Rolf Elgeti im Porträt
Bauernschlau und hochbegabt

Nur nicht das machen, was alle tun, sondern was sinnvoll erscheint. Das ist das Motto von Rolf Elgeti. Der Sohn eines Bauern hat seine Karriere in der Bankenwelt aufgegeben - und setzt seitdem auf ostdeutsche Immobilien.
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FrankfurtEr hätte es ganz nach oben schaffen können, bis in die Spitze eines internationalen Finanzkonzerns. Er hätte einfach nur weitermachen müssen. Doch Rolf Elgeti wollte nicht. Er stieg aus. Die Londoner Finanzwelt, in der er eine steile Karriere als Analyst hingelegt hatte, ließ es hinter sich. Das war im Jahr 2007. Stattdessen widmet er sich seitdem wieder seiner alten Heimat. Er kauft Plattenbauten und Garagen in Ostdeutschland, zuerst auf eigene Faust, jetzt als Chef eines Immobilienkonzerns.

Rolf Elgeti hat nie das gemacht, was alle anderen machen. Er hatte nie Angst, etwas Neues anzufangen. Und das, was er gemacht hat, hat er verdammt schnell gemacht. Der Mann ist erst 35.

Elgeti ist Sohn eines Bauers. Er wächst in Broderstorf in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Land auf, das damals noch hinter dem Eisernen Vorhang liegt. Der Junge stellt sich früh als außergewöhnlich gescheit heraus. Weil ihm zwei Leistungskurse am Gymnasium zu wenig sind, belegt er gleich fünf. Am Ende steht die 1,0 als Note im Abschlusszeugnis. Das Wirtschaftsstudium in Mannheim schließt er nach fünf Semestern ab, nach zwei weiteren an der Pariser Elite-Uni Essec hat er den MBA in der Tasche.

Lukrative Stellenangebote lassen nicht lange auf sich warten. Mit gerade mal Anfang zwanzig steigt Elgeti bei der Schweizer Großbank UBS in London ein, wechselt schnell zur Commerzbank und weiter zu ABN Amro.

In den Jahren 2004 und 2006 kürt ihn der Branchendienst Thomson Extel Survey zweimal zum besten und einmal zum zweitbesten Aktienstrategen Europas. Die „Wirtschaftswoche“ nennt ihn den einzigen deutschen Analysten, der in London ernst genommen wird.

Im Frühjahr 2007 verlässt er die Bankenwelt. Für viele kommt der Bruch überraschend. Elgeti ist zu diesem Zeitpunkt gerade mal Anfang 30. Über seinen alten Job sagt er heute: „Ich habe das fast zehn Jahre lang gemacht. Bin viel gereist. Habe viel geredet. Ich hätte das nicht bis zur Rente machen können“.

Die meisten seiner Freunde aus der Welt der Investmentbanken hätten ihn beneidet. „Die Szene ist voll von Leuten, die Ihnen erzählen, was sie als nächstes tun im Leben. Sie wollen ein Weingut kaufen, ein Restaurant kaufen oder eine Privatschule eröffnen. Die meisten machen es dann doch nicht, weil sie sich sagen: Ich nehme noch einen Bonus mit“, sagt Elgeti.

Als die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2007 die Finanzwelt in ihren Grundfesten erschüttert, befasst sich Elgeti längst mit anderen Geschäften. Die Idee, einen eigenen Fonds aufzubauen, der in deutsche Wohnimmobilien investiert, hatte er schon seit längerem. Bei einem Glas Rotwein mit Freunden in der Londoner „City“ sei ihm der Gedanke gekommen. Freunde vertrauten ihm damals schon größere Summen an, um es für sie in Immobilien anzulegen.

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