Rhein und Ruhr
Büromarkt bietet guten Ausblick

Am Rhein ist die Immobilienbranche gesund. An der Ruhr hingegen herrscht noch Nachholbedarf.

HB KÖLN. Es war ein gutes erstes Halbjahr für Nordrhein-Westfalens Büroimmobilienmärkte: Ob in Köln oder Düsseldorf, in Essen oder Dortmund, überall wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich mehr Büros vermietet als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor. So wurden in Köln zwischen Januar und Juni mit 116 000 Quadratmetern so viel Büroraum neu vermietet wie noch nie zuvor, berichtet der internationale Immobilienberater Atisreal in seiner aktuellen Analyse. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 21 Prozent. Düsseldorf meldet einen Zuwachs von 37 Prozent, in Dortmund waren es 19 Prozent mehr und in Essen wurde - dank einer Großanmietung von 11 000 Quadratmetern - fast doppelt so viel Bürofläche abgesetzt wie im ersten Halbjahr 2005. Frankfurt am Main hingegen litt auch in den ersten sechs Monaten 2006 weiterhin unter der seit Jahren schwachen Nachfrage und meldet ein Minus von 32 Prozent.

Alles in Butter also auf den Immobilienmärkten an Rhein und Ruhr? Ja und nein. Denn das Bild ist differenzierter, als es die Zahlen suggerieren. "Düsseldorf etwa ist als Sitz der Landesregierung und diverser Konzernzentralen, darunter Eon, Metro Group, C&A, und Henkel ein gewachsener Verwaltungsstandort", sagt Bernd-Uwe Willer, Leiter der Atisreal-Niederlassung in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Weil die Stadt überdies der bundesweit führende Standort von Beratungsunternehmen sei, habe sie sich zum wichtigsten Dienstleistungs- und Bürostandort in NRW entwickeln können.

Selbst Essen als größter Dienstleistungsstandort des Ruhrgebiets habe "Nachholbedarf im tertiären Sektor", sagt Willer. Erst recht gilt das für die übrigen Ruhrstädte, trotz des Strukturwandels: Immer noch harren riesige, ehemals industriell genutzte Brachflächen im Ruhrgebiet einer neuen Nutzung. Manche sind bereits auf dem besten Weg: So soll das 200 Hektar große Gelände des ehemaligen Stahlwerks "Phönix" im Dortmunder Stadtteil Hörde zum Standort für Mikro- und Nanotechnologie ausgebaut werden. Der erste Bauabschnitt wurde bereits eröffnet, der zweite ist im Entstehen. Auch in Essen klagt man nicht über mangelndes Flächenangebot. Allein im Gewerbegebiet Econova unweit der A 42 steht Industrieunternehmen und Logistdienstleistern eine Fläche von 152 Hektar zur Verfügung.

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