Schönheitswettbewerb für die City West
Berliner Zoobogen buhlt um Investoren

In einem Hauptstadt-internen Schönheitswettbewerb setzt der Entwickler BBIG die City West in Szene.

HB BERLIN. 50 Jahre ist es her, dass der Zoo-Palast mit der „Zürcher Verlobung“ eröffnete. In den Hauptrollen spielten Liselotte Pulver und Bernhard Wicki – zwei Stars der Wirtschaftswunderzeit. Das Kino entstand an der Stelle des legendären „Ufa-Palasts am Zoo“, der im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Hier steht es noch immer, doch der Glamour ist abgeblättert. Nach der Wende flossen Millionen in den Ostteil der Hauptstadt. Den Westteil der Stadt rund um Kurfürstendamm, Tauentzien ließen die Immobilienentwickler links liegen. Nachdem dann noch im Bahnhof Zoo keine Fernzüge mehr hielten, wurde die Angst vor einer Abwertung der City West noch größer.

Doch dieser Gefahr soll Einhalt geboten werden: Die Bahn will auf ihrem Gelände bauen, auch der Hardenbergplatz soll aufgewertet werden, mehrere Hochhäuser sind in Planung, und ab 2009 soll ein Riesenrad Touristen in den Westen locken. Am weitesten fortgeschritten sind die Pläne für den Umbau des Zoobogens, ein Gebäudeensemble, zu dem neben dem Zoo-Palast auch das Büro- und Geschäftsgebäude „Bikinihaus“, das Fernsehstudio „Blaue Kugel“, in dem bis vor kurzem Sabine Christiansen ihr Parallel-Parlament abhielt, sowie ein großes und ein kleines Hochhaus gehören. Allerdings: Bevor die Bagger rollen können, müssen Bayerische Bau und Immobilien Gruppe (BBIG), Stadt und Berlinale einen Streit um die Lichtspiellegende Zoo-Palast beilegen.

Im Jahr 2002 hat die BBIG den Zoobogen erworben. Ihre Planungen sehen unter anderem vor, eine Passage vom Hochhaus am Zoo unter dem Kino hindurch bis zum Bikinihaus zu führen. Die „Blaue Kugel“, vermietet an die Firma Medienkontor von Christiansens Ex-Mann Theo Baltz, wird weiterhin Film- und Fernsehproduktionen beherbergen, auch wenn Christiansen-Nachfolgerin Anne Will mit ihrem Sonntagabend-Talk in das E-Werk nach Berlin Mitte zieht. Bei der Sanierung des Bikinihauses soll die Verglasung das namengebenden Galeriegeschosses, das das Gebäude teilt, nach hinten gezogen werden und das Haus um eine Etage aufgestockt werden.

Soweit sind alle einverstanden. Die Diskussionen entzünden sich am Zoo-Palast. Die Entwürfe der BBIG sahen vor, die Kinosäle von neun auf fünf und die Sitzplätze von 2 100 auf 1 600 zu reduzieren. Doch Bezirk und Berlinale protestierten dagegen, den großen Kinosaal von 1 100 Plätzen auf 650 zu verkleinern. Nun soll über ein Kompromissvorschlag mit 850 Plätzen entschieden werden. „Wir wünschen uns, dass der Saal möglichst erhalten bleibt, aber einem Kompromiss würden wir zustimmen“, sagt Berlinale-Intendant Dieter Kosslick.

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