München Das Mekka des Immobilienbooms

Der Münchner Immobilienmarkt bricht alle Rekorde. Nirgendwo zahlen Mieter und Käufer so viel wie an der Isar. Welche Quartiere jetzt noch für Käufer interessant sind - und ob der Boom weitergeht oder die Blase platzt.
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Der Münchener Immobilienmarkt ist einer der teuersten in Europa.

Der Münchener Immobilienmarkt ist einer der teuersten in Europa.

München"Weltstadt mit Herz“ ist zwar nicht mehr der offizielle Werbeslogan Münchens – doch er wirkt noch immer. Millionen von Touristen fühlen sich vom typisch bayerischen Flair der Isar-Metropole angezogen. Shopper aus dem Umland finden in Haute-Couture-Boutiquen ebenso wie in Ein-Euro-Shops, was ihr Herz begehrt. Und mögen die Wohnungsmieten noch so hoch sein – 90 000 Studenten genießen nach der Mühsal des Lernens das Partyleben in München.

So kommt es, dass München Jahr um Jahr wächst. In den vergangenen fünf Jahren zogen 20 000 Menschen mehr in die Stadt als sie verließen. Im vergangenen Jahr kletterte die Einwohnerzahl zum ersten Mal über 1,4 Millionen.

Die Statistiker rechnen damit, dass es im Jahr 2030 noch einmal rund zehn Prozent mehr sein werden. Dann müssen die Münchener wohl noch enger zusammenrücken. Dabei besitzt die Stadt mit 4 300 Einwohnern pro Quadratkilometer schon heute die höchste Bevölkerungsdichte aller deutschen Großstädte.

Kein Wunder also, dass die Preise für Wohneigentum schon längst in den Himmel geschossen sind. Eine Eigentumswohnung kostet derzeit im Schnitt etwa vier Prozent mehr als noch vor drei Monaten und sogar knapp zehn Prozent mehr als vor einem Jahr, hat die Finanzberatungsfirma Dr. Klein errechnet.

Häuser: Die teuersten Lagen von München.

Häuser: Die teuersten Lagen von München.

Das liegt auch daran, dass München die Wirtschaftskrise einigermaßen solide überstanden hat und jetzt ein Aufwertungs-Zyklus ansteht. „Das Jobwachstum ist hoch, viele Leute verdienen wieder besser und können sich deshalb auch bessere Wohnungen suchen“, sagt Andreas Schulten, Vorstand des Marktforschers Bulwien Gesa.

Auch der Wohnindex des Marktforschers F+B Forschung und Beratung zeigt: Für eine durchschnittliche, zehn Jahre alte Eigentumswohnung werden in München pro Quadratmeter mehr als 3 700 Euro fällig. In Hamburg oder Frankfurt an Main kostet ein vergleichbares Apartment lediglich rund 2 500 Euro pro Quadratmeter.

Besonders teuer sind Wohnungen mit mehr als 90 Quadratmeter Fläche. Für solche Wohnungen verlangten Verkäufer im Jahr 2011 fast 650 Euro pro Quadratmeter mehr als im Jahr zuvor, hat der Immobiliendienstleister Jones Lang Lasalle (JLL) errechnet.

Für Mietwohnungen gilt dagegen: „Generell sind in München kleine Apartments am teuersten“, heißt es bei JLL. Für Wohnungen mit weniger als 45 Quadratmetern würden pro Quadratmeter im Schnitt 14 Euro Miete fällig. Das Maklerunternehmen Engel & Völkers schätzt zudem, dass das Ende der Preisspirale noch lange nicht erreicht ist.

Denn die Nachfrage ist so riesig, dass sich bei Wohnungsbesichtigungen oft Schlangen bis auf die Straße bilden und sich potenzielle Mieter sogar schon mit Lebenslauf und Referenzen bei den Vermietern bewerben. „Zurzeit geht am Markt fast alles weg“, sagt Jürgen Schorn vom Entwickler Bauwerk Capital. „Die üblichen Kriterien wie Lage, Infrastruktur, Preis oder Nachbarschaft treten dabei fast in den Hintergrund – viele Projekte lassen sich fast überall platzieren, weil der Druck auf den Kessel so groß ist.“

Einer der stabilsten Immobilienmärkte Europas
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8 Kommentare zu "München: Das Mekka des Immobilienbooms"

