Interview Marc Stilke

„Die Lage ist der neue Luxus“

Der Chef des Internetportals Immobilienscout 24 weiß wie kein anderer, wie Deutsche am liebsten wohnen. Im Interview erklärt er, warum teuer kein Tabu ist, wo die Preise stagnieren und wie das Internet alles verändert.
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Die Frankfurter Skyline ist ein Hingucker. Wer allerdings in exklusiver Lage entlang des Mainufers wohnen will, zahlt drauf.

Die Frankfurter Skyline ist ein Hingucker. Wer allerdings in exklusiver Lage entlang des Mainufers wohnen will, zahlt drauf.

Herr Stilke, kaum jemand dürfte den deutschen Immobilienmarkt so genau kennen wie Sie. Helfen  Sie uns: Wie gelange ich an eine Wohnung im Zentrum von München mit hundert Quadratmeter Wohnfläche für eine Kaltmiete von 600 Euro?

So eine Wohnung dürfte kaum zu finden sein. Im Zentrum von München zahlen Mieter deutlich mehr als sechs Euro pro Quadratmeter, in der Regel dürfte ein zweistelliger Eurobetrag pro Quadratmeter fällig werden.

Da auch die Nebenkosten immer weiter steigen, sind solche Mieten für viele Menschen nicht mehr bezahlbar. Sie werden in das Umland der Städte gedrängt. Sehen Sie politischen Handlungsbedarf?

Nein. Wer die Mieten langfristig konstant halten möchte, sollte keine Preisdeckelung oder ähnliches vornehmen, sondern dafür sorgen, dass sich das Angebot erhöht. Nur wenn die Neubauquote in den Metropolen steigt, lässt sich der ständige Zuzug von Menschen auf dem Wohnungsmarkt preislich abfedern. Ich kenne aber Investoren, die sechs bis acht Jahre auf eine Baugenehmigung warten müssen. Nur wenn sich die Bedingungen für Investitionen auf dem Immobilienmarkt verbessern, werden wir auch bei den Mieten positive Wirkungen sehen.

Wann ist auf dem Mietmarkt in den Metropolen das Maximum erreicht?

Wir werten regelmäßig unsere Datenbestände von Angebotsmieten aus und beobachten aktuell eine interessante Entwicklung. Die Mieten für neue Objekte in den besonders begehrten Großstädten wie München, Hamburg oder Köln stagnieren erstmals seit Jahren oder sinken sogar ein wenig. Eine Ausnahme bildet Berlin, da besteht noch Nachholbedarf.

Marc Stilke ist Vorstand bei Deutschlands größtem Immobilienportal Immoscout 24.

Marc Stilke ist Vorstand bei Deutschlands größtem Immobilienportal Immoscout 24.

Woran liegt das?

Anscheinend ist in vielen Lagen die preisliche Schmerzgrenze der Mieter bereits erreicht. Mittlerweile geht ja auch ein beachtlicher Teil des Einkommens für die Miete und Nebenkosten drauf. 

Ist ein Ende des deutschen Immobilienbooms in Sicht?

Nun ja, es geht weiter, aber etwas langsamer. An den treibenden Kräften hat sich nichts geändert. Eine Zinswende ist erst einmal nicht in Sicht, Baugeld bleibt günstig. Die Angst vor Inflation bleibt ebenso ein Thema wie die Immobilien als Altersvorsorge. Privatrenten bringen kaum noch Rendite, warum also nicht das Eigenheim günstig finanzieren, so Werte schaffen und sich gegen steigende Mieten absichern?

Wo müssen sich Mieter zur Decke strecken?

In den Metropolen wie Berlin, Frankfurt, München, Stuttgart, Hamburg geben die Mieter mittlerweile zwischen einem Viertel und einem Fünftel ihres Einkommens für die Kaltmiete aus – die Nebenkosten wie Energie, Abfallentsorgung und ähnliches nicht eingerechnet. Das sind übrigens Werte, wie sie in anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder Großbritannien auch üblich sind. 

„Die Deutschen sind bei Immobilien realistisch“
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13 Kommentare zu "Interview Marc Stilke: „Die Lage ist der neue Luxus“"

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  • Selten habe ich soviel Schwachsinn in einem Interview gelesen. Der Gute Mann hat von den Märkten über die er spricht keine Ahnung. Aber Immobilienscout legt auch Wunschpreise als Tatsachen zu Grunde.

  • @ Realist

    Sie sollten nicht immer von sich auf andere schließen!

  • "Nur wenn die Neubauquote in den Metropolen steigt, lässt sich der ständige Zuzug von Menschen auf dem Wohnungsmarkt preislich abfedern"

    Bullshit! Wer will schon in einer Großstadt wohnen wenn es nicht aus beruflichen Gründen notwendig ist?

    Der Zuzug hält sich jedenfalls in Grenzen!
    Der einzige Grund warum die Mieten explodieren ist die Immobilienblase, die sich dank Niedrigzinsen in den Grossstädten manifestiert!

