Schweizer Immobilienmarkt
„Weniger Immigration wird der Markt zu spüren bekommen“

Die Schweiz will die Anzahl neuer Zuwanderer aus der EU begrenzen. Immobilienexperten sehen das als Risiko für das Wachstum des Schweizer Immobilienmarktes. Die Wirtschaft sei das geringere Problem.
  • 0

ZürichEinwanderungsbeschränkungen könnten nach den Worten von Thomas Wolfensberger das Wachstum des Immobilienmarktes in der Schweiz bedrohen. „Die Gesetze bezüglich der Masseneinwanderung sind langfristig mehr Grund zur Sorge“ als Probleme wie das kurzfristig stagnierende Wirtschaftswachstum, sagte der Chief Executive Officer bei Peach Property in einem Interview in Zürich, wo der Immobilienentwickler und Investor seinen Sitz hat. „Wir hätten es lieber gesehen, wenn die Grenzen offener geblieben wären.“

Die Schweiz will die Anzahl neuer Zuwanderer aus der Europäischen Union begrenzen, um das Ergebnis eines Votums zur Immigration von Ausländern vom Februar umzusetzen. Eine Initiative, über die im November abgestimmt werden soll, würde die Einwanderungsrate auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung begrenzen.

„Die Nachfrage nach größeren Wohnungen ist eine wichtige treibende Kraft im Immobiliengeschäft“ und weniger Immigration werde zu spüren sein, sagte Wolfensberger am Donnerstag. „Im mittleren Marktsegment ist die Nachfrage einfach größer, wenn mehr Leute da sind, und im Luxussegment haben wir beispielweise vom Zustrom der Deutschen profitiert, der sich nun verlangsamt.“

Die Preise am Schweizer Luxus-Immobilienmarkt haben sich wegen der flauen Nachfrage abgekühlt, sagte Giacomo Balzarini, Finanzvorstand bei PSP Swiss Property, der zweitgrößten börsennotierten Immobiliengesellschaft in der Schweiz, am 19. August.

Aus diesem Grund habe Peach Property seine Bestände diversifiziert. So hat die Gesellschaft ihre Investments in Schweizer und deutschen Immobilien, beispielsweise Wohnimmobilien, verdoppelt und sich aus Luxusprojekten zurückgezogen, sagte Wolfensbergerd.

Diese Strategie habe dem Unternehmen geholfen, den Nettogewinn zu steigern. Im ersten Halbjahr zog der Gewinn um 17 Prozent auf 4,4 Millionen Franken (3,65 Millionen Euro) an.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schweizer Immobilienmarkt: „Weniger Immigration wird der Markt zu spüren bekommen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%