Ruhrgebiet
Halbjahresbilanz fällt gut aus

Umzugspläne von Großkonzernen beleben das Geschäft. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres fanden an Rhein und Ruhr mehr Büroflächen neue Nutzer als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

eul DUISBURG. Ohne den Flächenabsatz von Eigennutzern gingen in Essen 41  400 Quadratmeter (qm) Fläche vom Markt, fast doppelt soviel wie im ersten Halbjahr 2005. Diese Zahlen nennt das Maklerunternehmen Cubion aus Mülheim an der Ruhr. Noch besser schnitt die Nachbarstadt Duisburg ab. Hier wurden Verträge über insgesamt 44  200 qm Bürofläche unterschrieben. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 183 Prozent.

„Eine Mega-Anmietung am Innenhafen gab dafür den Ausschlag“, sagt Cubion-Geschäftsführer Stefan Orts. Der Oberhausener Kraftwerksbauer Hitachi wird 19  000 qm im „Hitachi Power Office“ beziehen. Die neue Konzernzentrale ist derzeit in Bau. Mit zwei weiteren Neuzugängen behauptete Duisburgs Bürolage am Wasser ihre Position als erfolgreichster Teilmarkt der Stadt überhaupt. Aber auch Dortmunds Büromarkt ist deutliche im Plus. Ohne Eigennutzer wurden hier 29  500 qm Bürofläche neu vermittelt, etwa 20 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2005. „Alle großen Anmietungen erfolgten hier fast schon traditionell durch die Öffentliche Hand, die durch ihren Flächenbedarf 50 Prozent des Gesamtumsatzes ausgelöst hat“, sagt Makler Orts.

Das gestiegene Mietinteresse sorgte in Essen für einen Rückgang des Überangebotes, während sich der Anteil ungenutzter Einheiten in Dortmund und Duisburg noch erhöhte. Nach Angaben des Immobilienberaters Atisreal stehen in Essen aktuell 5,5 Prozent aller Flächen oder umgerechnet 186 000 qm leer. In Dortmund finden 162  000 qm keine Mieter. Das sind 5,9 Prozent. Cubion meldet aus Duisburg einen Anstieg des insgesamt geringen Überhangs von 2,9 auf 3,2 Prozent.

Nach Recherchen von Atisreal zog die Spitzenmiete in Essen um knapp drei Prozent auf 11,50 Euro pro Monat und Quadratmeter an. In Dortmund würden weiterhin bis zu zwölf Euro/qm gezahlt. Stefan Orts nennt für Duisburg einen Spitzenpreis von 12,20 Euro/qm.

Größere Verschiebungen im Marktgefüge sind in den kommenden Monaten vor allem für Essen zu erwarten. Dort trägt sich nämlich ein Großnutzer mit Umzugsgedanken: Die Eon Ruhrgas AG wünscht sich eine neue Konzernzentrale. Der 30 Jahre alte Standort in Huttrop habe baulich und klimatechnisch ausgedient. Auch brauche man für die 1 500 Mitarbeiter mehr Platz. 30  000 qm im Hauptgebäude und einige weitere in Nebengebäuden reichen nicht mehr aus. Zwei Grundstücke für einen Neubau mit bis zu 50  000 qm Bruttogeschossflächen stehen zur Auswahl: eins im Umfeld der Messe Essen und eins in direkter Citylage. Auch der Stahlkonzern ThyssenKrupp beglückt die Stadt mit einem Neubau. Er gibt dafür seinen Stammsitz in Düsseldorf auf.

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