus dem Industriehallenbau verwendet“, sagt Rüdiger Matties, Leiter des Regionalbüros des Verbandes privater Bauherren. Die Wände waren deshalb kaum gedämmt, die Heizkosten immens. Zu allem Überfluss war auch der ausgebaute Dachstuhl undicht, Spatzen tummelten sich im Kinderzimmer. Nach einigen Monaten kam es zu Schimmelbildung im Keller. „Die Kosten für die Behebung der Fehler lag im deutlich fünfstelligem Bereich“, berichtet Matties.

Das Problem: Die wenigsten Bauherren haben Erfahrung mit dem Bau eines Hauses. Ohne externe Baubegleitung sind sie auf die Seriosität des Bauträgers angewiesen. „Beim Bau geht es vielfach um den Preis“, sagt Matties. Einige Bauunternehmen können bei den niedrigen Kosten nur mir schlechter Qualität abliefern.

Ein Hauptproblem ist die Abdichtung des Kellers. Fehler, etwa bei der Einleitung von Rohren, werden erst nach Jahren sichtbar, wenn das Wasser durch die Wände dringt. Dann drohen Kosten von mehreren tausend Euro: Ein Bagger muss die Wand freilegen, die dann neu abgedichtet werden muss. Solche Reparaturen sind alternativlos, da andernfalls Schimmel droht.

Gespart wir leider immer häufiger an der Bauleitung. „Viele Unternehmen sparen an der Aufsicht, die Leiter eilen von Baustelle zu Baustelle und haben nicht genug Zeit für eine seriöse Organisation“, erklärt Matties. Der Bau eines Hauses ist hoch komplex. Verschiedenste Gewerke arbeiten zusammen und müssen koordiniert werden.

Wie sich Fehler vermeiden lassen
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7 Kommentare zu "Immobilien: Wie das eigene Haus zum Albtraum wird"

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  • Der Bauherr hat die Verantwortung sich gute Fachleute für seinen Hausbau zu holen. Insoweit stimme ich dem Artikel voll zu.
    Das fängt an mit dem Bodengutachter. Wenn es ein - in der Regel unterkapitalisierter - Bauträger sein soll, braucht er auch eine geprüfte Leistungsbeschreibung. Weiter kann der Bauherr Statik und Brandschutz durch amtlich bestellte Prüfsachverständige prüfen lassen. Letztere nehmen Architekten und Statiker ernst, und sie kostet für ein Einfamilienhaus ca. 2000 €. Bauabnahmen sollten immer neutrale Sachverständige durchführen. Bei meinem Haus wird etwa die LGA Bayern die Ausführung der Konstruktionen für die Statik auch auf der Baustelle in Stichproben prüfen.
    Der Bauherr kommt auch nicht umher die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen für die verwendeten Materialien zu lesen. Viele Architekten und Statiker machen dies in der Regel nicht. Und ich habe mittlerweile eine Planung und eine Statik von einem Schalenstein Bausatzhaus einer - wie sich mittlerweile herausstellte - Klitsche ohne Zulassung. Bonitätseinstufungen von Auskunfteien für die Beurteilung der potentiellen Lieferanten bringen nach meiner Erfahrung nichts. Besser man schaut sich die Bilanzen an unter: https://www.ebundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet
    an.
    Seriöse Baustoffproduzenten verfügen über gute Fachleute, geben in der Regel qualifizierte Auskünfte und haben Zulassungen, technischen Daten und Ausführungsdetails auf ihren Homepages. Gleiches gilt für das DIBt und die Fachverbände. Auch gute Baustoffhändler haben Erfahrungen mit Materialien und Handwerker.
    Nach meiner Erfahrung nützt ein gutes Vorverständnis des Bauherrn mehr als vermeintlich gute Ratschläge von Bekannten.Letztere nehmen sich in der Regel nicht die Zeit, die Planung durchzusehen. Aber auch voreilige Ratschlägen von Handwerkern nützen in der Regel nicht und basieren häufig auf eigenem Interesse und mangelndem Querschnittswissen.

  • Laut Duden ist beides richtig

  • Den Artikel finde ich klasse.
    Gibt es eine Möglichkeit, diesen Artikel (per E-Mail)
    zu erhalten?
    E-Mail:norbert.stingl@gmx.de

  • doch, ALPTRAUM ist richtig!

  • Wohnflächenberechnung: zum Vertragsbestandteil machen !
    Versorgungsleitungen: Auf sorgfältige Planung und Einhaltung der Schächte achten. Das erste Gewerk nimmt was es an Platz braucht und weitere Gewerke haben kaum Platz
    Prospektangaben: Zum Vertragsbestandteil machen. Wenn es beschönigende Angaben sind muss hier der Verkäufer zumindest "die Hosen runterlassen".
    Planungsunterlagen: Wichtig sind die Detailzeichnungen.
    Die sind immer dann gefragt, wenn es Materialübergänge gibt. Eine Mauer bekommt ein Mauerer auch so gerade hoch, aber wenn der Übergang zum Dach gefragt ist ist es hilfreich wenn ein Detail vorliegt. Viele Architekten tun das nicht, denn da müssen sie sich wirklich mit dem Gebäude beschäftigen.
    Aushub: Dieser teilt sich oft in verschiedene Qualitäten. Humus und Kies sind durchaus begehrt und werden auch schon mal auf Kosten des Bauherrn weggeschafft. Hier wird dann doppelt verdient, er verkauft die begehrte Ware, deklariert sie zu Rotlage die niemand gebrauchen kann und später muss es dann teuer wieder eingekauft werden. Also Qualität und Menge des Aushubs von der Bauleitung prüfen lassen.
    Bauleitung: Auch wenn es Geld kostet, engagieren sie eine eigene Bauleitung. Weder der Architekt noch die Baufirma werden die zu ihren Gunsten durchführen.
    Ein wesentlicher Punkt fehlt noch:
    Der Architekt: Denken Sie immer daran, der Architekt verdient prozentual an der Bausumme (HOAI). Er hat also nicht unbedingt einen Grund zum Sparen. Lassen sie sich Angebote zeigen, legen sie gleich im Vertrag
    fest wieviele Angebote zu Gewerken vorliegen müssen. Architekten sind in der Regel gut vernetzt mit Baufirmen, Statikern, Projektanten etc die sie versuchen
    alle mit ins Boot zu holen. Für ein Einfamilienhaus ein Witz.
    Machen Sie sich klar: Sie bauen normalerweise nur einmal im Leben und sind als Kunde für den Architekten eigentlich kaum etwas wert. Viel mehr wert ist seine Vernetzung denn da werden Aufträge hin und her geschoben.

  • Albtraum und nicht "Alptraum"!

  • Habe in meinem Leben zwei Häuser gebaut. Das erst mit einem Architekten. Das war die absolute Katastrophe. Nach dem Einzug kam die Sanierung: Dach, Außenputz, Fenster, Wintergarten usw. Das zweite war ein Fertighaus. Nach 6 Wochen Einzug. Alles aus einer Hand. Super keine Beanstandungen. Nach 7 Jahren hat die Fensterfirma sogar kostenlos die Versiegelung nachgearbeitet. Kann jedem nur ein Fertighaus für eine gesundes Preis/Leistungsverhältnis empfehlen.

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