Regulierung China bekämpft Immobilienblase

Die chinesische Regierung verstärkt ihre Anstrengungen, den Preisanstieg für Immobilien zu dämpfen. Nach einer Straffung der Geldpolitik in der vergangenen Woche droht nun auch eine Sperre für Wohnungsfinanzierungen.
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Chinesische Stadtwohnungen sollen günstiger werden. Quelle: dpa

Chinesische Stadtwohnungen sollen günstiger werden.

(Foto: dpa)

PEKING. Die vier größten Banken des Landes hätten ihre Kreditquoten für Bauträger in diesem Jahr bereits aufgebraucht, schrieb das amtliche Fachblatt "China Real Estate Business" am Sonntag. Die Institute hätten die Kreditvergabe in diesem Bereich seit Ende Oktober gestoppt und könnten für den Rest des Jahres keine neuen Darlehen mehr vergeben.

Die Regierung gibt den durchweg staatlichen Banken in China zu Jahresbeginn Quoten für die Kreditvergabe vor. In diesem Jahr liegt das erlaubte Volumen für Immobilienfinanzierungen ein rundes Fünftel unter dem Vorjahreswert, um einen weiteren Anstieg der Preise zu verhindern. Stadtwohnungen sind seit Sommer 2009 monatlich um zweistellige Prozentbeträge teurer geworden.

Ein Anstieg der Inflation verschärft die Lage derzeit zusätzlich: Im Oktober stiegen die Preise um 4,4 Prozent. Die Überhitzung des Wohnungsmarkt trägt nicht nur weiter zur Inflation bei, sie verstärkt sich dadurch auch: Wenn die Kaufkraft der Bankguthaben sinkt, wollen die Anleger verstärkt in Sachwerte investieren. Damit droht ein Teufelskreis von Preissteigerungen und Wohnungsspekulationen.

Die Regierung versucht daher, den Preisanstieg zu dämpfen, will jedoch einen harten Absturz unbedingt vermeiden. Ein großer Teil der Finanzbranche und der Realwirtschaft hängt von der Wohnungskonjunktur ab. Neben Wachstumssorgen schauen die Wirtschaftsplaner auch auf die Stabilität der Banken und Wertpapierhäuser. Daher versuchen sie derzeit auszuloten, wie ein harter Schlag gegen die Immobilienspekulanten auf den Rest der Wirtschaft wirken würde. Nachdem die Banken im Sommer einen Stresstest bereits bestanden haben, sollen nun die Broker-Häuser ihre Stabilität nachweisen: Chinesische Medien berichteten am Wochenende, dass die Wertpapieranbieter noch bis Jahresende simulieren müssen, was bei sinkenden Immobilienpreisen mit ihrer Bilanz geschieht.

Peking befürchtet bei Abkühlung des Immobilienmarkts Auswirkungen auf die verschiedensten Branchen, die wiederum alle bei den Banken in der Kreide stehen. Der Wohnungsbau stützt beispielsweise derzeit auch die Baubranche, an der wiederum Zulieferer wie die Stahl- oder Zementhersteller hängen. Ökonomen zufolge sind 60 Prozent des Inlandprodukts mit dem Immobilienmarkt verbunden. Doch angesichts der dramatischen Enwicklung in den USA vor zwei Jahren versucht Peking die Entstehung einer Blase zu verhindern.

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