Schattenwirtschaft
Freundschaftsdienst oder Schwarzarbeit?

Die Grenzen zur Schwarzarbeit sind fließend: Unbezahlte Freundschaftsdienste sind erlaubt; doch sobald Geld fließt oder sonstige Sachleistungen bezahlt werden, wird es eng. Schlimmstenfalls droht eine Strafanzeige.

Eine Emnid-Umfrage im Auftrag der BHW-Bausparkasse ergab, dass sich trotzdem viele Bauherren nicht vorab über die Rechtslage informieren oder es einfach drauf ankommen lassen. Laut dieser Umfrage halten jedoch 36 Prozent der Befragten Schwarzarbeit als eine Straftat.

Eine weitere Umfrage zum Thema führte unlängst das Immobilienportal immowelt.de durch. Hier vertraten sogar mehr als die Hälfte der Befragten die Ansicht, dass Schwarzarbeit „illegal und unmoralisch“ sei. Die übrigen Befragten halten Schwarzarbeit für ein Kavaliersdelikt (18 Prozent) oder meinen, dass sie aufgrund ihrer finanziellen Lage die Dienste der Schattenwirtschaft beanspruchen müssen, obwohl ihnen dabei nicht ganz wohl sei (rund 30 Prozent). In der BHW-Umfrage stuften 55 Prozent der Deutschen Schwarzarbeit in „kleinerem Umfang“ noch als Kavaliersdelikt ein, sechs Prozent halten Schwarzarbeit auch in einem größeren Umfang für ein Kavaliersdelikt.

Die BHW-Bausparkasse weist zudem darauf hin, dass Freundschaftsdienste keine Schwarzarbeit seien. Dabei komme es darauf an, dass die Hilfsleistungen nicht auf Gewinn ausgerichtet seien. Erlaubt sei es hingegen, den Helfern Aufwendungen für Fahrtkosten, Material und Arbeitskleidung zu begleichen sowie ein kleines Entgelt als Dankeschön zu zahlen. Wie hoch die Grenze für ein Dankeschön-Entgelt sei, liege allerdings im Ermessen der Gerichte, Pauschalen gebe es nicht. Als Alternative zur Schwarzarbeit böten sich laut BHW die Dienste von 400-Euro-Jobbern an. Diese seien steuervergünstigt.

Wichtig ist auch, dass Helfer versichert seien. Sie sollten bei der Bau-Berufsgenossenschaft angemeldet werden, damit diese gegen Personenschäden durch Arbeitsunfälle versichert sind, betonen die BHW-Experten. Dies gelte auch für helfende Freunde und Nachbarn. Die Kosten hierfür belaufen sich je nach Region auf rund zwei Euro pro Arbeitsstunde. Wenn Bauherren dieser Verpflichtung nicht nachkommen, müssen sie mit einem Bußgeld rechnen. Schlimmer noch: Verletzt sich ein Schwarzarbeiter auf der Baustelle und trägt einen dauerhaften Schaden davon, könne der Auftraggeber schlimmstenfalls zu lebenslangen Rentenzahlungen verpflichtet werden.

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