Trendviertel 2012
Das Rätsel von Köln

Die Domstadt ist eine Metropole und lockt mit Lebensfreude und Freundlichkeit. Trotzdem steigen die Preise nicht so wie sie eigentlich sollten. In welchen Lagen der Kauf jetzt noch lohnt und wo die Mieten steigen.
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KölnDiese Stadt gibt Rätsel auf: Mit einer Million Einwohnern ist Köln zwar die viertgrößte deutsche Metropole. Ihr Immobilienmarkt allerdings steht noch immer im Schatten von Düsseldorf, wo nicht einmal 600.000 Menschen leben, wundert sich Marcus Cieleback, Marktanalyst beim Augsburger Immobilienunternehmen Patrizia. "Ich habe noch nicht herausgefunden, warum das so ist."

"An den Zahlen jedenfalls kann es nicht liegen", sagt er beim Blick auf die Statistik. "Kölns Bevölkerung wächst substanziell durch Zuwanderung." So weist der aktuelle Städtereport der Comdirect Bank für das vergangene Jahr ein Plus von 8.100 Einwohnern aus. Im Jahr 2030 sollen zehn Prozent mehr Menschen in der Stadt leben als heute. Für sie muss neuer Wohnraum geschaffen werden, Reserven gibt es kaum. Nach einer Analyse des Immobilienberaters CBRE stehen nur etwa zwei Prozent aller Wohnungen in der Stadt leer.

Angesichts dessen ist die Beobachtung von Andreas Gräf, Leiter des Wohnungsentwicklers Hochtief Solutions Formart, kaum verwunderlich: "Die Nachfrage nach Eigentums- und Mietwohnungen in Köln steigt." Das beflügelt die Geschäfte der Entwickler. Nachdem in den Vorjahren kaum mehr als 2.500 Wohneinheiten fertiggestellt wurden, waren es 2011 erstmals wieder mehr als 3.000. Derzeit seien etwa 4.100 Wohnungen in Planung, sagt Roland Kampmeyer, Sprecher der Kölner Immobilienbörse (KIB), eines Zusammenschlusses mehrerer Maklerhäuser. Dem Ziel, jährlich 4.000 Wohnungen fertigzustellen, kommt die Stadt also ein Stück näher.

Gleichzeitig stellt sich damit die Frage: Wird sich infolge des steigenden Angebots der zuletzt deutliche Anstieg der Preise und Mieten verlangsamen? In den begehrten und teuren Vierteln wie Lindenthal, Marienburg oder auch der zum Stadtbezirk Altstadt und Neustadt-Süd gehörenden Südstadt zahlten Wohnungskäufer nach Berechnungen des Internetportals Immobilienscout24 im vergangenen Jahr durchweg zwischen zwölf und 14 Prozent mehr für einen Quadratmeter Wohnung als noch 2010.

Projektentwickler Andreas Gräf sieht indes erste Anzeichen einer Preisberuhigung im Neubaubereich: "Die Preissteigerungen in den zurückliegenden Monaten haben nicht ganz den Erwartungen entsprochen", sagt er und ergänzt: "Es scheint in der Spitze doch Limits zu geben."

Kommentare zu " Trendviertel 2012: Das Rätsel von Köln"

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  • Wer den Kölner Markt untersucht, kann dort kein "Rätsel" erknnen.

    Es ist da Ergebnis der typischen Determinanten, v.a. der hohen Arbeitslosigkeit.

    Es wird ehct Zeit, dass die Artikel von objektiven Journalisten geschrieben werden und nicht durch Meinungen von subjektiven Maklern und ihren Partikularinterssen geprägt sind.

  • Vielleicht hat der Autor des Artikel seine Frage im Artikel schon selbst beantwortet.

    "Blick auf die Statistik. "Kölns Bevölkerung wächst substanziell durch Zuwanderung."
    Ein Blick auch dafür, was für Zuwanderer.
    Vielen vergrells da die Lebensfreude.

  • Chorweiler in der zweitteuersten Kategorie? Hier kann es sich entweder nur um einen Fehler handeln - oder die gesamte Datengrundlage taugt nichts. Das Gros der Wohnungen in Chorweiler ist leider in 15-20 Etagenhäusern angesiedelt. Und sicher nicht zu den genannten Preisen...

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