Immobilien
Wo der Kauf noch lohnt

Die Pläne der Großen Koalition verunsichern Investoren. Profianleger reagieren und schlagen in Mittelzentren zu. Eine Analyse von 81 Städten zeigt, welche Standorte für Käufer lukrativ sind.
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Kaum ist der erste Ärger verpufft, wird in der Immobilienbranche wieder nüchtern gerechnet. Nachdem bekannt wurde, dass die Verbände die Mietpreisbremse im neuen Koalitionsvertrag nicht verhindern konnten, durchdenken Investoren ihre Anlagestrategie neu.

Zwar bleibe der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland „im internationalen Vergleich unterbewertet und weitestgehend erschwinglich“, erklärt Manfred Binsfeld, Leiter Immobilienmarkt-Research bei Feri Eurorating. Die Kaufpreise stabilisieren sich aber und auch die Mieten steigen nicht mehr so stark wie im Vorjahr. In begehrten Stadtteilen in den Metropolen drohen aber bereits „Überhitzungstendenzen“.

Durch die geplanten Regulierungen werden jetzt sogenannte B-Städte wie Regensburg, Trier oder Bonn attraktiver. Laut Koalitionsvertrag sollen die Bundesländer die Möglichkeit erhalten, zunächst für fünf Jahre Gebiete mit Wohnungsmangel auszuweisen - das sind vor allem besonders begehrte Stadtviertel in den Metropolen.

Dort darf ein Eigentümer bei einer Wiedervermietung maximal einen Mietpreis verlangen, der zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Die Zehn-Prozent-Grenze gilt nicht für Erstvermietungen in Neubauten und nicht nach einer umfassenden Modernisierung.

Schon bislang waren B-Städte im Visier der Investoren, auch wegen der Knappheit des Angebotes in den Metropolen. Jetzt spricht außerdem die höhere Chance auf eine ausbleibende Regulierung zusätzlich für diese Standorte. Laut Feri-Studie locken in den B-Städten höhere Mietrenditen und eine stabilere Mietpreisentwicklung - trotz möglicher Risiken wie etwa geringere Liquidität, Transparenz und Marktspannung.

Kommentare zu " Immobilien: Wo der Kauf noch lohnt"

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  • Ulm an der Donau ist zum Beispiel eine hervorragende B-Stadt.

    Oberzentrum, ca. 120.000 Einwohner, Wirtschaft und Bevölkerung wachsen, die Nachfrage nach Wohnungen in zentraler Lage steigt und mit der Nachfrage auch die Preise.

    Leider schwätzt man hier halt Schwäbisch und versteht das Kauderwelsch von MaxPreisGleichUnterversorgung nicht. Deshalb wird MaxPreisGleichUnterversorgung HIER auch nicht zum Zuge kommen. Passt;-)

    [...]
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Soweit sicher korrekt. Allerdings zeigt die Erfahrung auch dass: Blue Chips/1a Lagen in einer Krise als Source of Funds dienen und danach oft besser durch diese Krisen kommen da sich die 1B Lagen/SmallCaps dann nicht wirklich abkoppeln koennen sondern eher noch billiger werden.
    Die Faktoren fuer den Preis von Wohnimmobilien sind Supply, Demand und jaehrlicher Ertrag.
    In Ballungsgebieten ist der Supply gedeckelt und wird durch diese Mietpreisbremse wohl noch weiter verknappt.
    Wenn wie jetzt aber dort der Ertrag gedeckelt wird muss irgendwann auch der Preis fallen- oder das Objekt verkommt zum reinen Spekulationsspielball, a la Gold oder Oldtimer, das haengt dann von der weiteren Nachfrage/Desirability ab und ist ein grosser Unterschied zu Staedten in Laendern wo der Ertrag/die Mieten unreguliert sind, z.B. London/UK.
    Auf dem Land/B Staedten trifft bisher ein stetig steigendes Angebot auf eine gleichbleibende oder gar sinkende Nachfrage- solange hier nicht verknappt wird- sprich die Kommunen endlich weniger/keine Neubausiedlungen mehr genehmigen- oder die Nachfrage steigt (Stadtflucht, Immigration, Geburtenanstieg) werden sowohl Ertrag als auch Preise dort unter Druck bleiben und die Objekte in der naechsten Krise wohl keinen Zuflucht bieten koennen,s.o.. Buyers beware!

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