Hamburger Trendviertel: Aus Winterhude und Eimsbüttel will niemand weg

Hamburger Trendviertel
Aus Winterhude und Eimsbüttel will niemand weg

4.000 Euro für den Quadratmeter – damit müssen Immobilienkäufer in Hamburg Winterhude und Eimsbüttel kalkulieren. Der Nachfrage tut das keinen Abbruch. Und wer einmal untergekommen ist, geht auch nicht mehr weg.

HamburgWenn man bei Caroline Langner in Winterhude zu Besuch ist und das Wetter mitspielt, gibt es abends um sieben einen „Sundowner“. Mit einem kühlen Bier oder der Weinschorle könnte man sich auch auf den Balkon setzen – doch viel netter ist es, das mit einer kleinen Tour mit dem Tretboot zu verbinden. Das liegt gut vertäut am Bootssteg am Ende des großen Gartens, den sich Langners mit ihren Miteigentümern teilen. Zwar ist das pedalbetriebene Wassergefährt nicht ganz so standesgemäß wie die hanseatischen Ruderboote, die in den Nachbargärten liegen, dafür ist es deutlich gemütlicher.

Vor zehn Jahren haben Langners ihre Wohnung mit Zugang zu einem der Kanäle gekauft, die das Hamburger Wohnviertel zwischen Außenalster und Stadtpark malerisch durchziehen. Bereut haben sie ihre Entscheidung noch keinen einzigen Tag. Die Atmosphäre in der Nachbarschaft ist gediegen, Familien mit Kindern findet man hier ebenso wie Pensionäre, Singles oder junge Paare. Solvent sind sie alle, denn Schnäppchen macht man im Viertel nicht. Erst recht nicht heute. In den zehn Jahren, in denen Langners ihre Wohnung in Winterhude bewohnen, haben die Preise kräftig angezogen. 20 Prozent, vielleicht sogar 30 Prozent teurer als damals könnten sie ihre Wohnung heute verkaufen, schätzt das Ehepaar.

Der Stadtteil gehört zu den gefragtesten Wohnlagen der Stadt. Klangvolle Adressen wie der Rondeelteich liegen hier, eine Lage, die man am besten vom Wasser aus einschätzen kann. Hanseatisch weiße Villen und vereinzelte Eigentumswohnungen mit großzügigen Terrassen und gepflegten Rasenflächen gruppieren sich um den kleinen Teich. Hier soll auch Tennislegende Boris Becker ein Hamburger Domizil haben.

Zumindest preislich macht es in Winterhude keinen Unterschied, ob man eine Alt- oder eine Neubauwohnung kauft. Während letztere laut Statistik des Internetmarktplatzes Immobilienscout 24 für durchschnittlich knapp 4000 Euro pro Quadratmeter angeboten wird, zahlt man für Gebrauchtes nicht einmal 500 Euro weniger. Der Grund: Winterhude zählt zu den Hamburger Stadtteilen, in denen in den vergangenen fünf Jahren viele Neubau-Eigentumswohnungen entstanden sind, berichtet das Hamburger Maklerhaus Grossmann & Berger. Das habe die Preise für Neubauten vergleichsweise stabil gehalten. Auch deshalb steht Winterhude nicht an der Spitze der Hamburger Preisskala - die führt unangefochten die Hafencity an.

Das gilt auch für die Mieten im Quartier: Sie liegen in Winterhude um die zwölf Euro kalt pro Quadratmeter und Monat, bestätigt Oliver Moll, Inhaber des Wohnungsverwalters Moll & Moll Zinshaus, den Befund des Onlinemarktplatzes Immobilienscout 24.

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