Kaufen und Mieten: Düsseldorf - die Stadt des Luxus

Kaufen und Mieten
Düsseldorf - die Stadt des Luxus

Die Rheinmetropole lockt mit hoher Lebensqualität. Das müssen Käufer und Mieter in einigen Stadtvierteln teuer bezahlen. Obwohl wieder mehr gebaut wird, erwarten die Experten weiter steigende Preise.
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DüsseldorfDie Rheinpromenade mit dem historischen Schlossturm auf der einen Seite, die gepflegten Altbaufassaden in Oberkassel und Niederkassel auf der anderen, dazu weitläufige Wiesen: Am Fluss ist das Leben am schönsten – und am teuersten. „Die Viertel in unmittelbarer Rheinnähe zählen zu den beliebtesten der Stadt, nicht nur im Linksrheinischen“, sagt Marc Müller-Kurzwelly, Leiter Wohn- und Geschäftshäuser bei Engel & Völkers in Düsseldorf. Kein Wunder, dass es gerade Neu-Bürger in diese Quartiere zieht.

Und von diesen Menschen gibt es viele. Die Wirtschaft der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt boomt, die Beschäftigungsaussichten sind gut. Jahr für Jahr wächst die Bevölkerung. Laut Prognosen soll die Einwohnerzahl von derzeit gut 589000 auf mehr als 600000 im Jahr 2020 steigen. Hinzu kommen die 195000 Berufspendler, die jeden Tag in die Rheinmetropole fahren.

„Viele von ihnen würden lieber in die Nähe ihrer Arbeitsstelle ziehen, finden aber keine passenden Wohnungen oder Häuser“, sagt Jörg Schnorrenberger, Vorstand des Ring Deutscher Makler (RDM) in Düsseldorf. „Es gibt aktuell nicht genügend Wohnraum, und es wird zu wenig gebaut.“ Statt 1200 Wohnungen, die den Jahresbedarf decken würden, wurden im ersten Halbjahr 2011 gerade 269 Wohnungen genehmigt, so der Makler. „Es fehlen etwa 10000 Wohneinheiten.“

Dabei wird in der Stadt an allen Ecken und Enden gebaut – nicht nur an der Prachtmeile Königsallee, wo derzeit der Kö-Bogen mit einem Gebäude-Ensemble des Stararchitekten Daniel Libeskind entsteht: Auf dem Gelände des Alten Güterbahnhofs in Derendorf wächst das neue „Les Quartier Central“. In der Düsseldorfer Altstadt nimmt mit dem Andreasquartier ein hochwertiger Wohn- und Geschäftsbereich Gestalt an.

In Oberkassel schließt der Belsenpark eine städtebauliche Lücke auf einem weiteren ehemaligen Güterbahnhof. Das Wildparkcarrée in Gerresheim ist mit mehr als 350 Wohneinheiten eines der größten Entwicklungsprojekte für Wohnungen in Nordrhein-Westfalen. Im Nordcarrée in Pempelfort entstehen 59 Stadtwohnungen. Und das sind längst nicht alle größeren Projekte, die aktuell umgesetzt werden oder geplant sind.

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  • tja, ich habe 13 Jahre in Düsseldorf gearbeitet, wohne seit einem Jahr in München. Hier sind die Mietpreise unvorstellbar, ich träume von einem Mietpreis von 12 EUR / QM...
    Neben dem Einkaufszentrum Pasing Arcaden bauen die Eigentumswohnungen zu 5000 EUR / qm, dabei ist die Lage nichts Besonderes (Bahn und laute Strassen in der Nähe). Verückt, nicht?

  • Als langjähriger Bürger der Stadt Düsseldorf und als Mieter einer schönen Wohnung im ebenso beliebten wie zentralen Ortsteil Düsseltal (Zooviertel) kann ich heute sagen: Mir reicht es! Düsseldorf ist schon seit Jahren nicht mehr die Stadt, die ich als meine Heimatstadt bezeichnen würde. Die Stadt hat für mich zusehends an Lebensqualität eingebüßt. Die Innenstadt ist dem Verkehrsaufkommen der letzten 10 Jahre nicht gewachsen und die Bauarbeiten finden kein Ende. Was gut für die Wirtschaft ist, muss nicht gut für Bürger sein, denen ihre Lebensqualität wichtiger ist, als eine stetig wachsende Infrastruktur.

    In Düsseldorf ist alles aus dem Lot geraten. Wachstum kann – auch in der Stadtplanung – keine Lösung für das Wohl der Bürger sein. Während auf der einen Seite neu errichtete Firmengebäude ihre Schatten auf die Stadt werfen, existiert gleichzeitig ein hoher Leerstand von Gewerbeflächen sowie leer stehende Gebäude, für die keine Unternehmen mehr bereit sind, die irrwitzig hohe Pacht zu zahlen. Dennoch wird weiter gebaut und die Illusion aufrechterhalten, Düsseldorf würde „boomen“. Dabei reicht ein offenkundiger Blick in die Innenstadt, um feststellen zu können, dass viele Geschäfte von damals gar nicht mehr existieren bzw. den Standort längst verlassen haben.

    Auch ich werde Düsseldorf demnächst verlassen und mich dort niederlassen, wo ich für die gleichen Kosten mehr als doppelt so viel Wohnraum und mehr Ruhe erhalte. An einem Ort, an dem die Infrastruktur und das bürgerliche Wohlgefühl in der Balance sind. Mitten in der Natur, die für meine Lebensqualität wichtiger geworden ist, als ein Spaziergang über die Kö oder Rheinuferpromenade.

    Der Name des neuen Ortes? Den verrate ich nicht, denn sonst folgen mir Kollegen aus Düsseldorf ;-)

  • Das klingt plausibel. Denn Inflation nennt man in der Immobilienbranche ja Wertsteigerung. :-) Oder anders ausgedrückt: Für eine 40-50 Jahre alte Bruchbude muss man heute immer noch den zwei bis dreifachen Preis des einstmaligen Anschaffungspreises hinblättern. Wertgesteigert wurde da selbstverständlich gar nichts, denn mit Gelddrucken schafft man keine Werte sondern nur Wertsteigerung. :-)

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