Mietwahnsinn in München

Die seltsamen Blüten der Wohnungsnot

Günstige Wohnung gegen Sex - die Anzeige einer Studentin in München machte Furore. Es handelte sich um eine Fälschung, machte jedoch auf ein Problem aufmerksam: In Bayerns Landeshauptstadt steigen die Mieten rasant.
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Sogar Belohnungen werden ausgesetzt für den „perfect match“: In München stehen nur 0,3 Prozent der Wohnungen leer. Drei Prozent müssten es nach Expertenmeinung mindestens sein. Quelle: dpa

Sogar Belohnungen werden ausgesetzt für den „perfect match“: In München stehen nur 0,3 Prozent der Wohnungen leer. Drei Prozent müssten es nach Expertenmeinung mindestens sein.

(Foto: dpa)

MünchenDie provokante Wohnungsanzeige verbreitete sich Anfang des Jahres im Eiltempo über soziale Netzwerke: Zwei junge Männer boten auf einem Immobilienportal ein WG-Zimmer im begehrten Münchner Stadtteil Schwabing an - für schlappe 125 Euro im Monat. Die Bedingung: Sex. „Du sollst mit jedem von uns (getrennt!) mindestens zweimal in der Woche Liebe machen“, hieß es in der Annonce, die das Portal schleunigst von seiner Homepage löschte.

Die Anzeige war eine Fälschung. Ein paar Tage später berichtete die Münchner „Abendzeitung“ von einer jungen Studentin, die das unmoralische Angebot aus Protest gegen die absurde Situation auf dem Münchner Mietmarkt online gestellt hatte. „Ich pendele jeden Tag 100 Kilometer nach München, weil ich einfach keine bezahlbare Wohnung finde“, zitierte die „AZ“ die junge Frau. „Am Anfang habe ich ein paar Monate gecampt, aber das ist im Winter natürlich nicht möglich.“

Die Mieten in München gehören bekanntermaßen zu den höchsten in ganz Deutschland. Es ist kein Zufall, dass das neue Mietrecht im vergangenen Jahr den Beinamen „Lex München“ erhielt.

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist für Leute mit wenig Einkommen, besonders für Studenten, ein Glücksspiel mit ungewissem Ausgang. München ist für Mieter die teuerste Stadt in Deutschland. Die Durchschnittsmiete liegt in der bayerischen Landeshauptstadt über 12,00 Euro.

„München ist ein Zentrum der problematischen Wohnungsmarktentwicklung in Deutschland“, sagt der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips, und spricht von „Mietenhauptstadt“.

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49 Kommentare zu "Mietwahnsinn in München: Die seltsamen Blüten der Wohnungsnot"

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  • wenn man soviel Angst hat um Wohnungen zuvermieten,solle man nichts kaufen um dann zuvermieten.Hate auch ein Haus was ich vermietet hatte,mußte auch meine Mieterin rausklagen wegen Mietrückstände hatte aber erfolg.Haus habe ich verkaufen müssen,wegen Todesfall in der Familie.Suche dringend eine Wohnung und bekomme keine nur weil ich selbständig war und momentan ohne Arbeit bin.Könnte sich ändern sobald ich eine Wohnung habe und man mir eine Chance gibt.

  • "3- Nachfragefinanzierung auf Pump? Davon haben wir doch schon zuviel!"

    und woran wird dies wohl liegen?

  • Es gibt wohl Wohnungsnot - aber nur Idioten wundern sich darüber!

    Wer will den noch Mietwohnungen schaffen, wenn man als Eigentümer durch das völlig überzogen mieterfreundliche Recht mit Einzug des Mieters quasi enteignet wird? Man hat so gut wie kein Verfügungsrecht mehr über seine Wohnung, auch wenn man eine asoziale Mietzecke darin hat.

  • @der_ewige-spekulant. sie haben absolut recht! Ich könnte da noch ein paar italienische Städte hinzufügen. Die meisten Deutschen haben noch nicht kapiert, daß sie arm sind wie Kirchenmäuse.
    Die allermeisten deutschen Touris sprechen keine Sprachen (Basic english sprechen unsere europäischen Nachbarn halt nicht). Meine lieben Mitdeutschen sind zum verzweifeln ungebildet - dumm möchte ich nicht sagen, aber schon ein wenig dumpfbackig.

  • "Günstige Wohnung gegen Sex - die Anzeige einer Studentin in München machte Furore."

    Und. Nur Menschen, die dummdämlich sind, glauben solch einen Schmarrn.

    Sofort einziehen für 125 €/Monat UND kein Sex. Denn diese Vertragsklausel ist durch kein Gericht durchsetzbar und damit nichtig. Außerdem wird eine solche Vertragsklausel gegen die guten Sitten verstoßen und ist damit gemäß dem BGB nichtig.

    Übrigens kann aus dem gleichen Grund Sex während der Ehe nicht erzwungen werden.

    Es ist viel einfacher. Man nimmt 350-400 Euronen für die Miete ein und schaut sich dann im Internet um - wenn man(n) häßlich und dumm ist.

  • @keeper (of what):

    1- Dynamik und Motivation gehören zum Markt. Wenn sich diese Faktoren ändern, kann man ja auch die Wohnung wechseln, nicht wahr?

    2- Auch Immobilienbesitzer konsumieren, und das nicht wenig.

    3- Nachfragefinanzierung auf Pump? Davon haben wir doch schon zuviel!

  • Eine Reportage vor ein paar Tagen hat gezeigt, dass es in München sehr viele (!) bewohnbare Häuser gibt, die die Stadt München nicht vermietet sondern lieber verfallen lässt.
    Oberbürgermeister Ude wollte sich nicht mit dem Thema befassen, sondern hat die Reporter an den Kämmerer verwiesen, der sie nicht empfangen wollte.

    So sozial sind also die Münchner Sozis!

  • Die meisten Menschen, die jammern, waren noch nie in Paris oder London.

    Dort werden die aber ganz große Augen machen!

    Gut, natürlich ist München nicht Paris oder London.
    Dementsprechend ist es ja deutlich günstiger.

  • Hans, "Wenn jetzt München noch den Flughafen erweitert sich die Wohnungsnot in München weiter verschärfen"
    Das wird teuer für die Zuzügler. Jeder zusätzliche Koffer kostet bei Lufthansa 74Eu. Sperrgepäck, wie Tisch und Sofa kosten noch mehr.

  • ..'fehlt der Masse und dem Wirtschaftskreislauf an Konsum'.

    Tja, keeper, in der DDR besaß die breite Masse all die Wirtschaftserlöse, und die waren im Wirtschaftskreislauf gleichmäßig verteilt.
    Das waren doch schöne Zeiten damals...(Haben Sie sich eigentlich Ihre Wirtschatstheorie selber gebastelt?)

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