Trendviertel 2011
Im Kölner Schmelztiegel wird es eng

Die Anziehungskraft Kölns ist ungebrochen. Das treibt die Miet- und Kaufpreise, zumal das Angebot an Neubauten mit der Nachfrage nicht Schritt hält. Doch es gibt auch Viertel, die Immobilieninvestoren meiden sollten.
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Besser könnte es nicht laufen an diesem Mai-Samstag. Nicht für Salvatore Peci und nicht für den 1. FC Köln. Kaiserwetter treibt die Kundschaft ins "Settebello", legendäres Eiscafé der Familie Peci auf der Alteburger Straße in der Kölner Südstadt. Nebenan in der "Ubier Schänke" und gegenüber im "Chlodwig Eck" sorgt Prinz Poldi für gute Umsätze: Die beiden Kneipen zeigen das Bundesliga-Auswärtsspiel des Fußballclubs und seines Kapitäns Lukas Podolski gegen die Frankfurter Eintracht. Um kurz vor 16 Uhr schallt Jubel aus den Kneipen hinüber zu den voll besetzten Tischen des Settebello. Der FC führt 1:0.

Es gibt nicht viele deutsche Großstädte, in denen sich unterschiedliche Milieus und Lebensstile so selbstverständlich vermischen wie in Köln. Die Südstadt ist ohne Zweifel einer ihrer heißesten Schmelztiegel - doch längst nicht der einzige. Student und Studienrat, Handwerker und Akademiker, Künstler und Kleinbürger, in Köln geboren oder zugezogen - auch für das Belgische Viertel oder Sülz, für Nippes und Ehrenfeld, ja sogar für das feine Lindenthal oder das Multikulti-Viertel Mülheim ist dieser Mix durchaus typisch. Er macht es Neuankömmlingen leicht, sich heimisch zu fühlen in einer Stadt, die trotz demografischen Wandels weiter wächst.

Seit vergangenem September ist Köln mit genau 1000298 Einwohnern wieder Millionenstadt. Und das wird so bleiben: Das Statistische Landesamt prognostiziert, dass bis 2030 zehn Prozent mehr Menschen in der Stadt leben werden als heute. Weil gleichzeitig die Zahl der Haushalte steigt, ist klar: Es muss dringend neu gebaut werden. Das weiß auch Baudezernent Bernd Streitberger: "In Köln sind neue Wohnungen in jeder Preislage gefragt", sagt er.

Denn es gibt praktisch keine Reserve: Gerade einmal zwei Prozent aller Wohnungen stehen leer. Zwar habe man es bislang nicht geschafft, wie geplant jährlich 3800 Wohnungen fertigzustellen, räumt Streitberger ein. 2010 aber seien es immerhin deutlich mehr als 3000 gewesen, davon etwa 1000 öffentlich gefördert. "Pro Jahr zwischen 2500 und 3000 Neubauwohnungen, das kriegen wir hin", gibt er sich zuversichtlich.

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