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  • @LiquidBoB: Ich bin vor über 30 Jahren nach München gezogen und froh um jeden, der wie Sie nach kurzer Zeit wieder Platz macht.
    Den Hype um die Immobilienpreise sehe ich auch - ich habe jetzt daher nichts gekauft, sondern gemietet(als Rentner). Kaum einer wird in 10 Jahren beim Wiederverkauf 7-10 T€/qm wieder bekommen geschweige denn Wertsteigerung!
    Schöne Miet-Wohnungen in guter Lage gibt es reichlich und die VERmieter bemühen sich um gute, solide Mieter (als langjähriger Vermieter kenne ich das Problem).
    Das mit den "Schlangen bis auf die Straße" ist Quatsch. Bei über 20 Wohnungsbesichtigungen war kein einziger "Massentermin" dabei - die Makler/Eigentümer sahen uns sehr wohl als "Kunden". Wir konnten auswählen, welche Wohnung uns am besten gefiel.

  • Wohne nicht in München, aber so viel Flair, Geschichte, Kultur, Architektur und Wohlstand habe ich in keiner anderen Stadt Deutschlands bisher gesehen. Qualität hat ihren Preis.

  • München war in den siebziger Jahren eine lebenswerte Stadt,mit pulsierendem Nachtleben, Schwabing und einem Hauch von Weltstadt gemischt mit bayrischer Gemütlichkeit. Heute nur noch ein Abklatsch dessen, gemischt mit Wichtigtuerei, seit den meisten Menschen ein Sofa zum Entspannen und Nachdenken fehlt.

  • Mit jeder neuen Geldblase, welche von Zentralbanken finanziert wird, steigt das Geldvermögen und treibt die Preise auch von Immobilien. Das ist der Megaquatsch, dass Immobilien steigen, weil der Standort so gut ist und was weiß ich für tolle Ideen. Wer kann sich denn ich München noch eine Immobilie leisten? Garantiert kein Arbeiter, kein einfacher Angestellter und selbst Manager müssen schon einige Jahre sparsam sein. Klar steigt die Nachfrage, wenn die Wirtschaft brummt. Ist es aber nicht völlig falsche Standortplanung, wenn es nur an wenigen "Stellen" steigt und der Rest der Nation unter geht...selbst in Bayern gibt es genügend schwache Standorte. Wer tritt denn noch als Käufer auf? Es sind immer die Gleichen und garantiert trifft der Wohlstand der Immobilienpreissteigerungen nicht auf die Masse!
    Hier mal ein transparentes Geldsystem einführen, so wie vom Autoren Groß im Buch Spielgeld-ein neues Wirtschaftssystem empfohlen, und sofort ist der Nachweis erbracht, wer dauerhaft profitiert und wer das auf der Anderen Seite das ganze Spektakel durch seine Schulden finanziert. Denn ohne Verschuldung – kein Vermögen. Ohne Geldblasen keine Spekulationsblasen. Merken!

  • Ich wohne seit 8 Jahren in München und war noch nie Ski fahren. Provinziell ist doch gut...so lange man alles hat was man braucht. Lieber weniger Abgase und kurze Wege als im Ruhrgebiet oder Berlin zu wohnen. In den ersten 3 Jahren hat mir München auch nicht gefallen - kommt auch drauf an wo man wohnt. München macht nur Spaß wenn man im Glockenbachviertel oder Schwabing in der Nähe vom englischen Garten wohnt. Wohnt man in einer schlechten Lage, kann man auch gleich nach Köln, Buxtehude oder so.

  • Der Druck im Kessel beruht auf der bisher ausgezeichneten Wirtschaftslage. Wehe der Jobmotor kommt ins stottern, dann ist der Druck schnell weg und so manche Investoren werden lange Gesichter machen. Es ist im Moment eine Gradwanderung für so manchen Wohnungskäufer. Wird die Konjunktur gesund bleiben ?

  • habe ein Jahr in München gelebt. Den Hype um die Stadt habe ich nicht ganz nachvollziehen können. Interessant für Wintersportler, aber provinziell. Fühle mich jetzt wesentlich wohler in Köln.

  • die Menschen machen die Stadt und bekommen was sie angestrebt haben. Das seltsame Volk welches eh nur dorthin geht wo das Weissbier mindestens 9€ kostet prägen eben. Normalverdiener können sich innerhalb eines 50km Umkreises eh nichts mehr leisten. In BW hat damals das Cleverle, der alte Gauner, alles subventioniert nach Stuttgart getrieben. Hat ja bis Mappus blendend funktioniert. Die Bayern-Polit-Mafia alles nach München. Wäre mal spannend die Konten, Urlaubsverhalten der verursachenden Politiker bzgl. Lobbygeldern genauer zu überprüfen ;-) An die "normalen" Menschen denkt in diesen Kreisen niemand.

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