Trendviertel 2012
Welche Lagen Investoren nach Freiburg locken

Freiburg wirbt mit hoher Lebensqualität. Immobilienkäufer profitieren von steigenden Preisen und Mieten. Aber nicht alle Lagen haben Potenzial. Wo der Immobilienkauf jetzt noch Chancen bietet.
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FreiburgAlternativ und teuer – so lässt sich der Freiburger Wohnungsmarkt kurz und knapp charakterisieren. In der Rangliste der Städte mit den teuersten gebrauchten Eigentumswohnungen mittlerer Größe rangiert Freiburg bei den Marktforschern von F+B auf Platz sieben – vor Metropolen wie Hamburg, Frankfurt und Stuttgart. Im Schnitt werden 2790 Euro pro Quadratmeter für ein zehn Jahre altes, 75 Quadratmeter großes Apartment fällig, hat F+B ermittelt. Im vergangenen Jahr stiegen die Preise um 4,7 Prozent. „In diesem Jahr geht das so weiter“, sagt Makler Hugo Sprenker, seit 30 Jahren im Freiburger Immobiliengeschäft tätig.

Alternativ ist Freiburg, weil die Stadt schon seit Jahren unkonventionelle Wohnformen fördert und sich ein grünes Image zugelegt hat. Etwa durch den Stadtteil Vauban, in dem nicht nur Solarmodule auf den Dächern auffallen, sondern auch Straßen, in denen kein Auto fährt oder parkt.

Wer in einem der fünf dynamischsten Wohnviertel von Freiburg wohnen möchte, kommt für weniger als 3000 Euro je Quadratmeter Eigentumswohnung lediglich im dörflichen Stadtteil St. Georgen unter. In Mooswald, das in der Statistik von Immobilienscout24 sowohl bei den Eigentumswohnungen als auch den Einfamilienhäusern weit vorn rangiert, wechselten 2011 Immobilien für 85 Millionen Euro den Besitzer, fast dreimal so viele wie im Vorjahr, zeigt der Bericht des Gutachterausschusses für die Ermittlung von Grundstückswerten.

Fragt man Makler Sprenker oder Thomas Dettling, stellvertretender Leiter des Amts für Projektentwicklung, wo die Freiburger wohnen wollen, nennen beide die gleichen Viertel: Wiehre und Herdern. Beide zählen zu den teuersten Stadtteilen in Deutschlands südlichster Großstadt. In der Wiehre wohnen die Lehrer, im noch etwas teureren Herdern Ärzte oder Professoren, jedenfalls Menschen, die Preise bis zu 6000 Euro je Quadratmeter für eine Neubauwohnung zahlen können.

Solange der Grundsatz gilt, was knapp wird, wird teurer, werden die Preise in Freiburg steigen. Der Immobiliendienstleister Savills führt Freiburg hinter Ingolstadt, Lüneburg und München als die Stadt, in der die Wohnraumnachfrage bis 2025 am viertstärksten steigen wird, nämlich um zwölf Prozent. Ein Bedarf, den die 225000 Einwohner große Stadt nur schwer wird decken können.

„In der Kernstadt können wir kein weiteres Bauland ausweisen. Wir stoßen überall an Wald- und Naturschutzgebiete“, sagt Dettling. Dabei hat die Stadt in den vergangenen Jahren mit Vorzeigeprojekten wie Vauban (5500 Einwohner) und Rieselfeld (10000 Einwohner) neuen Wohnraum geschaffen. „So ein Rieselfeld würde uns noch einmal guttun“, sagt Sprenker.

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