Trendviertel 2012
Die interessantesten Immobilienlagen in Ihrer Stadt

Die Finanzkrise hat einen Run auf Immobilien ausgelöst – die Preise in den deutschen Metropolen steigen und steigen. Handelsblatt Online untersucht in einer Serie 15 deutsche Städte - und sagt wo der Kauf noch lohnt.
  • 6

DüsseldorfJahrelang wurden Wohnungskäufer belächelt. Wie langweilig! Mit Aktien ließ sich Ende des vergangenen Jahrtausends mehr verdienen. Wenn schon Immobilien gekauft wurden, dann blitzblanke Glastürme oder glitzernde Einkaufstempel.

Über offene Immobilienfonds floss auch das Geld vieler Kleinanleger in solche Gewerbeimmobilien. Die brachten mehr Rendite als Wohnungen. Von Wohnungen wollten deutsche Anleger erst recht nichts wissen, als sie sahen, dass sich als Heuschrecken gescholtene Finanzinvestoren damit ihre Flügel verbrannten, wie etwa die insolvente Level One mit 20 000 Wohnungen in Ostdeutschland.

Heute lächelt niemand mehr über Haus- und Wohnungskäufer. Niedrige Zinsen und die Angst vor Inflation im Zuge der großen europäischen Schuldenkrise machten aus Wohnimmobilien wieder attraktive Anlageobjekte. Und nicht nur das: Mit der Investition in Grund und Gebäude befriedigten viele private Investoren ihre Sehnsucht nach beständigen Werten. Die Folge: Häuser und Wohnungen entwickelten sich zu Fluchtobjekten während der großen Eurokrise. Und ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht absehbar.

Mieten und Kaufpreise steigen. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Mafo.de unter tausend Befragten hat deshalb bereits jeder dritte Angst vor einer Immobilienblase in Deutschland.

Schon seit 2009 steigen die Preise von Wohnimmobilien stärker als die von Gewerbeimmobilien, belegen in 125 deutschen Großstädten erhobene Zahlen der Beratungsfirma Bulwien-Gesa. Im vergangen Jahr standen 4,7 Prozent Plus beim Wohnraum 1,6 Prozent bei Gewerbeobjekten gegenüber.

Wohnimmobilienindizes auf Rekordniveau

Wohnimmobilienindizes erreichen zurzeit Rekordwerte, so der Europace Hauspreisindex (EPX) im März mit 106,34 Punkten. Dass die Preise für Eigentumswohnungen besonders schnell klettern, zeigt die Rekordmarke von 109,57 für dieses Teilsegment. Der Index basiert auf Daten von Immobilienfinanzierungen für Privatkunden, die über den Dienstleister Hypoport abgewickelt werden.

Sein Pendant IMX von Immobilienscout 24, der auf Angebotspreisen gründet, sendet die gleichen Signale: 107,6 und 103,1 für Wohnungen beziehungsweise Häuser sind beides nie zuvor gesehene Spitzenwerte. Preissteigerungen bis zu fünf Prozent in den Metropolen allein im ersten Quartal trieben die Indizes nach oben.

Bei der Suche nach den Städten, die die Werte klettern lassen, hat die auf Wohnimmobilien spezialisierte Beratungsgesellschaft F+B ein klares Muster erkannt: Der Ort liegt zentral in seiner Region, lockt Touristen an, und seine Bevölkerung wächst. Die vom Handelsblatt ausgewählten 15 Großstädte erfüllen diese Kriterien.

Seite 1:

Die interessantesten Immobilienlagen in Ihrer Stadt

Seite 2:

Junge Familien bleiben in der Stadt

Kommentare zu " Trendviertel 2012: Die interessantesten Immobilienlagen in Ihrer Stadt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Muss man sich angesichts der sich entwickelnden Immobilienblase nicht jenseits juristischer Terminologie auch mal die Frage stellen, wie valide der Eigentumsbegriff an Immobilien überhaupt ist?

    Glauben wir, weil wir einen amtlich bedruckten Zettel in Händen halten (vulgo Grundbuchauszug) allen Ernstes, deshalb Eigentum [oder auch nur einen Eigentums-Titel) erworben zu haben?

    Wer die Frage mit einem uneingeschränkten JA beantwortet, sollte sich, zumindest als Gedankenexeriment, einfach weigern, die jährliche Grundsteuer zu entrichten, oder die Aufforderung des Bezirksschornsteinfeger-Meisters, ein neues Heiz-System anzuschaffen, ignorieren.

    Daneben könnte man ebenso interessante Erfahrungen machen, würde man sich weigern, die gesetzlich festgelegten Verpflichungen etwa hinsichtlich der Energiesparverordnung umzusetzen.

    Nach Vorgaben seitens EU und Bundesregierung sollen die Energie-Effizienz-Richtlinen ab 2014 nochmal kräftig verschärft werden, was zu erheblichem Aufwand für entsprechende Modernisierungsmaßnahmen führen wird.

    Wer all die angeführten gesetzlichen Bestimmungen schlichtweg unbeachtet lässt, wird sehr bald feststellen, wie vermeintliche Eigentumsrechte an entsprechenden Immobilien tatsächlich zu definieren sind.

    Betrachtet man zusätzlich noch die Auswirkungen von Solvency II auf den erheblichen Immobilienbestand der Versicherungswirtschaft

    http://www.manager-magazin.de/finanzen/immobilien/0,2828,740000,00.html

    steht zu befürchten, dass uns die aktuelle Immobilienblase im Verbund mit regulativen staatlichen Maßnahmen, um die Ohren fliegen könnte.

    Folgt man diesen Betrachtungen, könnte die Frage erhoben werden, ob der Eigentums-Begriff im Zusammenhang mit Immobilien nur als relative Größe zu verstehen und konsequenterweise als "bedingtes Eigentum" neu zu definieren wäre.

  • :S
    ist das etwa SPAM?
    :/

  • STUBI ist einfach sympathisch! Schon bei "Im Ausland leben" waren Ihre Beiträge sehr, sehr hilfreich. Danke dafür!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%