Risikostreuung
Conwert profitiert von Service

Österreichs große börsennotierte Immobiliengesellschaften sind anders. Sie diversifizieren, wo deutsche Konkurrenten fokussieren. Das gilt für den Gewerbe- wie auf dem Wohnungssektor. So holte die Wiener Conwert Immobilien Invest AG vor wenigen Tagen mit einem Schlag so viele Dienstleistungen wie möglich ins eigene Haus, die sie nun auch anderen anbieten will.

MÜNCHEN. So konzentriert sich beispielsweise die Bonner IVG Immobilien auf europäische Büroimmobilien. Ihre Pendants in Österreich – Ca Immobilien Anlagen und Immofinanz – dagegen streuen das Risiko über mehrere Nutzungsarten von Büro über Einzelhandel bis zur Logistik. Die Immofinanz hat zusätzlich sogar riesige Wohnungsbestände. Und während die Gagfah, Deutschlands größter gelisteter Wohnungsinvestor, Dienstleistungen rund um die Wohnungen möglichst auslagert, holte die Wiener Conwert Immobilien Invest AG vor wenigen Tagen mit einem Schlag so viele Dienstleistungen wie möglich ins eigene Haus, die sie nun auch anderen anbieten will.

Nach dem Erwerb von 25 Immobiliendienstleistungsgesellschaften für 216 Mill. Euro nennt sich die Conwert nun selbst einen „europäischen, voll integrierten Wohnimmobilienkonzern“. Künftig stehen in Österreich Hausverwalter, Baumanager, Immobilien- und sogar Versicherungsmakler auf der Lohnliste der Wiener. Die Konsequenz: Wenn der Versicherungsmakler Conwert-Gebäude absichert, verdient Conwert an seinen Provisionen mit. Verkäufer der österreichischen Dienstleister ist die Wiener Privatbank Immobilieninvest AG. In Deutschland kaufte Conwert bei dieser Gelegenheit gleich auch noch den Wohnungsprivatisierer Alt & Kelber. Auch Alt & Kelber verwaltet und makelt zusätzlich.

„Wir werden unser Dienstleistungsgeschäft auch anderen zur Verfügung stellen“, sagte Johann Kowar, Vorstandschef von Conwert dem Handelsblatt. Die neuen Geldquellen sollen sich auch im Ergebnis niederschlagen. Statt von Analysten erwarteter 110 Mill. Euro Gewinn nach Steuern rechnet Conwert nun mit 138 Mill. Euro. Die privaten Verkäufer haben sich Kowar zufolge bereiterklärt 70 Prozent ihres Verkaufserlöses in Conwert-Aktien zum Kurs von 15 Euro anzulegen. Sie zahlen damit zwei Euro mehr als an der Börse. „Dreizehn Euro sind ein beschämender Wert“, hadert Kowar mit dem Kurs. Als Nettovermögenswert, Immobilienvermögen minus Schulden, nennt er 15,33 Euro.

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