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Stadtentwickler im Interview: „Der Sterbeprozess lässt sich nicht aufhalten“

Nicht überall grassiert der Immobilienboom. In vielen Regionen herrscht Tristesse. Stadtentwickler Frank Burlein will klare Kante: Unattraktive Orte sollen aufgegeben werden. Menschen müssen wegziehen.

Frank Burlein, ist Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) in Wiesbaden. Quelle: PR
Frank Burlein, ist Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) in Wiesbaden. Quelle: PR

Herr Burlein, Deutschland erlebt einen unglaublichen Immobilienboom. Preise und Mieten steigen in Rekordtempo. Versicherer, reiche Unternehmerclans, Fonds und Privatleute steigen in den Markt ein. Alles, was vier Wände hat, ist heißbegehrt…
… das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Der Immobilienmarkt boomt nur in den Wachstumspolen in Deutschland. Auf der anderen Seite gibt es Regionen mit massiver Abwanderung und Leerständen.

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Wo finden Immobilienbesitzer aktuell keine Käufer?
Jede achte deutsche Kommune muss eine Abwanderung der Einwohner beklagen, besonders in Regionen in Sachsen und Sachsen-Anhalt, Ost-Thüringen oder in Brandenburg an der Grenze zu Polen.

Immobilienpreise in Deutschland Wo Immobilien unbezahlbar werden

  • Immobilienpreise in Deutschland: Wo Immobilien unbezahlbar werden
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  • Immobilienpreise in Deutschland: Wo Immobilien unbezahlbar werden
  • Immobilienpreise in Deutschland: Wo Immobilien unbezahlbar werden

Gibt es solche Abwanderungsgebiete auch in den alten Bundesländern?
Aber ja. Nehmen wir nur mal den Westerwald, die Eifel oder die Oberpfalz. Aber auch Regionen in Hessen und im Saarland sind betroffen. Rund 1500 Orte in Deutschland schrumpfen, ein großer Anteil davon hat eine schlechte Zukunftsprognose.

Was vertreibt die Menschen aus diesen Regionen?
Es gibt nicht nur das demographische Problem. Abwanderung gibt es überall, wo die Wirtschaft kriselt oder es keine Arbeitsplätze gibt. Oft gibt es einen Teufelskreis: Ein Unternehmen schließt, die jungen, mobilen Einwohner ziehen weg, dann sinkt die Kaufkraft, Geschäfte schließen, der Ort wird nicht mehr attraktiv und weitere Einwohner ziehen weg. Im Ergebnis gibt es Leerstände von 30 bis 40 Prozent, eine überalterte Einwohnerschaft, die auf Transfers angewiesen ist, und eine sehr schwache Infrastruktur.

So viel geben die Deutschen für Miete aus

  • Hamburg

    2008: 19,6 Prozent*
    2009: 20,5 Prozent
    2010: 20,1 Prozent
    2011: 20,7 Prozent
    2012: 21,7 Prozent

    * Anteil des Nettoeinkommens, der für Miete inklusive Nebenkosten aufgewendet werden muss.

    Quelle: IVD / Statistisches Bundesamt

  • Hannover

    2008: 17,1 Prozent
    2009: 17,7 Prozent
    2010: 18,0 Prozent
    2011: 18,8 Prozent
    2012: 20,0 Prozent

  • Düsseldorf

    2008: 17,9 Prozent
    2009: 17,9 Prozent
    2010: 18,4 Prozent
    2011: 19,0 Prozent
    2012: 19,0 Prozent

  • Köln

    2008: 20,1 Prozent
    2009: 20,1 Prozent
    2010: 19,5 Prozent
    2011: 20,1 Prozent
    2012: 20,3 Prozent

  • Dortmund

    2008: 16,9 Prozent
    2009: 16,9 Prozent
    2010: 16,7 Prozent
    2011: 16,8 Prozent
    2012: 16,9 Prozent

  • Frankfurt

    2008: 21,1 Prozent
    2009: 21,1 Prozent
    2010: 21,0 Prozent
    2011: 21,1 Prozent
    2012: 21,9 Prozent

