Rundum-Sorglos-Pakete
Heinzelmännchen wirken im Hotel

Modernes Facility Management muss serviceorientiert sein. Der Markt ist hart umkämpft.

HB DUISBURG. Gerade hat Joseph Finnita im Hamburger Luxushotel Atlantic Kempinski eingecheckt. Seinen Koffer hat der amerikanische Geschäftsmann dem Concierge in die Hand gedrückt, der Laptop klemmt unter seinem Arm. „Good afternoon. You had a pleasant journey?“, hatte ihn der Hotelboy zuvor gefragt. „Yes, thanks“, hatte Finnita ein wenig überrascht geantwortet. Rasch begibt sich der Gast nun zum Fahrstuhl und fährt in den dritten Stock auf sein Zimmer. Vor seinem Termin möchte er kurz ins Internet, ein paar Daten seiner Firma überprüfen. Als er seinen Computer an den dafür vorgesehenen Steckplatz anschließt, tut sich allerdings nichts. Er greift zum Hörer und meldet sich an der Rezeption. Kurz darauf ist ein Techniker zur Stelle. Ein paar Handgriffe später surft Mister Finnita happy durchs Netz.

Wäre der Fahrstuhl stecken geblieben, im Konferenzsaal eine Glühbirne durchgebrannt, hätte sich in der Lobby eine Kachel gelöst oder wäre die Klimaanlage ausgefallen – auch diese Aufgaben hätten die Gebäudemanager der Hamburger Luxusherberge bewältigt. Das Besondere: Der gesamte technische Service für das Hotel kommt zwar aus einer Hand, aber die Dienstleister sind keine Hotelangestellten. „Früher meinte man in der Hotellerie, man könne alles mit eigenen Mitarbeitern bewältigen“, sagt Sebastian Heinemann, geschäftsführender Direktor des Hotels Atlantic Kempinski Hamburg. Höhere Qualität, niedrigere Kosten im Vergleich zum Gebäudemanagement durch eigene Angestellte und größere Flexibilität seien ausschlaggebend gewesen, die gebäudebezogenen Dienstleistungen an ein qualifiziertes Partnerunternehmen auszugliedern. Der Verzicht auf eine eigene technische Abteilung habe sich wirtschaftlich bezahlt gemacht.

Kein Einzelfall. Längst steuern unsichtbare Hände den Betrieb von Bürohäusern, Hotels und Industrieanlagen. Mit Hausmeisterdiensten hat modernes Facility Management wenig gemein. Wer wie ein Kölner Heinzelmännchen leise und unauffällig wichtige Handgriffe erledigen will, muss mehr können, als Türen aufhalten und nett lächeln. Gut ausgebildet, serviceorientiert, sicher im eigenen Auftreten und mindestens einer Fremdsprache mächtig, umschreibt die Branche das Anforderungsprofil. „Die Qualität der Leistung ist wichtig, ebenso Zuverlässigkeit, denn der Facility-Management-Markt ist heiß umkämpft“, sagt Werner Weber, Geschäftsführer Wisag Facility Management GmbH (WFM) in Frankfurt. WFm betreut das Hamburger Hotel. Die Firma gehört mit 19 700 Mitarbeitern und einem Konzernumsatz von 557 Mill. Euro im vergangenen Jahr zu den größten konzernunabhängigen Anbietern von Facility-Management-Leistungen in Deutschland.

Seite 1:

Heinzelmännchen wirken im Hotel

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%