Stuttgart- Frauenkopf
Die Oase im Südosten der Stadt

Vom Stuttgarter Zentrum ist Frauenkopf mehr oder weniger abgeschnitten. Und doch - oder gerade deswegen - ist das Viertel heiß begehrt. Nirgendwo in der Landeshauptstadt ist Mieten und Kaufen teurer.

Stuttgart„Schaffe, schaffe, Häusle baue und net nach de Mädle schaue“, heißt es in einem Schlagertext von Ralf Bendix aus den 1950er-Jahren. Wo das hinführt, sieht man im Stuttgarter Stadtteil Frauenkopf. Wer dort wohnen will, muss schwer und erfolgreich geschafft haben. Es ist das teuerste Villenviertel der Stadt, weisen die Daten des Immobilienmarktplatzes Immobilienscout 24 aus. Ein Quadratmeter in einer Eigentumswohnung kostet dort im Schnitt 3627 Euro; wenn es ein Neubau ist, sind es 4218. Die Monatsmiete beträgt im Schnitt 12,92 Euro je Quadratmeter. Teurer ist es nirgendwo in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg.

Das Quartier mit seinen 900 Einwohnern habe mit der Kernstadt gar nichts zu tun, heißt es in Stuttgart über den Frauenkopf. Verständlich: Von der Innenstadt aus ist das Viertel auf den letzten drei Kilometern nur durch eine von Wald gesäumte Straße zu erreichen. Durch die fährt der Bus, der den Zubringerdienst zur U-Bahn leistet.

Überhaupt fehlt es nicht an Grün: Von drei Seiten von Wald umschlungen liegt der Frauenkopf an einem dem Stuttgarter Talkessel abgewandten Hang. Wenn im Sommer im Tal die Abgase in der Hitze stehen, weht über dem Frauenkopf ein laues Lüftchen. So viel Wohnqualität hat ihren Preis, wie die folgende Offerte zeigt. Die „Neun-Zimmer-Villa, 320 Quadratmeter Wohnfläche auf einem 1100 Quadratmeter großen Grundstück“ wird für 2,5 Millionen Euro angeboten - bevor noch der erste Spatenstich getan ist.

Die hohen Preise werden offenbar klaglos gezahlt. Denn Käufer wissen: Das Angebot bleibt knapp, mit Nachschub an Bauland ist nicht zu rechnen. Erweitern wird die Stadt das Viertel nicht. Dass die großen Grundstücke geteilt werden, um weitere Wohnhäuser zu bauen, betrachtet sie eher argwöhnisch. „Die Grundstücke auf dem Frauenkopf sind groß und locker mit Ein- und Zweifamilienhäusern bebaut. Über den Trend, auf diesen Grundstücken Mehrfamilienhäuser zu errichten, sind wir nicht glücklich“, sagt ein Stadtplaner dem Handelsblatt. „Wir wollen den grünen Charakter des Stadtviertels bewahren.“

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