  • Stuttgart

    2008: 21,5 Prozent
    2009: 21,5 Prozent
    2010: 20,9 Prozent
    2011: 21,0 Prozent
    2012: 22,3 Prozent

  • München

    2008: 21,8 Prozent
    2009: 22,4 Prozent
    2010: 21,8 Prozent
    2011: 22,6 Prozent
    2012: 23,5 Prozent

  • Nürnberg

    2008: 19,4 Prozent
    2009: 18,1 Prozent
    2010: 18,5 Prozent
    2011: 18,9 Prozent
    2012: 19,3 Prozent

  • Berlin-West

    2008: 21,6 Prozent
    2009: 21,6 Prozent
    2010: 21,5 Prozent
    2011: 21,8 Prozent
    2012: 22,7 Prozent

Wie kann man solche Regionen wieder attraktiv machen?
In der Praxis ist das vielfach gar nicht möglich. Wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, dass es in Deutschland bald Wüstungen geben wird. Das betrifft vor allem Orte mit weniger als tausend Einwohnern und Viertel und Quartiere in Städten. Im Ausland gibt es schon längst Geisterstädte, etwa in der Region um Warschau. Dort stehen aber Ruinenfelder, wir sollten den Übergang geplant vollziehen.

  • 31.01.2013, 15:26 UhrMarco99

    Absolut wahr - auch in Süddeutschland gibt es große Städte wo von einem Immobilienboom nichts aber auch gar nichts zu sehen ist. Was kümmert mich denn ob irgendwo in der Hamburger oder Münchner Innenstadt die Preise steigen, für 99% der Wohnfläche in Deutschland existiert kein Boom. Wer glaubt, in den 1% Innenstadtlagen leben zu müssen ist selber schuld.

  • 31.01.2013, 15:35 Uhrfgordon

    Für Stuttgart, Mannheim, Freiburg Karlsruhe stimt das aber nicht auch da legen de Preise deutlich zu - ansonsten gibt es doch kaum mehr große Städte?

  • 31.01.2013, 15:37 Uhrkarstenberwanger

    Tja, wie war es denn früher auf dem Dorf? Sind wir doch mal ehrlich... da war die Frau vom Tante emma Laden, der örtliche Metzger, der Elektrohändler mit überschaubarem Angebot, der Friseur usw usw...das waren alles gemachte LEute und sie konnten gut vom Geld leben, sich etwas leisten und die Leute drumherum kauften aus Vertrauen gern dort ein.

    Heute? Dank volksfeindlicher Politik, rennen genau diese besagten Leute irgendwo in die Stadt um bei einem depperten MEdiamarkt im Lager oder an der Kasse oder im Verkauf seltendämlich in Massen für einen Hungerlohn ackern zu können, da Steuern und Abgaben, finanzielle Belastungen die Leute im Dorf und ihren Läden auffressen...all diese damals gemacht Leute prügeln sich heute mit den idiotischsten sinnlosesten Jobs in Städten herum, weil sie es MÜSSEN.

    wieso gibt es dieses Problem denn in Schweden oder in der Schweiz nicht? Mal drüber nachdenken...

    In D weiss doch 70% der Bevölkerung nicht mal mehr wirklich weshalb sie arbeiten gehen....für eine gute Entlohnung um sich weiterzubilden, etwas mit der Entlohnung gutes anzufangen, GANZ SCIHER NICHT!! Die Leute gehen nur noch arbeiten weil sie überleben müssen und denken höchstens noch daran OB sie überhaupt in den paar Tagen im Jahr in den Urlaub gehen können oder obs für das Lanschulheim des Kindes noch reicht.

    Sprecht doch mal mit Leuten aus z.B. Leipzig und Region, weshalb sie aus den Dörfern und stadtteilen abhauen...nicht weil sie kein Bock mehr dort haben sondern weil dort nichts mehr ist...keine kleinen Geschäfte mehr, weil diesen Leuten die Kosten über den Kopf wachsen und dank unseres Staates der kleine Mann auch kein Risiko mehr eingehen will weil er im Falle eines scheiterns, für ewig zahlen darf.

    Das zum Thema "Abwanderung" in verpesstete Hochbauten wo dann womöglich die BEreicherung mit Migrationshintergrund noch zuschlägt..

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