Dresdner Altstadt
Das Wunder vom Neumarkt

Jahrzehntelang war der Neumarkt eine Brache. Jetzt werden auf dem historischen Platz rund um die Frauenkirche teure Wohnungen gebaut. Bewohnt werden sie vor allem von wohlhabenden Zuzüglern.

Dresden„Und hier entsteht der historische Renaissance-Giebel", sagt Bernd Dietze und zeigt zufrieden auf die Baustelle. Da vorn ist von Renaissance zwar noch wenig zu sehen, aber Dietze, Chef der Dresdner Niederlassung des Bauträgers Baywobau, hat genau vor Augen, wie sein jüngstes Projekt nach der Fertigstellung aussehen wird: Äußerlich originalgetreu wird das Bosesche Haus zwischen Residenzschloss und Frauenkirche stehen und dann in seinen Apartments anspruchsvolle Gäste der sächsischen Landeshauptstadt beherbergen.

Das Bosesche Haus ist ein weiterer Mosaikstein zur Wiederherstellung des Neumarkts. Dieser Platz im Zentrum der historischen Altstadt Dresdens hat in den vergangenen Jahren eine verblüffende Wandlung durchgemacht. Jahrzehntelang erstreckte sich auf dem Neumarkt eine riesige Brache - Folge des verheerenden Bombenangriffs auf Dresden, der am 13. Februar 1945 begann. Doch seit im Jahr 1994 der Wiederaufbau der weltberühmten Frauenkirche begann, sind die meisten Grundstücke um die Frauenkirche wieder mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut worden. Äußerlich orientieren sie sich zumeist an der barocken Gestalt ihrer Vorgänger.

Die wundersame Wiederbelebung des Neumarkts wirkt sich auch auf den Wohnungsmarkt aus. Der Stadtteil Innere Altstadt, dessen Kern der Neumarkt bildet, ist nach den Erhebungen des Onlineportals Immobilienscout 24 der attraktivste unter allen 64 Stadtteilen Dresdens. Demnach verlangen Eigentümer für Wohnungen in der Inneren Altstadt durchschnittlich zehn Euro Miete pro Quadratmeter, und neu errichtete Eigentumswohnungen kosten etwa 3500 Euro pro Quadratmeter - mit Abstand die Spitzenwerte in Dresden.

Michael Oertel vom Dresdner Maklerunternehmen Richert & Oertel erklärt die Gründe für das hohe Preisniveau. Zum einen gab es bis zum Jahr 2000 in der Inneren Altstadt fast keine Neubauten. "Dominiert wurde das Wohnungsangebot im Stadtteil damals von Fünfzigerjahre-Wohnhäusern und Plattenbauten, die größtenteils im Eigentum des kommunalen Wohnungsunternehmens Woba waren." Nach dem Verkauf der Woba 2006 an den Finanzinvestor Fortress seien die Mieten dann gestiegen. Fast gleichzeitig kamen anschließend viele Neubauwohnungen auf den Markt, auch das trieb die Preise.

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