Trendviertel 2011
Die besten Immobilienlagen Deutschlands

Wo wollen die Deutschen künftig leben? Handelsblatt Online beschreibt in einer neuen Serie die wichtigsten Trends auf dem Immobilienmarkt und verrät, welche Regionen für Immobilienkäufer interessant sind.
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Der Schock wirkt bis heute nach. Seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 halten viele Deutsche das internationale Finanzsystems für instabil. Und die Sorgen um die Stabilität des Geldes sind noch weiter gewachsen, seit die Euro-Schuldenkrise im Frühjahr 2010 offen ausgebrochen ist. Die Folge ist eine Flucht in Sachwerte, vor allem in Immobilien. Die Deutschen kaufen verstärkt Eigentumswohnungen und haben so einen Boom auf dem privaten Immobilienmarkt ausgelöst.

In den vergangenen drei Jahren zog in Deutschland die Nachfrage nach Kaufobjekten an – gleichzeitig stiegen die Preise, bei Neubauten etwa um 14 Prozent. Das ist das Ergebnis des Immobilienpreisindexes IMX, den der Internetmarktplatz Immobilienscout 24 auf der Basis von fast zehn Millionen Daten monatlich berechnet.

Preistreibend wirkte auch die Tatsache, dass die Geschäftsbanken zeitweilig mit dafür sorgten, dass das Angebot an Neubauten stagnierte. „Die Kreditgeber drehten in der Krise vielen Projektentwicklern den Geldhahn zu“, sagt Michael Kiefer, Leiter der Immobilienbewertung des Online-Marktplatzes. „Mittlerweile beobachten wir hier zwar wieder eine Normalisierung, aber ob die neuen Objekte die hohe Nachfrage ausreichend befriedigen, bleibt fraglich.“

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise gaben die Banken zwar den Projektentwicklern kein Geld, wohl aber den privaten Häuslebauern. Private Bauherren beleihen ihre eigenen vier Wände selten mit mehr als 60 Prozent des Immobilienwerts, Projektentwickler hingegen mit bis zu 80 Prozent. Baudarlehen an Privatpersonen können die Banken über Pfandbriefe refinanzieren. Für sie ist das ein risikoarmes Geschäft. Für Privatpersonen mit gutem Einkommen war es also nicht nur einfach, Baugeld zu bekommen.

Hinzu kam auch, dass die Zinssätze ausgesprochen günstig waren. Vor einem Jahr waren Baudarlehen im Schnitt mit einem Zinssatz von nur 3,2 Prozent zu haben – so niedrig waren die Zinsen in der Bundesrepublik niemals zuvor gewesen. Wer zu diesem historisch niedrigen Satz einen Baukredit über 100 000 Euro abschloss, zahlt über die Laufzeit von zehn Jahren rund 38 000 Euro weniger als noch drei Jahre zuvor. Zurzeit sind die Sätze mit gut vier Prozent im langfristigen Vergleich immer noch niedrig.

Berufstätige Mütter zieht es in die Stadt

Trotz leicht gestiegener Zinsen hält der  Trend zum Wohneigentum an, weil die Menschen mit steigenden Einkommen rechnen. „Die Aufwärtsbewegung ist vor allem auf die positiven Wirtschaftsaussichten zurückzuführen und auf die steigende Inflationsrate, die höhere Refinanzierungskosten kompensiert“, sagt Bernd Leutner, Geschäftsführer der F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt. Die Gesellschaft berät Wohnungsunternehmen und bewertet ihre Bestände.

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