Nachgerechnet
Die wahren Kosten eines Bauspardarlehens

Mit einem Bausparvertrag jetzt die günstigen Kreditzinsen sichern – so locken Banken und Bausparkassen die Kunden. Doch das angeblich so günstige Baugeld ist weit teurer als es scheint.
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DüsseldorfOptimoBausparen – unser bestes Bauspardarlehen, das es je gab“, so wirbt die Deutsche Bank für ihre Bausparprodukte. Wer dort in einen Vertrag mit der Bausparsumme von 50 000 Euro gut zehn Jahre lang 200 Euro anspart, sichert sich laut Webseite ein Baudarlehen zu effektiv 3,8 Prozent Zins. Laufzeit zwanzig Jahre.

Ein sehr günstiger Satz für alle, die in zehn Jahren bauen oder renovieren wollen, scheint es. Tatsächlich schneidet die Deutsche Bank mit ihren Konditionen in Vergleichstabellen gut ab.

Trotzdem lohnt es sich, bei Angeboten wie diesem genauer hinzuschauen. Denn der Effektivzins von 3,8 Prozent stellt bei weitem nicht die wahren Kosten des Baudarlehens dar. Sie sind – wie üblich – ab Zuteilung gerechnet. Unberücksichtigt bleiben bei Effektivzins-Angaben die mageren Zinsen, die der Bausparer in der langen Ansparphase von gut zehn Jahren bekommt. Beim Optimo-Produkt etwa muss er sich mit einem Prozent Zinsen begnügen. Obendrein zahlt er noch eine Abschlussgebühr von 500 Euro.

Sparer können im gleichen Haus bleiben, wenn es in der Sparphase ein bisschen mehr sein soll. Ein einfacher „Topzins“-Sparplan, Laufzeit zehn Jahre, garantiert Kunden der Deutschen Bank einen jährlichen Zinssatz von 2,5 Prozent, ganz ohne Abschlussgebühr. Wer dort monatlich 200 Euro einzahlt, hat in gut zehn Jahren immerhin knapp 28 000 Euro angespart. Über 2 700 Euro mehr, als ein Optimo-Bausparer. Der hätte mit seinen dürftigen Zinsen dann erst 25230 Euro.

Schneckentempo in der Sparphase

Jetzt erst rundet sich das Bild: Der Bausparer zahlt zwar niedrige Zinsen, er muss aber eine höhere Kreditsumme aufnehmen, wenn er später 50 000 Euro für sein Häuschen einsetzen will. Da darf das Hypothekendarlehen gerne teurer sein, wenn es in der gleichen Zeit abbezahlt sein soll.

Es darf sogar ein ganzes Stück teurer sein. Bis zu einem Hypothekenzins von 5,2 Prozent kommt der Banksparplan-Anleger günstiger weg, als der Bausparer. Erst wenn in zehn Jahren ein Hypothekendarlehen mehr als diese 5,2 Prozent kostet, ist der Sparplan-Sparer im Nachteil. Experten bezeichnen diesen Satz als „Grenzzinssatz“. Er kommt den wahren Kosten eines Darlehens weit näher als der offizielle Effektivzinssatz. Die Finanzberatung FMH ermittelte auch bei Kombinationen aus Konkurrenzprodukten Grenzzinssätze zwischen fünf und 5,6 Prozent. Immer vorausgesetzt, der freie Sparer spart zu einem fixen Satz per Sparplan an und zahlt dann über zwanzig Jahre sein Darlehen ab.

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Manchmal steigen die Zinsen gar nicht

Kommentare zu " Nachgerechnet: Die wahren Kosten eines Bauspardarlehens"

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  • Das mag ja in der Theorie alles ganz schön gerechnet sein, aber in der Praxis lohnen sich Bausparverträge doch fast immer.
    Rendite von 4%? Möglich natürlich, aber das ist auch kein Bombensicherer Sparbrief o.ä.
    "Manchmal steigen die Zinsen garnicht"?
    Wir sind grade in einer unglaublichen Niedrigzinsphase, natürlich wird sich dies in den nächsten 20 Jahren auch mal ändern!
    Es wird sicherlich nicht alles 100% vorgerechnet in den Beratungsgesprächen, aber das würden viele "normale" Kunden auch kaum verstehen.
    Grüße aus der Praxis.

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