Schuldenkrise
Irlands Bauboom endet in Ruinen

Der Absturz des Immobilienmarkts ist so etwas wie das Epizentrum der irischen Krise. Zwischen 1996 und 2006 haben sich die irischen Immobilienpreise vervierfacht, der Baubestand stieg innerhalb von acht Jahren um mehr als ein Drittel. Doch nun zeigen sich die Folgen.
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DUBLIN/LONDON. Die Reise durch das Shannon Bassin gleicht einem Ausflug ins Geisterland. Frisch geteerte Straßen reißen Schneisen in die Hügellandschaft, links und rechts ducken sich Einfamilienhäuschen. Allein: Es fehlen Menschen, Geschäfte, Orte, die das Leben jenseits der Märchenlandschaft lebenswert machen würden. Jeweils mehrere Dutzend Häuser sind hier zu Dörfchen zusammengewürfelt. Aber niemand wohnt dort.

Solche Geisterstädte sind die steinernen Zeugen einer verfehlten Bau-, Steuer- und Geldpolitik - Mahnmale für den halsbrecherischen Immobilienboom, der die Insel am Rand Europas einst zum Wirtschaftswunderland machte. Als die Blase aber 2008 platzte, stürzte das Land in eine Krise, die innerhalb von drei Jahren 13 Prozent der Wirtschaftskraft kostete, und die inzwischen die Stabilität der gesamten Eurozone gefährdet.

Der Immobilienmarkt ist das Epizentrum des irischen Bebens, und noch immer ist die Erde nicht zur Ruhe gekommen. In einer Umfrage äußerten 65 Prozent der irischen Top-Manager die Erwartung, dass die Preise für Gewerbe- und Wohnimmobilien auch im nächsten Jahr weiter fallen werden.

Die Zahlen sind schwindelerregend. Zwischen 1996 und 2006 haben sich die irischen Immobilienpreise vervierfacht, allein zwischen 2000 und 2008 stieg der Baubestand um mehr als ein Drittel auf 1,9 Mio. Wohnungen und Häuser. Doch der Absturz war genau so rasant wie der Aufstieg. Seit 2008 brachen die Preise für Gewerbeimmobilien um rund 60 Prozent ein, für Wohnobjekte ging es um 40 Prozent abwärts und Bauland verlor 75 Prozent an Wert. Inzwischen stehen in Irland rund 350 000 Häuser leer - 20 Prozent des gesamten Bestands.

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  • Diese Entwicklung war doch abzusehen.Der "immobilienwahn" wie auch Spanien zeigt wie Fachleute und Politiker die Kiste sehenden Auges gegen die Wand gefahren haben.Und sich dann vor die Kamera zu stellen und auf die "Heuschrecken" zu schimpfen ist heuchlerisch.Alle Großen Parteien in Unserem Land haben diese Entwicklung kräftig steuerlich gfördert.
    Mich schockt es wie "achselzuckend dreistellige Milliarden beträge" im Handstreich den banken vor die Füße geschmissen werden.Das jetzt auch noch Ackermann den Rettungsschirm auf das Doppelte aufblähen will zeigt wie wenig Gespürr diese Person für "Öffentlich Wirksame Auftritte abgibt.bei den ganzen Papier am Markt werden sicher bald wieder die Altpapierpreise im Keller sein

  • Merkels europa-Kartenhaus sackt nun in sich zusammen, bald gibt es kein halten mehr. Die ganze EU bricht auseinander, weil jeder in dieser EU seine egoistischen ziele umsetzen will. die einen wollen immer nur exportieren, die anderen entfachen unter ausnutzung der Währung ein immobilienstrohfeuer. und in brüssel haben wir den beamten-Wasserkopf, der nichts kapiert und den ereignissen hoffnungslos ausgeliefert ist. Vertraglich fixierte Dinge werden einfach ignoriert ("no bail out") "kein ankauf von schrottanleihen durch die ezb" und es wird genau das gegenteil von dem gemacht, was vereinbart ist. gleichwohl wird über solche dinge nichtmal geredet. Papier ist halt geduldig. ...das ist alles wiederlich, anders kann ih es nicht bezeichnen. Die habgier des Kapitals, und auch der Leute, hat europa zerstört. denn europa kann kein selbstbedienungsladen für wirtschaftliche vorteile sein. deshalb kann der euro nicht funktionieren, weil alle selbstsüchtig ihren vorteil auf dem Rücken der Währung nehmen wollen. Wenn man sich nun an die vollmundigen Lobesgesänge auf das angeblich vereinigte europa erinnert; die realität ist nach wenigen Jahren Shareholder value eine andere. Denn jetzt kommt der bankrott.

  • Guten Tag,.... ich mache ihnen einen Vorschlag,... vergessen Sie die iren und die Portugiesen und sonstiges Kleinvieh. Gehen Sie nach belgien;.... nicht nach bruessel; nein,.... fahren Sie nach Charleroi. Da sehen Sie wer wirklich am Wackeln ist. Diese bananenrepublik hat nicht einmal eine Regierung. Aber schauen Sie sich mal deren Staatsverschuldung an.... Dann wissen Sie wo wirklich eine bombe tickt. Zieht euch warm an Jungs. besten Dank

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