Ratgeber + Hintergrund

„Wohnen ist in Deutschland zu billig“

« 3 / 6 »
Rolf Elgeti, Vorstandsvorsitzender der TAG Immobilien AG. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt
Rolf Elgeti, Vorstandsvorsitzender der TAG Immobilien AG. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt

"Der Plattenbau ist ein Traum"

Sie schrecken auch vor Plattenbauten nicht zurück.

Der Plattenbau ist der Traum eines jeden Verwalters! Sie haben Stahlbeton, sehr robust, kein Schwamm im Gemäuer. Die Instandhaltungskosten sind gering. Alles ist standardisiert. Sie haben überall dieselben Grundrisse, überall dieselben Materialien, dieselbe Elektrik. Wenn Sie die Fassade sanieren wollen, dann gibt es keine störenden Erker. Und wenn die Fenster neu gemacht werden müssen, dann bestellen Sie ein paar Tausend Fenster auf einmal. Sehr günstig.

Dafür sind die Mieteinahmen allerdings bescheiden.

Das sehe ich anders. Nirgendwo finden Sie ein solches Potenzial. Wenn es gut läuft, dann können Sie die Miete von vier Euro auf 5,50 Euro pro Quadratmeter erhöhen – eine Steigerung um über 30 Prozent. Das müssen Sie anderswo erst mal hinkriegen. In einer Seitenstraße vom Ku’damm liegt die Miete bei gut zehn Euro pro Quadratmeter. Aber die können Sie nur schwer auf 12,50 Euro erhöhen. Der Plattenbau ist in einem boomenden Markt mit hoher Nachfrage das Beste, was ihnen passieren kann.

Und in einem schlechten Markt...

... ist er das Schlechteste, was Ihnen passieren kann. Wenn 5.000 Menschen aus einer Stadt von 50.000 Einwohnern wegziehen, dann können Sie sicher sein, dass davon 4.500 aus Ihrem Plattenbau sind.

Preisentwicklung bei Wohnimmobilien seit der Eurokrise

  • Berlin

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1899 Euro*
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 24 Prozent

    * Kriterien: Durchschnittsimmobilie, 30 Jahre alt, gepflegter Zustand

  • Bremen

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1180 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 10 Prozent

  • Dortmund

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1252 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 1 Prozent

  • Dresden

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1692 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 19 Prozent

  • Düsseldorf

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2237 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 21 Prozent

  • Erfurt

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1718 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

  • Essen

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1243 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 0 Prozent

  • Frankfurt

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2427 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

  • Freiburg

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2625 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 28 Prozent

  • Hamburg

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2464 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 30 Prozent

  • Hannover

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1479 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

  • Kiel

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1506 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

  • Köln

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1994 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

  • Leipzig

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1426 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 7 Prozent

  • Magdeburg

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 889 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

  • Mainz

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1805 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

  • Mannheim

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1788 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 13 Prozent

  • München

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 3692 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 33 Prozent

  • Nürnberg

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1827 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 22 Prozent

  • Stuttgart

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2346 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

Haben Sie keine Angst vor der Finanzkrise? Wenn die Konjunktur schwächelt und Menschen ihre Jobs verlieren, könnten Sie ein Problem bekommen.

Davor habe ich gar keine Angst. Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Mietpreisentwicklung. Wir profitieren sogar von der Finanzkrise. Erstens haben wir durch die niedrigen Zinsen sehr niedrige Finanzierungskosten. Und zweitens sind günstige Wohnungen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gefragt. Eine Wohnung für fünf Euro pro Quadratmeter können Sie sich auch noch leisten, wenn Sie weniger verdienen oder den Job verlieren. Eine Wohnung am Berliner Gendarmenmarkt für eine Kaltmiete von 15 Euro pro Quadratmeter können Sie sich dann nicht mehr leisten. Die Gefahr, dass eine solche Wohnung leer steht, ist größer.

Meinen Sie, dass die Mieten in Deutschland deutlich steigen werden?

Ein klares Ja. Wohnen ist in Deutschland zu billig. Es wird künftig etwas weniger billig werden.

Es gibt Politiker, die sagen, die Mieten seien jetzt schon zu hoch.

Da wird viel Stimmung gemacht. Sachlich ist das aber schlichtweg falsch. Die Mieten sind sowohl im Vergleich zu den Baukosten zu niedrig als auch im Vergleich zu den Einkommen. Da kann sich niemand ernsthaft beschweren. Ich frage mich, wie viele unserer Mieter mehr für Zigaretten und Benzin ausgeben, als für die Wohnungsmiete.

"Ich scheue mich nicht vor konsequentem Handeln. Wenn Dinge sich ändern, dann ist man nicht schlecht beraten darauf zu reagieren", erklärt Elgeti. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt
"Ich scheue mich nicht vor konsequentem Handeln. Wenn Dinge sich ändern, dann ist man nicht schlecht beraten darauf zu reagieren", erklärt Elgeti.Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt

Wie viele Ihrer Mieter sind Hartz-IV-Empfänger?

