Renditen von bis zu neun Prozent
Logistik-Immobilien: Von Wachstumsschwäche keine Spur

Jährliche Wachstumsraten von drei bis vier Prozent, stabile Mietpreise bei stetig anziehender Nachfrage, und das mitten in Deutschland: Was auf dem Büroimmobilienmarkt wie ein Märchen klingt, ist für die Betreiber von Logistikimmobilien Realität. "Kein Immobilienzweig wächst hierzulande stärker, und die Aussichten sind weiterhin gut", meint Stephan Freitag, Vorstand beim Logistikimmobilienentwickler Garbe Logistic AG in Hamburg.

DÜSSELDORF. Dabei waren Lagerhallen vor wenigen Jahren noch ausschließlich ein Markt für eine Hand voll Spezialisten. Mittlerweile hat sich die ehemalige Nische jedoch in eine Wachstumsbranche verwandelt. Das liegt zum einen an der Osterweiterung der EU, die Deutschland weiter in die Mitte Europas katapultiert hat. Deutschland ist das Transitland Nummer eins innerhalb der Union und entwickelt sich mehr und mehr zur Drehscheibe des Waren- und Güterverkehrs von West nach Ost und umgekehrt.

Zum anderen nimmt der Trend zum Outsourcing auch in der Logistik immer weiter zu, und der Faktor Zeit spielt für den Transport von Gütern und Waren eine immer größere Rolle. "Wer früher mit einem Zentrallager in Belgien oder Frankreich gut aufgestellt war, muss sich nach der Osterweiterung überlegen, ob nicht ein neues Zentrallager in Deutschland strategisch sehr viel günstiger wäre", so Rainer Koepke, Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Industrie-Immobilien bei Jones Lang LaSalle in Frankfurt.

Nach einer Studie der Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft (ATL) am Fraunhofer Institut in Erlangen umfasst der Logistik-Markt in Deutschland ein Gesamt-Volumen von 156 Milliarden Euro und ist damit der Logistik-Standort Nummer eins in Europa. Im Inland belegt die Branche den vierten Platz hinter dem Fahrzeugbau (271 Mrd. Euro), der Elektrotechnik (167 Mrd. Euro) und dem Maschinenbau (157 Mrd. Euro). Allein im Bereich der flächenrelevanten Logistik-Dienstleistungen liegt das Volumen bei insgesamt 80 Milliarden Euro im Jahr. Ausgelagert ist davon jedoch derzeit nur etwa ein Viertel. "Daraus ergibt sich für die kommenden Jahre ein weiteres deutliches Fremdvergabe-Potenzial und damit eine weitere signifikante Nachfrageerhöhung nach zeitgemäßen Logistik-Immobilien", so Garbe-Vorstand Freitag.

Die Anbieter von Logistik-Immobilien erzielen an den besten Standorten derzeit Renditen von bis zu neun Prozent. "Der Durchschnitt liegt etwa bei acht Prozent, und damit immer noch weit höher als für Büros in besten Lagen", so JLL-Geschäftsführer Koepke.

Zwar gibt es in Deutschland bereits einen relativ großen Bestand an Logistikimmobilien. Allerdings sind viele der heute verfügbaren Anlagen veraltet und entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Große und moderne Hallen sind gegenüber Alt-Immobilien klar im Vorteil, erst recht, wenn sie an einem günstigen Standort liegen.

Als solche gelten vor allem Verkehrsknotenpunkte, die gute Anbindungen an Autobahnen, Bahn oder Wasserwege aufweisen. Besonders begehrt aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage sind Logistik-Zentren in den Regionen Hamburg, Frankfurt am Main, München und im Ruhrgebiet, aber auch Berlin und Leipzig haben Zukunftspotenzial.

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