Trendviertel 2012
Die interessantesten Lagen von Hamburg

Nirgendwo sonst in Deutschland fehlen so viele Wohnungen wie in Hamburg. Mieter stehen Schlange und die Preise steigen. Immobilienkäufer müssen bei der Auswahl genau hinsehen. Welche Stadtteile noch Potenzial bieten.
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HamburgWenn das kein gutes Omen für Projektentwickler und Kapitalanleger ist: In Hamburg fehlen fast 93.000 Wohnungen, wie die Analysten des Maklerhauses Engel & Völkers (E&V) ausgerechnet haben. So viele wie in keiner anderen Stadt in Deutschland.

Wo Mangel herrscht, steigen die Preise, lautet eine unumstößliche Kaufmannsregel, die Andreas Schulten, Vorstand des Immobilienmarktanalysten Bulwien-Gesa, klar belegen kann: "Hamburg hatte in den vergangen Jahren den mit Abstand stärksten Anstieg der Mieten unter den sieben größten deutschen Städten." Die kletterten nach Zahlen der Internetplattform Immobilienscout24 auch im zurückliegenden Jahr mit 3,8 Prozent überdurchschnittlich.

Jörg Schmoll, stellvertretender Sprecher des Hamburger Senats, meint zwar, E&V habe mit der Bedarfsschätzung zu hoch gegriffen, räumt aber ein: "Es fehlen 30.000 bis 40.000 Wohnungen." Hamburgs Erster Bürgermeister, Olaf Scholz (SPD), sieht dem Mangel jedenfalls nicht tatenlos zu: "Unser Ziel sind 6000 neue Wohnungen pro Jahr, vielleicht das größte Wohnungsbauprogramm in Deutschland", sagt er.

Damit das auch wahr wird, hat er mit Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft das "Bündnis für das Wohnen in Hamburg" geschlossen. Skeptikern, die dahinter eines der vielen kurzlebigen Politikerversprechen vermuten, ruft er zu: "Und wir dürfen anders als im vergangenen Jahrzehnt nie wieder damit aufhören."

Doch Wollen und Können sind zweierlei. "Die Entwickler haben in den vergangenen Jahren immer über das Fehlen von geeigneten Grundstücken für Wohnungsneubau in Hamburg geklagt", berichtet Marktexperte Schulten. Auch das soll sich ändern. "Wir haben mit jedem der sieben Stadtbezirke Zielzahlen vereinbart, die es ermöglichen, unser Neubauprogramm über Jahre hinaus umzusetzen", versichert Jutta Blankau, Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt. Ein Anfang ist gemacht: 2011 wurde immerhin der Bau von 6800 Wohnungen genehmigt.

Das freut auch Projektentwickler wie Andreas Gräf, Leiter von Hochtief Solutions Formart: "Die Perspektiven in Hamburg für Wohnentwickler sind bestens." Doch die Essener bieten eher Wohnungen im oberen Preissegment: "Je nach Lage und Grundstückspreis rechnet sich für uns eine Entwicklung erst ab einem Verkaufspreis von etwa 3000 Euro pro Quadratmeter", sagt Gräf, gibt aber gleichzeitig zu bedenken: "Hamburg muss darauf achten, dass nicht zu viel Luxuswohnungen auf Kosten bezahlbaren Eigentums entstehen."

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  • Diese Argumentation verstehe ich nicht. Als ob Städt nicht auch wachsen können. Gerade die Verdichtung steht bei den Städteplanern zu Recht weit oben auf der Agenda. Für neu zu bauende Einfamilienhäuser wiet weg von der Stadt muss eine komplette Infrastruktur geschaffen werden: Straßen, Energieversorgung, Bildung, Konsum. Gleichzeitig verstopfen die Pendler anschließend die vorhandenen Straßen ins Zentrum, verpesten die Umwelt. Sie holen sich von der Steuer über die Pendlerpauschale einen Teil dieser überflüssigen Kosten zurück und fallen für das Zenrum als Steuerzahler aus. Hamburg selbst darf dann auch noch an genau diese strukturschwachen Regionen über den Länderfinanzausgleich einen Teil seiner schwer verdienten Steuereinnahmen weiterreichen.
    Ich bin - wie man unschwer erahnen kann - genau der gegenteiligen Ansicht: Schafft es eine Region auf Dauer nicht wirtschaft lich zu überleben, sollte nicht mit immensen Aufwand gegengesteuert werden. Das Zurückbauen und Aufgeben von unselbständigen Regionen sollte erlaubt sein. Die von dort weg ziehenden Menschen können sich eine neue Heimat mit gut bezahlter Arbeit suchen.

  • Was soll das heißen: Mieter'n?
    Wie auch immer: In einer funktionierenden Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage zu einem Preis aufeinander, der von beiden Seiten als Kompromiß angesehen wird.
    In den letzten 50 Jahren hat eine gut gemeinte soziale Wohnungsbaupolitik mit einer ausgesprochen mieterfreundlichen Gesetzgebung dafür gesorgt, dass sich die anbietenden Marktteilnehmer weitestgehend zurückzogen und der Staat, seine Wohnungsbau-Organisationen und auch ein paar Genossenschaften wesentlicher Anbieter wurde.
    Die Mieten wurden gedeckelt, private Investoren engagierten sich in anderen Branchen. Gleichzeitig wurden die staatlichen Ansprüche an Umwelt- Schall- und Lärmschutz bei Bauaktivitäten immer weiter erhöht.
    Nun geht dem Staat das Geld für Sozialwohnungen aus. Man ruft nach den privaten Investoren und siehe da: Alle wundern sich, dass private Investoren lieber im (ungeregelten) Gewerbe/Bürobau investieren und die Wohnungsmieten stark ansteigen.

    Alle, Normal-, Gut- und Schlechtverdiener müssen akzeptieren, dass Wohnen viel teurer ist, als die Mietpreise der Vergangenheit anzeigten.

    Wohnen im Ausland (ich beziehe mich gar nicht erst auf die für Deutsche unglaublichen Preise in London und Paris, sondern auf Warschau, Barcelona, Madrid und sogar Athen) ist viel teurer als in Deutschland. Langsam gleicht sich nun der Wohnpreis in Deutschland den europäischen Nachbarländern an. Dies nicht nur, weil die Länder- und Regionalbudgets sich endlich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren, sondern weil Mieter- und Umweltschutz eben auch kostet...

  • Im ersten Fall ist dem Journalisten eine 0 zu viel an die Zahl gerutscht: Die SAGA-GWG verfügt über 130.000 (nicht 1,3 Mio) Wohnungen.
    Im zweiten Fall wurde der Text fehlinterpretiert: Nicht 2000 EUR in Harvestehude oder Uhlenhorst (das weiss jeder Hamburger), sondern 2000 EUR mehr, als 5800 EUR.

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