Aus dem Kopf würde ich sagen: etwa 15 Prozent.

Ist das ein Problem für Sie?

Überhaupt nicht. Die Menschen haben ein Recht auf eine Wohnung. Eine Unternehmenspolitik, die vorsieht, dass nicht an Hartz-IV-Empfänger vermietet wird, würde ich nicht mittragen. Wir vermieten an jede Bevölkerungsgruppe. Wenn das Geld direkt vom Amt kommt, dann ist das eine sichere Sache.

Spielt es für Sie keine Rolle, wie Ihre Häuser aussehen?

Anzeige

Eigentlich nicht. Aber mir ist natürlich auch klar, dass sich mit einem Produkt, das gewissen ästhetischen Ansprüchen genügt, höhere Mietpreise erzielen lassen. Dieser Aspekt ist also Teil der finanziellen Überlegungen – er spielt allerdings nur dann eine Rolle, wenn er sich auch in den ökonomischen Realitäten widerspiegelt. Ein Autobauer stattet auch nicht jedes Fahrzeug mit Alufelgen aus, nur weil es schöner aussieht – der Kunde muss das auch zahlen wollen.

  • 31.01.2013, 20:43 Uhrfritzle

    Natürlich ist Wohnen zu billig.

    Wer als Normalbürger in den letzten Jahren in den Verdichtunsräumen versucht hat ein Eigenheim zu erwerben, wird festgestellt haben, dass er sich entweder ruinös verschulden muss oder kein Eigenheim bekommt. Das kommt daher, dass er mit dem Geldadel konkurriert, der sein unvorstellbares Vermögen über Immobilien vor dem Währungsverfall schützen will. Der Geldadel erwartet natürlich ein standesgemäßes Auskommen gemäß dem Grundprinzip des feudalen Lebenswandels aus leistungslosem Einkommen. Und dafür muss halt die Mehrheit bluten.

    Das Spiel ist das gleiche wie bei den Rohstoffen von Lebensmitteln bis Öl und den Zinskosten, die mit allen hergestellten Produkten den feudalen Lebensstil dieser parasitären "Elite" ermöglichen. Ein Schloß hier, ein bischen Champagner dort, ein Wohchende in Kitzbühl, die Privatschule für die Kinder etc. .. Das muss ja schließlich jemand verdienen / erarbeiten. Und das wir diese bornierte Parsiten-Elite garantiert nicht selbst leisten. im Gegenteil: sie verabscheuen diese Proletarier, die ihren Lebensunterhalt noch durch Arbeit und Leistung erwerben müssen. Denn Leistung ist kein Begriff dem Sie irgendeine Bedeutung zumessen.

  • 31.01.2013, 16:15 UhrDu_kannst_mich

    Zitat: "Wohnen ist zu günstig".

    GENAU!!! Deshalb baue ich ein Wohnmobil, restauriere eine Yacht und kaufe lieber ein portables Haus, weil es ist abzusehen, dass noch mehr Ä...he so denken wie dieser Snob.

    Die Mieten haben sich ja erst nur verdoppelt in gerade mal 10 Jahren, gegenüber gestellt eine Gehaltsteigerung von 20% im gleichen Zeitraum.

  • 05.12.2012, 12:29 UhrRatschbum

    Unglaublich aber wahr, was dieses Individuum hier ablässt.
    Erstaunlich, wenn nicht gar beängstigend aber ist die Tatsache, mit welcher Selbstverständlichkeit und Kaltschnäuzigkeit sich solche Typen hier darstellen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Börse New York: Wall Street schließt fester

Wall Street schließt fester

In Erwartung auf mehr Klarheit über den Zeitpunkt des Ausstiegs der US-Notenbank aus der lockeren Geldpolitik tendieren die US-Börsen am Dienstag fester. Derweil verdichten sich die Zeichen für ein Ende der Bernanke-Ära.

Private Verschuldung: Kaufrausch ohne Reue

Kaufrausch ohne Reue

Die Deutschen leben ihre neue Konsumfreude aus, und das oftmals auf Kredit. Kein Problem, sagen die Banken. Riskant, sagen Verbraucherschützer. Wie es wirklich um die deutschen Kreditnehmer bestellt ist.

Ratgeber Immobilien

Der Traum vom Eigenheim ist so real wie lange nicht: Niedrige Zinsen und hohe Wertsteigerungen machen den Kauf einer Immobilie attraktiv. Der Handelsblatt-Online-Ratgeber zur privaten Immobilie zeigt, welche Objekte sich Bauherren leisten können, welche Finanzierung passt und welche Rechte Mieter und Vermieter haben. Mehr…

  • Depot-Contest
  • ANZEIGE
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen