Rekord an Zwangsvollstreckungen
US-Immobilienkrise verschärft sich

Immer mehr Hausbesitzer in den USA können ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen. Millionen von Amerikanern haben höhere Schulden auf ihr Haus als dieses noch wert ist. Auch in Bundesstaaten, die bisher noch verschont geblieben sind, häufen sich jetzt die Zwangsvollstreckungen. Das ist fatal: Solange die Immobilienkrise anhält, wird Amerika nicht aus der Rezession herauskommen.

HB WASHINGTON. Die Finanzkrise hat ihren Urspung auf dem US-Immobilienmarkt. Solange sich dieser nicht wieder stabilisiert, wird es nach Ansicht von Experten auch keine generelle Erholung geben. Auch Präsident Obama hat bereits mehrfach betont, dass ein Erfolg im Kampf gegen die Rezession davon abhängen werde, wie es gelinge, die Immobilienkrise in den Griff zu bekommen. Danach sieht es momentan nicht aus.

Die Zahl der amerikanischen Hausbesitzer, die ihren Hypothekenzahlungen nicht mehr nachkommen können, hat eine neue Rekordhöhe erreicht. 3,3 Prozent aller Hausbesitzer, die eine Hypothek abzahlen müssen, befanden sich nach Angaben des US-Verbands der Hypothekenbanken (MBA) in Washington im Dezember 2008 im Prozess der Zwangsvollstreckung. Das bedeute eine Steigerung von 128 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2007 und eine Rekordzahl seit der Einführung der MBA-Statistik 1972.

Die Preise der US-Immobilien waren den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um durchschnittlich 20 Prozent gefallen. Etwa acht Mio. Hausbesitzer in den USA haben demnach höhere Schulden auf ihr Haus als es derzeit noch Wert hat. Wenn die Häuserpreise weitere fünf Prozent nachgeben, droht zusätzlich 2,2 Millionen Hausbesitzer dasselbe Schicksal. Damit wäre ein Viertel aller amerikanischen Hypothekenschuldner in der Situation, dass die Höhe ihres Darlehens den Wert des damit gekauften Wohneigentums übersteigt.

Während bisher vor allem die Bundesstaaten Kalifornien, Florida, Nevada, Arizona and Michigan von der Immobilienkrise betroffen gewesen seien, gebe es nun auch zunehmend mehr Zwangsvollstreckungen in den Staaten Louisiana, New York, Georgia, Texas and Mississippi.

"Wenn überhaupt gibt es wenige Anzeichen für eine Trendwende in den Daten", sagte S&P-Experte David Blitzer. "Der größte Teil der Nation steckt in einem Abwärtssog."

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