Schweiz und Österreich
Alpenländer wehren Immobilien-Käufer ab

Die Schweiz und Österreich haben für Käufer von Ferienimmobilien eine Reihe von Hürden errichtet. Das Misstrauen der Alpenbewohner gegen ausländische Immobilienkäufer hat viele Gründe. Vor allem wollen sie eine "Verhüttelung" ihrer Ortschaften verhindern.

MECKENBEUREN. Andermatt am Gotthard-Massiv: sechs Hotels mit 800 Zimmern, 600 Appartements und 100 Villen plant der Ägyptische Investor Samih Sawiris in der Skitouristen gut bekannten Gemeinde. Die Zustimmung der Einwohner hat sich Sawiris früh gesichert. Zum Beispiel weil er verspricht, das Schweizer Tourismusproblem der lange leerstehenden Zweitwohnung zu lösen: "Käufer, die nicht zur Vermietung bereit sind, müssen beim Erwerb einen satten Aufpreis zahlen", erklärt er sein Konzept.

Dass hohe Preise die Käufer von Schweizer Chalets abschrecken, glaubt der Münchner Notar Thomas Wachter, Autor eines Ratgebers für den Kauf von Schweizer Ferienimmobilien, allerdings nicht. Überall wo die Nachfrage hoch ist, wie in Graubünden, im Wallis, im Tessin oder an den Schweizer Seen bleibt es teuer. Wachter: "Dass die Preise fallen, kann ich mir nicht vorstellen." Nicht nur deutsche Ärzte zieht es in die einkommensteuerlich interessanten Schweizer Kantone. Russische Käufer schrecken auch satte siebenstellige Preise nicht ab.

Ob eine Immobilie tatsächlich an einen Ausländer verkauft wird, hängt - wie der Ägypter Sawiris richtig erkannte - von der Zustimmung der einheimischen Entscheidungsträger ab. Denn nur wer "eine außergewöhnlich enge und schutzwürdige Beziehung zu einem Ort unterhält", bekommt von den Behörden den Kauf einer Zweitwohnung bewilligt. Bewilligungen für den Kauf einer Ferienwohnung können die Kantone außerdem nur im Rahmen eines vom Bundesrat festgelegten jährlichen Kontingents erteilen.

"Das gibt den örtlichen Behörden viel Spielraum. Der Käufer ist ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert", schildert Rechtsanwalt Peter Schöllhorn von der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien (DSA) die Praxis. "Lassen Sie sich in der Schweiz und in Deutschland vor dem Kauf unabhängig rechtlich und steuerlich beraten", rät Notar Wachter. Wer das Schweizer Domizil später zum Hauptwohnsitz umfunktionieren will, muss außerdem bedenken: "Der Kauf einer Immobilie bedeutet noch kein Daueraufenthaltsrecht", warnt Schöllhorn.

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