Mecklenburg-Vorpommern
Subventionen sorgen für Hotel-Boom

In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit fleißig neue Hotels gebaut. 2500 Hotelbetten sollen insgesamt zu den bestehenden 180.000 hinzukommen. Doch die Subventionen laufen bald aus.
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RügenNoch hält der Bauboom an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns an. Nach Angaben des Tourismusverbands des Landes investieren Projektentwickler in diesem Jahr etwa 250 Millionen Euro in neue Hotels. Zu den bereits vorhandenen 180.000 Ferienbetten dürften dann weitere 2500 hinzukommen. Das Spektrum reicht dabei von der Jugendherberge in dem von den Nationalsozialisten geplanten Riesenkomplex Prora auf Rügen bis zum noblen Steigenberger-Grandhotel in Heringsdorf auf Usedom.

Auch der Strom der Gäste scheint nicht zu versiegen. Im laufenden Jahr erwartet der Tourismusverband ähnlich gute Zahlen wie 2010, als Mecklenburg-Vorpommern 6,67 Millionen Besucher und 27,7 Millionen Übernachtungen zählte. Damit ist das Bundesland die meistbereiste deutsche Feriendestination nach Bayern.

Seit der Wende hat sich die Zahl der Hotelbetten vervierfacht. Ermöglicht wurde der Aufschwung an der Küste durch üppige Subventionen aus der Staatskasse. „Seit 1990 wurden durch zwei Milliarden Euro öffentliche Mittel etwa sechs Milliarden Euro an Investitionen in den Tourismus initiiert“, sagt Tobias Woitendorf, stellvertretender Geschäftsführer des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern. Dadurch hat sich seit der Wende die Zahl der Hotelbetten vervierfacht.

Doch der warme Geldregen wird nicht mehr unbeschränkt auf die Projektentwickler niederprasseln - denn 2013 läuft die bisherige EU-Strukturförderung aus. „Wie es dann weitergehen wird, steht noch nicht fest“, sagt Gerd Lange, Pressesprecher im Wirtschaftsministerium in Schwerin. Dabei fließt schon jetzt weniger Fördergeld. Im vergangenen Jahr verabschiedete sich das Land von der bloßen Förderung neuer Hotelbetten. Öffentliche Mittel gibt es nun nur noch für die Verbesserung der touristischen Infrastruktur (zum Beispiel Radwege), für saisonverlängernde Maßnahmen (zum Beispiel Wellnessangebote) und für besonders innovative Beherbergungseinrichtungen. Mecklenburg-Vorpommern habe mittlerweile ein großes und sehr modernes Bettenangebot, begründet der Ministeriumssprecher die Umsteuerung; zudem stoße die Verkehrsinfrastruktur in der Hochsaison bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen.

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