Schweiz: Währungshüter sieht Risiken im Immobilienmarkt

Schweiz
Währungshüter sieht Risiken im Immobilienmarkt

Die lockere Geldpolitik der SNB hat zu einem Immobilien-Boom in der Schweiz geführt. Das Ziel der Preisstabilität macht die notwendigen Zinserhöhungen unmöglich.
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Das Ziel der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Preisstabilität zu gewähren, erlaubt auf absehbare Zeit keine Zinserhöhungen, um die Ungleichgewichte auf dem Immobilienmarkt zu bekämpfen. Das erklärte Thomas Jordan, Präsident des Direktoriums der SNB, am späten Donnerstag in einer Rede in Zürich.

„Am Hypothekar- und Immobilienmarkt entwickeln sich Ungleichgewichte, die ein Risiko für die Finanzstabilität bilden”, sagte Jordan laut Redetext. „Diesem Risiko könnte grundsätzlich durch höhere Zinsen begegnet werden. Doch lässt das übergeordnete geldpolitische Ziel der Preisstabilität auf absehbare Zeit keinerlei Zinserhöhungen zu.”

Die SNB hatte den Leitzins bereits auf null gesetzt und im September 2011 zudem einen Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro eingeführt. Das Versprechen, den Mindestkurs zu verteidigen, wurde von Jordan im Dezember bekräftigt.

„Der Mindestkurs stellt keine Annäherung und schon gar keine Anbindung an den Euro dar. Vielmehr sichert er unserem Land angemessene monetäre Bedingungen in einem nach wie vor äußerst schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Dabei ist der Franken weiterhin hoch bewertet”, sagte Jordan in seiner Rede am Donnerstag.

Die lockere Geldpolitik der SNB hatte dazu geführt, dass Hypotheken günstig blieben und es zu einem Immobilien-Boom im Land kam.

Vor diesem Hintergrund hat die SNB bereits die Alarmglocken geläutet. Banken müssen jetzt einen Kapitalpuffer von 1 Prozent der Aktiva mit Hypothekenbezug vorhalten. Die Anforderung, die im vergangenen Jahr von der Regierung auf Bitte der SNB eingeführt worden war, kann im Bedarfsfall auf bis zu 2,5 Prozent erhöht werden.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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