Reits à la française
Regierung stopft Löcher im Gesetz

Reits sind in Frankreich noch recht jung: Erst seit dem Jahr 2003 hat der Gesetzgeber die Reits à la française geschaffen, die so genannten SIICs (Sociétes d'investissements). Die Folge: Frankreichs neue Immobilienaktien kamen schnell – aber mit kleinen Fehlern.

PARIS. Den Beweis für den Erfolg der französischen Varianten von Reits (Real Estate Investment Trust) hat vergangene Woche der Börsenbetreiber Euronext erbracht. Dessen Arbeitskreis Börsenindizes hat die Immobiliengesellschaft Unibail geadelt und in den sehr exklusiven Club der Werte des französischen Cac-40 aufgenommen, dem französischen Pendant zum Dax-30. Unibail hat die Rechtsform eines Reits.

„Das ist für die Branche ein historisches Ereignis“, sagt Olivia Millioz, Expertin des Institut de l'Epargne Immobilière et Foncière (IEIF), einem Verband zur Förderung des Immobiliensparens. Denn die Reits sind in Frankreich noch recht jung: Erst seit dem Jahr 2003 hat der Gesetzgeber die Reits à la française geschaffen, die so genannten SIICs (Sociétes d'investissements).

Die Steuervorteile lösten einen wahren Boom aus: Das gilt sowohl für die Zahl der Neugründungen und Fusionen/Übernahmen, als auch für die Kursentwicklung der Immobiliengesellschaften, die rasch die Form einer SIIC annahmen.

Der vom Institut IEIF aufgelegte Index für französische Reits hat allein seit Anfang 2003 bis Ende März 2007 um über 220 Prozent zugelegt. Der Cac-40 schaffte in diesem Zeitraum nur rund 75 Prozent. Schon mehren sich Analysten-Stimmen, die vor einer Überbewertung des Sektors warnen. Unibail wird derzeit laut dem Datendienst Bloomberg mit dem 25fachen des für 2007 erwarteten Gewinns bewertet. Der Cac nur mit dem 17fachen.

Den Reits könnten aber schon bald Probleme bevorstehen: Der Erfolg der SIICs hat den Gesetzgeber auf den Plan gerufen. Denn viele Konzerne nutzen die Möglichkeit der SIICs, steuergünstig ihr Immobilienvermögen an die Börse zu bringen. Dabei bleiben die Alt-Eigner die dominanten Aktionäre, der Streubesitz dagegen ist oft verschwindend klein. „Damit wird das Ziel der SIICs, dem breiten Publikum das Immobiliensparen zu erleichtern, verfehlt“, sagt Sandra Hazan, Steuerexpertin der Kanzlei Salans.

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