Schlechte Zeiten
Investoren meiden Logistikimmobilien

Nach einem wahren Boom stürzt der Markt für Industrieflächen ab. Besonders hart getroffen wurde der deutsche Markt für Logistik- und Hallenflächen. Die Flaute überrascht kaum - angesichts der globalen Wirtschaftskrise, unter der Exportweltmeister Deutschland besonders zu leiden hat.
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MÜNCHEN. Welche Folter für einen Investmentmann: "Seit anderthalb Jahren haben wir nicht mehr gekauft", sagte Klaus Kortebein, Deutschlandchef der auf Logistik-, Industrie- und Büroimmobilien spezialisierten Investmentgesellschaft Valad Property Group, zum Abschluss der Immobilienmesse Expo Real in München.

Buddy Roes, dem Leiter der Logistikfondssparte von Schroder Property in Deutschland, erging es derweil nicht anders: "Wir werden erst wieder aktiv, wenn die Preise nicht mehr unter Druck sind." Bis es soweit sei, lege man vorhandenes Eigenkapital lieber auf die hohe Kante. "Never catch a falling knife" - versuche niemals, ein fallendes Messer zu fangen - laute eben zurzeit branchenweit die Devise, brachte Kortebein die Stimmung in der Branche auf den Punkt.

Das erklärt, warum nur noch wenig läuft auf dem europäischen Investmentmarkt für Logistikimmobilien. In der ersten Jahreshälfte 2009 flossen gerade einmal 2,2 Mrd. Euro in den Markt, ein Minus von 50 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008, wie der Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL) in einem aktuellen Marktbericht feststellt.

Besonders hart getroffen wurde der deutsche Markt: Nur 250 Mio. Euro investierten Käufer zwischen Januar und Juni in Logistik- und Hallenflächen, ein Einbruch von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Bis zum Ende des Jahres werden wir insgesamt ein Transaktionsvolumen von 500 bis 600 Millionen Euro erreichen", prognostiziert Lutz Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter des Düsseldorfer Beratungshauses Aengevelt Immobilien. Was für ein Absturz: Im Boomjahr 2007 pumpten internationale Investoren 2,6 Mrd. Euro in den deutschen Markt für Industrieimmobilien - und selbst im vergangenen Jahr wurde ein immer noch achtbares Ergebnis von 1,8 Mrd. Euro erreicht.

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