Reits
Steuervorteil genügt nicht

Geht es um Immobilien, ist der Begriff „Reit“ (Real Estate Investment Trust) derzeit untrennbar mit der Thematik verbunden. Die Umwandlung in solch einen Reit verspricht Steuervorteile und gilt als Modell der Zukunft. Das Problem: Die etablierten Aktiengesellschaften können vorerst nicht auf den Zug aufpsringen.

„Und wann wird Ihre Gesellschaft ein Reit?“ Wahrscheinlich können die Vorstände etablierter deutscher Immobilienaktiengesellschaft diese Frage schon nicht mehr hören – so oft haben sie derartige Fragen in den letzten Monaten beantworten müssen. Noch dazu mussten sie oft abwinken. Das Gesetz macht Gagfah, IVG & Co. einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen stehlen eher unbedeutende Börsenneulinge den Etablierten in der Öffentlichkeit die Schau mit ihren Ankündigungen, eine steuerbegünstigte Immobilien-AG werden zu wollen.

Die Gagfah kann kein solcher Real Estate Investment Trust (Reit) werden, weil sie Wohnimmobilien besitzt, die IVG nicht, weil ihr Dienstleistungs- und Projektentwicklungsgeschäft über das für Reits gestattete Maß hinausgeht. Verblassen Gesellschaften ohne Reit-Status neben den Reit-Stars?

„Klassische Immobilienaktiengesellschaften werden unter Umwandlungsdruck kommen. Schließlich können sie wegen des Steuernachteils weniger Geld an die Aktionäre ausschütten“, sagt Hans Volkert Volckens, Reit-Experte und Leiter der Steuerabteilung bei der Anwaltskanzlei Beiten Burkhardt. Gesellschaften, die die Chance dazu hätten, sollten Reit werden, meint Stefan Leibold, Manager des E & G Immobilienaktienfonds. Doch warnt er: „Durch die Reit-Form wird das Management einer Immobilien-AG nicht besser.“ Will sagen: Wenn der Vorstand Anleger bisher nicht begeistern konnte, wird es ihm auch als Reit-Manager nicht gelingen.

Dass sich Investoren vom Reit-Status blenden lassen, schließen Experten aus. „Der Immobilienaktienmarkt wird von Profis dominiert“, sagt Irenäus Stanislawek, Immobilienaktienexperte der Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Reit sei ein Investitionsvehikel für institutionelle Anleger. „Einem kollektiven Wahn wie dem der Privatanleger am Neuen Markt werden die Institutionellen wegen des Reit-Status nicht verfallen“, versichert Fondsmanager Leibold.

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