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18.03.2005 
Anziehende Preise sollen den Rubel rollen lassen

Reits auf dem Vormarsch

von Martin Gerth

Paris ist ein teures Pflaster: Bis vor kurzem zahlte der französische Steuerzahler für die Dienstwohnung von Finanzminister Hervé Gaymard 14 000 Euro monatlich - zu viel, wie Frankreichs Bürger befanden. Der 44-Jährige ist seinen Job und die 600 Quadratmeter große Bleibe inzwischen los. Gaymards Vorgänger Nicolas Sarkozy hat im Pariser Immobilienmarkt weit dauerhaftere Spuren hinterlassen.

PARIS. Manche Marktbeobachter meinen, er habe ihn revolutioniert: Sarkozy hob 2003 die Sociétés d’Investments Immobiliers Cotees (SIIC) aus der Taufe, eine französische Variante der Reits - jener Real Estate Investment Trusts, der amerikanischen Immobilienaktien. Innerhalb kurzer Zeit wuchsen die SIICs auf ein Volumen von 20 Milliarden Euro. Ähnliches sollen die Reits von 2006 an auch in Deutschland erreichen.

Reits sind aktiv gemanagte Immobilienportfolios, die wie eine Aktie an der Börse gehandelt werden. Sie bündeln beispielsweise Immobilien, die Industrieunternehmen ausgliedern, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, oder öffentliche Liegenschaften, die der Staat versilbern will.

Vor allem steigende Mieteinnahmen und anziehende Immobilienpreise sollen den Rubel rollen lassen. Anders als offene Immobilienfonds, die überwiegend in Bürohäuser investieren, konzentrieren sich Reits auf spezielle Marktsegmente, darunter auch Einkaufszentren, Hotels oder Lagerhallen.

Eichel will mit Steuererleichterungen locken

Der klamme Bundesfinanzminister Hans Eichel forcierte den Start der deutschen Reits maßgeblich. Er verspricht sich von den neuen Immobilienaktien zusätzliche Steuereinnahmen. Unternehmen, die bisher aus Steuergründen davor zurückschreckten, ihre Immobilien zu verkaufen, will Eichel damit locken, dass der Erlös beim Verkauf an einen Reit nur zur Hälfte zu versteuern wäre. Der Reit selber müsste Erträge aus Käufen und Verkäufen dagegen nicht versteuern. Stattdessen bittet der Fiskus die Anleger zur Kasse. Sie müssten die jährlichen Ausschüttungen versteuern.

Ob die Steuerregeln so kommen, ist noch unklar. Lobbygruppen aus der Finanzbranche versuchen, Einfluss auf den gesetzlichen Rahmen zu nehmen. Kein Wunder: "Das Potenzial für deutsche Immobilienaktien liegt in den kommenden fünf Jahren bei etwa 100 Milliarden Euro", prognostiziert Stefan Thomas-Barein, Fondsberater der Reuschel Bank. Von diesem Kuchen wollen sich die Anbieter der Fonds und Zertifikate nur allzu gern eine dicke Scheibe abschneiden.

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Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bislang ist ein Investment in ausländische Fonds möglich.

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