Reit-Einführung in Deutschland
HSH Nordbank legt ihren ersten Reit auf

Mit der HSH Nordbank plant die erste Landesbank, eine Gesellschaft in einen Reit zu wandeln. Die Hamborner AG soll in einen neuartigen Immobilientrust überführt werden. Der Immobilienwert soll kräftig erhöht werden, Ziel sind Gewerbelagen in Kleinstädten.

BERLIN. Mit der HSH Nordbank plant die erste Landesbank, eine Gesellschaft in einen Reit zu wandeln. „Reit“ ist die Abkürzung für „Real Estate Investment Trusts“. Das ist eine Assetklasse für eine indirekte Immobilienanlage, die in diesem Jahr in Deutschland eingeführt werden soll.

„Wir wollen die jüngst mehrheitlich von der Thyssen’sche Handelsgesellschaft erworbene Hamborner AG in einen Reit umwandeln, sofern das für Investoren attraktiv gestaltet werden kann“, sagte Marc Weinstock, Vorstandsmitglied der HSH N Real Estate AG, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. In der 2004 gegründeten HSH N Real Estate AG hat die HSH Nordbank alle Immobilienaktivitäten mit Ausnahme des Kreditgeschäfts gebündelt. Die Immobilientochter ist im Beteiligungs- und Fondsgeschäft aktiv und entwickelt Projekte.

„Wir sind gerade dabei zu eruieren, was uns ein Reit kosten würde“, sagte Weinstock. Der Vorteil bei einem Reit liege darin, Gewinne steuerfrei an Investoren auszuschütten. Im Gegensatz zu anderen Gesellschaften wird der Reit auf Unternehmensebene nicht besteuert, sofern er 90 Prozent der Erträge an seine Anteilseigner ausschüttet. Die Besteuerung findet auf der Ebene der Anleger statt.

Der Gesetzesentwurf „zur Schaffung deutscher Immobilien-AGs mit börsennotierten Anteilen“ befindet sich derzeit in der parlamentarischen Beratung. „Für uns ist jedoch entscheidend, wie die so genannte Exit Tax gestaltet wird“, sagt der Immobilienmanager. Bisherige Absicht des Gesetzgebers ist es, einen Anreiz für die Mobilisierung von Gewerbeimmobilien zu geben. So ist geplant, stille Reserven, die bei einer Überführung von Immobilien in einen Reit aufgedeckt werden, nur zur Hälfte zu besteuern. „Wir verfolgen den parlamentarischen Verlauf mit größtem Interesse“, sagte Weinstock.

Den Wert der Gewerbeimmobilien der Hamborner AG von gegenwärtig 170 Mill. Euro will Weinstock durch Investitionen mittelfristig auf 500 bis 600 Mill. Euro steigern. Auch bei einem zusätzlichen Einsatz von Fremdkapital soll jedoch eine Eigenkapitalquote von 40 Prozent nicht unterschritten werden. Mit ihrer Marktexpertise will die HSH N Real Estate dafür sorgen, dass die Hamborner schneller als bisher erstklassige Gewerbeimmobilien in kleineren Städten erwerben kann.

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