Trendviertel 2011
Deutschlands teuerstes Pflaster

Der Immobilienmarkt in München spielt verrückt. Die Preise sind utopisch hoch. Trotzdem können Käufer froh sein, überhaupt ein Objekt zu ergattern. Wo Käufer und Mieter Chancen haben - und wo die Preise weiter steigen.
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Bevölkerungsschwund, Überalterung – das sind Probleme, die München nicht kennt. Die Gründe sind schnell genannt: Der Arbeitsmarkt ist gesund, die Arbeitslosenquote ist mit 4,3 Prozent so niedrig wie kaum anderswo in Deutschland. Deshalb wird die Bevölkerung der bayerischen Landeshauptstadt bis 2030 jährlich um 7000 Menschen zunehmen, hat das Münchener Statistikamt hochgerechnet. Weil immer mehr Menschen allein leben, steigt außerdem die Zahl der Haushalte. Deshalb geht das Referat für Stadtplanung und Bauordnung bis 2020 von einem zusätzlichen Bedarf von 40.000 Wohnungen aus.

Doch schon jetzt stellt Artur Riedl, der den Wohnungsvertrieb bei der Bayerischen Hausbau leitet, fest: „Wohnraum in München wird zunehmend knapper.“ Die Gesellschaft gehört zu den großen Bauträgern in München. An diesem Zustand wird sich nach Riedls Ansicht nichts ändern. Die Nachfrage steige, aber es werde nach wie vor zu wenig gebaut.

Deshalb hat in München leichtes Spiel, wer in München eine Neubauwohnung anzubieten hat: „Aktuell werden nahezu alle Projekte vom Plan weg verkauft“, sagt Ernst Holland, Vorstandsvorsitzender der GBW, die rund 33000 Wohnungen in Bayern besitzt.

Die Branche erzielt Spitzenpreise. „In den vergangenen 18 bis 20 Monaten gab es Projekte, bei denen die Preise um 50 Prozent gestiegen sind“, berichtet Holland weiter. Und viele Käufer ziehen gar nicht selbst in die Wohnungen ein, sondern vermieten lieber. Und weil die Mieten in München steigen, akzeptieren Kapitalanleger Preise, die für Investoren in anderen Städten schlicht inakzeptabel sind.

So berichten Marktkenner von Fällen, in denen Anleger für eine Wohnung das 40-Fache dessen gezahlt haben, was sie pro Jahr an Miete abwirft – Kosten für Instandsetzung und Verwaltung bereits abgezogen. Im Umkehrschluss heißt das: In München gibt sich der ein oder andere Anleger mit einer Rendite von 2,5 Prozent zufrieden. Anderswo in Deutschland erwartet man eine mindestens doppelt so hohe Verzinsung.

Der Grund für die Bescheidenheit der Anleger liegt auf der Hand: Sie spekulieren auf steigende Mieten. Die Spekulation kann aufgehen. Denn für große Neubauprojekte, die das Angebot erhöhen und damit den Preisdruck mindern könnten, ist in der Innenstadt und an der Isar kaum noch Platz.

Kommentare zu " Trendviertel 2011: Deutschlands teuerstes Pflaster"

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  • Was immer alles gleich als "national" eingestuft wird. Sehe das als Urmuenchner ganz ähnlich. München hat mit rund 25% einen der höchsten Anteile ausländischer Mitbürger. Dennoch gibt es nur selten Probleme. Wenn ich dann wieder nach Berlin komme, wo der eigentliche Ausländeranteil geringer ist, frage ich mich auch immer woher der Unterschied kommt. Natürlich liegt es an den unterschiedlich hohen Lebenskosten. Also ich persönlich bin mit dem Münchner Multikulti ganz zufrieden und vielleicht gerade deswegen, weil hohe Lebenskosten ein anderes Klientel an Zureisenden anzieht aber dennoch Leute anzieht...

  • @Frankfurter ich stehe ganz zu ihrer Meinung ich weiß es selber wie es ist als einziger Deutscher in einer Klasse zu sein da verlernt man ganz schnell die eigentliche Landessprache. Ich wünsche ihnen das beste und hoffe von ihren Kommentaren noch mehr zu lesen.

  • ich finde es aber schwach, nur mit Beleidigungen argumentieren zu wollen. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, dass solche Kommentare auf andere überzeugend wirkt.

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