  • Ich hatte per Zeitung einen Nachmieter gesucht (Rhein-Main-Gebiet). Die Zeitung ist einfach billiger und die Anzeige aufzugeben ist einfacher und schneller.
    Ganz früh morgens rief dann gleich ein Makler an und wollte sich wenigstens die Wohnung ansehen und er hätte viele Interessenten. Meine Frau hat den dann reingelassen und der Depp hat dann ohne Autorisierung Fotos gemacht und eine Anzeige (mit nur halb richtigen Angaben) auf Immobilienscout24 eingestellt.
    Er rief dann bei mir an und meinte er hätte einen Haufen Interessenten. Ich bin aber dann nie wieder ans Telefon gegangen.
    Aus dieser Erfahrung schätze ich aber, dass die Reichweite im Internet mittlerweile doch höher ist, als in der Zeitung. Aber ich bin die Wohnung auch so losgeworden und ohne Makler. Im Ballungsraum kein Problem. Allerdings hatte mir zwischendurch eine Mieterin abgesagt, die die Wohnung unbedingt wollte.
    Von daher schon eine ziemlich blöde Sache, einen Nachmieter zu suchen.
    Es nerven einen auch unendlich viele Makler, die ein Geschäft machen wollen. Meiner Meinung nach hat sich gar nicht soviel am Markt verändert, außer dass die Vermieter aggressiv versuchen die Mieten bei Neuvermietungen hochzuziehen und dass es sehr viele hysterische Makler gibt. Gleichzeitig steigen die Baugenehmigungen stark an. Das wird die Preise bei unserer Bevölkerungsstruktur bald drücken.

  • Absolut korrekt. Im Netzt gibt es immer nur eine begrenzte Auswahl, die Zeitung ist weiter Trumpf. Und hier insbesondere die Stadtteilzeitungen oder Regionalzeitungen. Hier werden sowohl von Privat als auch von Makler eine ungleich größere und interessantere Anzahl von Objekten angeboten. Die Internetportale habe lediglich eine Funktion als Richtungsweiser, damit ungefähr klar ist was wo und wieviel bezahlt werden muss. Ein Hoch auf die altmodische Zeitung.

  • Dummgeschwätz. Schon immer war die Lage entscheidend und bleibt es auch. Schalksmühle will halt kaum keiner, Bochum noch weniger und in Duisburg leben noch die Türken. Die Preise für Häuser, Wohnungen Mieten fallen aktuell, weil alle Deutschen - wie dumme Schafe - in Betongold gegangen sind.
    Da brauchts kein Interview für.

  • ..und Deutsche Wohnen AG (GSW), Deutsche Annington etc. mit ihren über 200.000 Wohneinheiten sind schön in der Hand von Goldmann Sachs, amerikanische 1% Milliardaerselite und Co.

    Schön Preise erhöhen und die dummen Mieter auspressen. Dazu noch Großaktionär bei RWE, EON und quasi dieselbe Masche noch mal abziehen.

    Solange wir in einer Überbevölkerung leben, wird das die bittere Realität bleiben.

    Ein Toast auf Familie Quandt und dass die Lobbysten immer Gewinner bleiben werden

  • Ich habe versucht übers Internet, auch Immoscout, eine Eigentumswohnung im Großraum (bis 100 km) von München zu finden. Nur Makler inserierten und die Wohnungen im Angebot gabs gar nicht. Wenn es aber dann doch mal die Wohnung gab, war die Schrott. Auf allen Immobilienportalen sind die gleichen Wohnungen im Angebot, eben die Wohnungen, die es gar nicht gibt oder die eh keiner kauft.
    Wurde durch die Zeitung fündig. Die Bauträger inserieren weiterhin in der Zeitung. Für mich sind Immobilienportale ein klares Zeichen dafür, daß im Internet überwiegend Schrott angeboten wird.

  • ich hab über 3 monate in berlin city west ku`damm ne wohnung [...] bis 5 riesen 200 meterquadrat ganz oben mit terasse gesucht und festgestellt,daß die überzogenen preisforderungen 12 - 20 metermiete kalt für die statistik zweckentfremdet werden.viele der teuren wohnungen sind nach nem dreiviertel jahr noch im angebot und gehn nicht weg oder werden viel billiger im termin angeboten
    genommen hab ich die gewünschte bude ,weil preiszugeständnisse gemacht wurden

    [.../Internetanbieter, d. Red.] manipuliert und schürt überzogene mietpreisforderungen ,um kundschaft anzulocken,hauptsächlich makler ,so daß einzelne objekte auch fünffach angeboten wurden und werden

    ebenso wurde meine erwählte wohnung ,wie andere wohnungen noch 2 monate nach vermietung als lockvogelangebot veröffentlicht
    auch werde ich mindestens einmal pro woche mit unerwünschten mails belästigt

  • NIK: Nettogehalt 1.600? Wo lebst Du denn? Du wirst abgespeist mit 1.000 oder 1.300 bis 1.500, wenn es gut geht mit 1.650 Euro. Nur Banker / Versicherungen / Fondsgesellschaften also Finanzdienstleister kommen über 1.700 Netto bis 3.000 Netto hin.

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